Oldenburger STACHEL Ausgabe 5/00     Seite 12
 
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Unterschätzt: Entwicklung und Bedeutung des Fahrradtourismus

Mehr als 50 Prozent aller Autofahrten werden zu Freizeit- und Urlaubszwecken unternommen - leider mit steigender Tendenz. Unsere Gesellschaft braucht dringend eine Alternative zum motorisierten Freizeitverkehr. Hierbei leistet der Fahrradtourismus, der auch 2000 weiterhin auf Wachstumskurs ist, einen steigenden Beitrag für einen nachhaltigen Deutschlandtourismus. Auf der weltgrößten Tourismusmesse, der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin, präsentierte der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) aktuelle Daten zur Fahrradnutzung in Freizeit und Urlaub. 1999 haben nach Angaben des ADFC rund 1,9 Millionen Deutsche ihren Urlaub überwiegend im Fahrradsattel verbracht.

Insgesamt haben rund 42 Prozent aller Deutschen im Urlaub das Fahrrad genutzt. Keine weitverbreitete Urlaubsaktivität weist so hohe Wachstumsraten auf (plus 15 Prozent zwischen 1995 und 1998). Hinzu kommen rund 100 Millionen Ausflüge per Rad. Insgesamt trägt der Radtourismus etwa acht Milliarden DM zum touristischen Umsatz in Deutschland bei. "Im Vergleich zum Fahrradtourismus", so Frank Hofmann, stellvertretender Bundesvorsitzender des ADFC, "sind alle Golfer, Kreuzfahrer, Inlineskater, Paraglider, Reiter und Rafter zusammengenommen eine Minderheit." (400.000 Deutsche unternahmen 1998 eine Schiffsreise, lediglich 250.000 Deutsche unternahmen eine Golfreise. Das Potential für Cluburlaub wird auf 800.000 geschätzt). In den nächsten drei Jahren planen 4,8 Mio. Deutsche (7,5 Prozent) ihren Urlaub überwiegend im Fahrradsattel.

Maßgeblichen Anteil am Wachstum des Fahrradtourismus im vergangenen Jahr hatte der Katalog "Deutschland per Rad entdecken". Zur ITB legt der ADFC zusammen mit der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) die aktualisierte Neuauflage des bundesweiten Kataloges vor. In den kommenden Jahren, so der ADFC, müsse aber die Koordinierung und Qualität der Radfernwege im europäischen Wettbewerb weiter gesteigert werden. Thomas Froitzheim vom ADFC-Fachausschuß Tourismus: "Vielen der rund 40.000 Kilometer Radfernwege in Deutschland mangelt es immer noch an nutzergerechten Serviceangeboten, guter Beschilderung und marktgerechter Werbung." Gernot Lucks vom ADFC Oldenburg und ebenfalls Mitglied des Fachausschusses ergänzt: "Dies gilt leider auch für die mit viel Engagement, aber mit falscher Sparsamkeit und teilweise ohne ausreichendes Fachwissen erstellen Angebote in unserer Region." Der ADFC fordert von Bund und Ländern Koordinationsstellen für ein deutschlandweites und niedersachsenweites Radfernwegenetz.

ADFC

 

 
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