Oldenburger STACHEL

Kurz Berichtet

Kurz Berichtet


Jugendferien mit den Falken

Die SPD-Jugend "SJD - Die Falken richten in den Sommerferien für Jugendliche Zeltlager ein. Vom 22. Juli bis 5. August soll es in ein internationales Kinder-Zeltdorf nach Reinwarzhofen in Fanken gehen. Unter dem Motto "Kinder haben Rechte - auf der ganzen Welt" treffen sich dort 4000 Kinder bis 15 Jahren. Ab 9. bis 30 August Vom 9. bis 30 August schlagen sie in der Nähe der lettischen Kleinstadt Kandava ihre Zelte neben denen lettischer und litauischer Jugendlicher auf. Ein Vorbereitungsseminar zur Lettlandreise ist für den 1. bis 3.7. vorgesehen; Infos bei Jan Knöttig 04486/380.


Erlauchte Gesellschaft

Ein dickes Dankeschön geht von uns an Helmut Hoffmann, Mitglied im AK Asyl. Auf dem Festbanquett zur diesjährigen Verleihung des Carl-von-Ossieztky-Preises der Stadt Oldenburg an Israel Guttmann am 5. Mai im PFL sagte er zu einigen Gästen, dem STACHEL gehöre für seine Arbeit auch einmal dieser Preis vergeben. Komplimentierter geht's kaum angesichts des Formats von Guttmann etwa. SCHÖN wär's ja. Dann könnten die RedaktörInnen sich im Sommer auch mal ein Eis leisten.


Senkt den Energieverbrauch!

Über 50 % Energie könne bundesweit in privaten Haushalten gespart werden. Das ergaben Studien, die den Raumwärmebereich untersuchten. Nach dem Urteil des Oldenburger Energierates sei die "Energiequelle" Sparen besser zu erschließen, wenn der hohe Anteil durch Heizen richtig eingeschätzt werden würde. Desgleichen hinkten die technischen Kenntnisse dem Sparwille an sich hinterher. Erste Schritte seien die fachliche Beurteilung des eigenen Verbrauchs. Eine Vor-Ort-Beratung durch ein Ingenieurbüro hilft, die Gründe für den hohen Energieverbrauch zu erkennen. Der Bund fördert solche Angebote mit einem nahezu die Hälfte der Kosten deckenden Zuschuß an HausbesitzerInnen oder MieterInnen. Infos und Kontakte: Oldenburger Energierat e.V., Bloherfelder Str. 87, 0441/52333 oder 20729.


5. Kollektiv-Auto

Einen neuen Stellplatz für ein fünftes Vereinsfahrzeug konnte die Oldenburger CarSharing-Initiative "StadtTeilAuto" in der Bremer Straße auf dem Gelände der Firma INGWA in Betrieb nehmen. Damit wird ein Vereinsfahrzeug nicht nur für private Zwecke, sondern auch als Firmenfahrzeug. Außerhalb der Arbeitszeit steht es den übrigen Vereinsmitgliedern zur Verfügung. Wer sich mit anderen Autos teilen möchte, frage an unter 0441/87171.


Noch Plätze für Jugendreise in die Toscana

hat das evangelische Jugendzentrum der Peterstraße. Für die Zeit vom 3. bis 18. August. Fragen unter: 26856.


Flüchtlinge in THW-Kaserne haben Angst

Der "Runde Tisch antirassischer Gruppen" berichtet, daß eine sichere Unterbringung der Flüchtlinge selbst in der Baracke auf dem THW-Gelände nicht gewährleistet sei. Bereits mehrfach wurde nachts von außen gegen die Fenster gedrückt, wurden Steine geworfen. Was solche Drohungen in den dort Untergebrachten auslöst, ist klar. Niemand kann zu dem ausschließen, daß es nur bei diesen "Störungen" bleibt. Das Gelände ist nicht kontrolliert, was Angreifende zu Schlimmeren verleiten könnte! Es hilft nicht viel, im Notfall die Polizei rufen zu können. Die bedrohten Menschen können nur durch Integration in normalem Wohnumfeld sicher untergebracht werden. Das würde auch den Hetzer und Tätern den Wind aus den Segeln nehmen, weil Angriffe auch die Häuser der Eingeborenen treffen würden. Der Runde Tisch erinnert noch einmal ausdrücklich an das Versprechen, was die Stadtverwaltung den Flüchtlingen bei deren Einzug in den Artillerieweg gab und öffentlich durch die NWZ wiederholen ließ: Sie sollten provisorisch nur drei Wochen untergebracht werden. "3 Wochen" kann für einige in dieser Stadt offensichtlich 7 Monate Lagerleben heißen.


Das Kinobüro Niedersachsen e.V.

fördert jetzt von Hannover aus in neuer Weise die Kinokultur des Landes. Am 1. März nahm es dort als neuer Verein seine Arbeit auf. Unterstützt wird es vom Landesministerium für Wissenschaft und Kultur. Als Mitglieder werden professionelle und nichtkommerzielle Kinos und Filmclubs geführt. Die Förderung der Filmkultur soll über verschiedene Aufgaben erfolgen: unter anderem durch konkrete Organisationshilfen, Empfehlungen an das fördernde Ministerium zur Vertriebsförderung sowie zur Vergabe der landesbezogenen Filmprogrammpreise, die für September geplant ist. Dazu können bis zum 17.7. Antragsformulare bei der Niedersächsischen Landestreuhandstelle für Wirtschaftsförderung angefordert werden. Neben einer Ausstellung auf den Emdener Filmfestspielen vom 5. bis 11. Mai sowie anderen Projekten bietet das Kinobüro in Kürze eine Filmliste mit Themen zum "Nationalsozialismus" an. Das Kinobüro ist zu erreichen in der Theaterstr. 8 in 30159 Hannover, Tel. 0511/325708, Fax 325376.


Jetzt neu: Meinungsfreiheit für Schüler

Nordrhein-Wsetfalens SchülerInnen ist jetzt das Grundrecht eingeräumt worden, ihre Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern. Dies ist Inhalt der Änderung des Schulverwaltungsgesetzes von NRW (@ 25), die im März in Düsseldorf beschlossen wurde. Damit verbunden ist auch die Aufhebung der Zensur von Schülerzeitungen durch die Schulleitung oder andere Instanzen. Sie unterliegen jetzt dem Presserecht und dürfen auf dem Schulgrundstück verteilt werden. Schulleitung und Schulaufsichtsbehörde dürfen dieses nicht untersagen.


Unfallschwerpunkt beseitigt ?

Die Kreuzung Eimerländer Hin- und Herstraße/Uhlhornsweg wird möglicherweise bald umgebaut. Die Rechtsabbiegerspur in den Uhlhornsweg wird um die Ampel herumgeführt, so daß RadlerInnen aus Ofen in Richtung Stadt gerade durchfahren können. Dennoch sinkt ihre Gefährdung nicht unbedingt, da z. Zt. Linksabbieger aus der Stadt in Richtung Uni zuerst grün bekommen und nicht damit rechnen, daß nach kurzer Zeit der Rad-Gegenverkehr losfährt. Oft sind hier Beinahe-Unfälle zu beobachten.


"In Gneisenaustr. ist nichts mehr zu ändern"

sagte Stadtbaurat Schutte auf der nur noch presse-öffentlichen Bauausschußsitzung am 26.4.94, nachdem die Grünen angefragt hatten, wie die "interessierte Öffentlichkeit" bei der Beratung zugegen sein könnte. Der Vorschlag, das Thema auf die nächste Tagesordnung zu setzen, stieß auf heftigste Ablehnung des (von den BauwäglerInnen sehr genervten) Vorsitzenden Schramm. Im späteren Verlauf erhitzten sich die Gemüter über die Fahrbahnbreite. Im Ausschuß wird das Thema wieder am 2.6. behandelt. Zuvor soll es eine Anliegerversammlung geben, in der das vom CDU-Abgeordneten Haverbeck eingebrachte Thema "Ausbau der Scharnhorststraße", der 1996/97 zur Diskussion stehen könnte, nicht behandelt werden soll. (Es könnte dort ja heftig kritisiert werden, d.S.)


Radweg breiter oder beidseitig ?

Aus dem Radwegprogramm 1994 gestrichen wurde die Verbesserung und Verbreiterung des Fuß- /Radweges der Ammerländer Heerstraße zwischen Pophankenweg und Autobahn. Stattdessen wird eine zehnmal teurere und nicht weniger gefährliche Lösung diskutiert: Die Straße soll beidseitig mit Bäumen bepflanzt und mit einem zweiten Radweg ausgestattet werden. Beide wären entgegen der Empfehlung der Polizei nur in jeweils einer Richtung zu befahren. Der neue 600000 DM teure Vorschlag kann jedoch erst diskutiert werden, wenn die Planungen über das von Pophankenweg - Ammerländer - A28 eingeschlossene Gebiet abgeschlossen sind. In das betreffende Bebauungsverfahren wird ein P+R-Platz eingebracht werden.


Beinahe-GAU in USA

Im US-Kernkraftwerk Salem (60 km von Philadelphia entfernt) ist am 7.4.94 ein ernster Störfall aufgetreten. Das Kühlsystem war durch Gras aus dem Fluß verstopft. Als die Ingenieure es nicht schafften, den Reaktor herunterzufahren, wurde das Notkühlsystem aktiviert und der Reaktor geflutet. Der Reaktor war mindestens zwei Stunden völlig außer Kontrolle. Ferner hätten sich Ventile geoffnet, die eigentlich hätten geschlossen bleiben müssen. Eine Gefahr ...


Alte sind's nicht wert!

Der Streit um das von Privatisierung, bzw. Schließung bedrohte Altenheim am Schützenweg schlät hohe Wogen. Beides hätte gravierende Folgen für die Bewohner/innen. Nicht nur, daß sie umziehen müßten (das fällt besonders alten Menschen schwer), sie hätten auch swchlechtere oder gar keine Betreuung zu erwarten, weil private Heime billig arbeiten und nur finanzkräftige Bewohner/innen aufnehmen. Ferner sind den ^Angestellten und der Heimleitung Maulkörbe verpaßt worden, um die miese Taktik der Stadtverwaltung nicht an die Öffentlichkeit gelangen zu lassen. Wer sich mit einer Unterschrift für den Erhalt des Heims einsetzen möchte, kann dies tun: Die Listen gibt es am Kiosk gegenüber des Heims (neben der Grundschule an der Einmündung der Hammelmannstraße), in der Bäckerei im Dietrichsweg und bei der Fleischerei Rita Koopmann.


Rennstrecke Lindenallee

Zwar nicht hochoffiziell und amtlich, trotzdem aufschlußreich sind die Zahlen der Geschwindigkeitsmessungen, die eine oldenburger Firma für Umweltmeßtechnik mit der (NWZ-) Sonntagszeitung in der Lindenallee mit eimen neuen Gerät durchführte. Gemessen wurden 300 Autos am Di, 29.3., von 18.31 bis 19.43 Uhr, wovon sich nur 11% an die vorgeschriebenen 30 km/h hielten. (Nicht überliefert ist die Zahl derer, die hinter RadlerInnen herfuhren, weil sie nicht überholen konnten.) Knapp die Hälfte fuhren bis zu 10 km/h zu schnell, bei mehr als einem Drittel stieg die Tachonadel auf 40 bis 50 km/h. Jeder elfte raste mit über 50 km/h durch die Straße (einer in Höhe der Herbart-Schule mit fast 70km/h), obwohl auf einer Seite Autos den unebenen Fußweg zuparken und RadfahrerInnen die Straße benutzen.

Gegenüber den üblichen Radarmessungen hat dieses neue kleine, mobile Gerät den Vorteil, daß es das tatsächliche Geschwindigkeitsverhalten mißt, weil es Autofahrenden nicht auffällt. D.h., setzte die Polizei es ein, müssten diese überall damit rechnen, "geblitzt" zu werden, was sie (hoffentlich) langsamer und vorsichtiger fahren ließe. Die oldenburger Polizei hat jedoch offenbar kein Interesse daran. Sie überlegt stattdessen, ihre Radarmessungen vorher öffentlich anzukündigen, was natürlich zur Folge hat, daß nur dort langsam gefahren wird, wo Messungen angekündigt sind. (Bald gibt's also keine Raser mehr und damit keinen Handlungsbedarf, was wiederum Geld einspart!)

Noch eines zeigt die Messung in der Lindenallee: Wenn gegen Abend 250 Autos pro Stunde durch das Wohngebiet fahren, wieviele sind es zu Spitzenzeiten und wie hoch ist die Lärmbelastung? In einer Empfehlung für die Anlage von Erschließungsstraßen EAE85 der Forschungsgemeinschaft für Straße und Verkehrswesen heißt es zum Thema Umweltverträglichkeit: "In Spitzenzeiten soll eine Verkehrsstärke von 300 Kfz/h selbst in gut ausgebauten Straßenräumen mit Wohnbebauung nicht überschritten werden." Diese Empfehlung ist sogar Richtschnur bei Gerichtsentscheidungen.


Diese Veröffentlichung unterliegt dem Impressum des Oldenburger Stachel.