Oldenburger STACHEL Nr. 7/94

Feste Fronten in Blankenburg

Feste Fronten in Blankenburg

Bereits am 22.6. wurde von Flüchtlingen im Lager Blannkenburg eine Demonstration angekündigt. Das Ziel war, die langen Aufenthaltszeiten im Lager abzukürzen bzw. zu beenden und eine Umverteilung auf Landkreise und Städte zu erreichen sowie eine bessere Essensversorgung im Lager durchzusetzen. Die Reaktion des Lagerleiters Kosock war, ein Gespräch über die Forderungen anzubieten. Dieses fand am 27.6. statt. Während des Gesprächs blockierten Flüchtlinge von sieben bis zwölf Uhr das Eingangstor zum Lager.

Herr Kosock bezeichnete das Gespräch anschließend als konstruktiv und hilfreich für alle Seiten, er empfahl den Flüchtlingen, Anträge auf Umverteilung zu stellen. Ein Termin für ein erneutes Treffen am 1.7. wurde vereinbart. Teilnehmen sollten alle interessierten Flüchtlinge, Rechtsanwalt Hausin (Flüchtlingsbeauftragter des UNHCR) und Frau Lücken, Leiterin der Außenstelle Blankenburg des Bundesamtes für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge. Auch Dolmetscher waren zu dem Termin bestellt worden. Ausgeschlossen sollte Die Öffentlichkeit sollte ausgeschlossen bleiben.

Doch das für 11 Uhr anberaumte Gespräch fand nicht statt , alle Flüchtlinge zogen nach einiger Zeit zum Tor. Dieses blockierten schließlich ca. 160 Leute, die Hälfte politisch interessierte Menschen aus Oldenburg.

Kurze Zeit später kam Rechtsanwalt Hausin zum Tor und forderte die Flüchtlinge auf, das Gespräch fortzusetzen. Dieses wurde mit Empörung zurückgewiesen. Als dann der Lagerleiter dazukam, wurde heftig diskutiert und gestritten.

Die Redaktion war bis zu Redaktionsschluß nicht in der Lage, die Vorgänge zu bewerten und angemessen zu dokumentieren. Dieses wird in der Septemberausgabe des Stachels geschehen.


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