Oldenburger STACHEL Nr. 7/94

Kurz-Berichtet

Kurz-Berichtet


Es ist ist schon traurig...

daß die Bäume an der Ofener Straße fallen sollen. 300 Jahre sind die Eichen sowie andere Arten alt - für Eichen bekanntermaßen geradezu noch Jugendalter. Einst umringten sie geradezu idyllisch ein Bauernhaus - Werk von Menschenhand ist halt vergänglich. Heute zieren sie eine Stätte des Gedenkens an Täter (und Opfer?) vergangener Massenmenschenschlachtungen im industriellen Maßstab.

Leider können wir nicht in die Bäume hineinsehen. So läßt sich für Normalsterbliche nur an ihrem Äußeren erahnen, daß es ihnen nicht gut geht. Zu den Ausführungen eines sogenannten ,Sachverständigen" (welche Anmaßung, Bäume zur Sache zu erklären) waren die meisten Ratsmitglieder mit dem Auto erschienen. Und dieses Auto ist - durch die verschiedensten Arten - schuld, daß (das grüne?) Oldenburg um eine Schönheit ärmer wird.

So kam es beim Ausbau der Ofener Straße (sowie beim Ausbau der Haaren) zu Grundwasserabsenkungen. Das gleiche gilt für den Bau eines Parkplatzes auf der straßenabgewandten Seite des Wäldchens - hier wurden die Steine direkt bis an die Stämme verlegt, zugleich die Wurzeln in erheblichem Maße geschädigt. Einen Teil solcher Belastungen könnten die Bäume sicher ausgleichen, wenn da nicht der Saure Regen wäre, der viele Pflanzen und fast alle Bäume erheblich in ihrer Vitalität schädigt. Und der zu einem sehr großen Teil von den Autos mitproduziert wird. Das gleiche gilt für Ozon und und und.

Was nützen letztlich die Krokodilstränen, daß es doch so schrecklich ist, daß die Bäume sterben (das ist es wirklich!), wenn so einige sich ihrer MittäterInnenschaft nicht bewußt werden und ihren Hintern endlich aus der Blechbüchse lupfen.

Nachtrag: Jetzt können wir hineinsehen. Die ersten Bäume wurden bereits gefällt. An den Stümpfen sind die Folgen jahrzehntelangen Umweltfrevels deutlich erkennbar.

Esistist ist schon traurig... daß die Bäume an der Ofener Straße fallen sollen. 300 Jahre sind die Eichen sowie andere Arten alt - für Eichen bekanntermaßen geradezu noch Jugendalter. Einst umringten sie geradezu idyllisch ein Bauernhaus - Werk von Menschenhand ist halt vergänglich. Heute zieren sie eine Stätte des Gedenkens an Täter (und Opfer?) vergangener Massenmenschenschlachtungen im industriellen Maßstab. Leider können wir nicht in die Bäume hineinsehen. So läßt sich für Normalsterbliche nur an ihrem Äußeren erahnen, daß es ihnen nicht gut geht. Zu den Ausführungen eines sogenannten ,Sachverständigen" (welche Anmaßung, Bäume zur Sache zu erklären) waren die meisten Ratsmitglieder mit dem Auto erschienen. Und dieses Auto ist - durch die verschiedensten Arten - schuld, daß (das grüne?) Oldenburg um eine Schönheit ärmer wird. So kam es beim Ausbau der Ofener Straße (sowie beim Ausbau der Haaren) zu Grundwasserabsenkungen. Das gleiche gilt für den Bau eines Parkplatzes auf der straßenabgewandten Seite des Wäldchens - hier wurden die Steine direkt bis an die Stämme verlegt, zugleich die Wurzeln in erheblichem Maße geschädigt. Einen Teil solcher Belastungen könnten die Bäume sicher ausgleichen, wenn da nicht der Saure Regen wäre, der viele Pflanzen und fast alle Bäume erheblich in ihrer Vitalität schädigt. Und der zu einem sehr großen Teil von den Autos mitproduziert wird. Das gleiche gilt für Ozon und und und. Was nützen letztlich die Krokodilstränen, daß es doch so schrecklich ist, daß die Bäume sterben (das ist es wirklich!), wenn so einige sich ihrer MittäterInnenschaft nicht bewußt werden und ihren Hintern endlich aus der Blechbüchse lupfen. Nachtrag: Jetzt können wir hineinsehen. Die ersten Bäume wurden bereits gefällt. An den Stümpfen sind die Folgen jahrzehntelangen Umweltfrevels deutlich erkennbar.


Mitsubishi-Tropenholzhändler

Die Greenpeace-Gruppe Oldenburg führte am 24.5. eine Aktion zum Thema "Mitsubishi - Umweltschäden durch Waldwirtschaft" durch: Mit "Stumpi", einem tonnenschweren Red-Car Baumstumpf aus Kanada als sichtbarem Zeichen der Kahlschläge, stattete sie dem Oldenburger Mitsubishi-Autohaus Wandscher einen Besuch ab. Damit wollte sie die Öffentlchkeit auf das Engagement der internationalen Mitsubishi-Unternehmensgruppe an der weltweiten Vernichtung von tropischen Regenwäldern und borealen Wäldern aufmerksam machen.

1991 importierte der Konzern zusammen mit der angegliederten Unternehmensgruppe Meiwa Trading über eine Million Kubikmeter Tropenholz nach Japan. Zählt man die Im- und Exporte in aller Welt durch eigene Firmen noch dazu, so "gebührt" Mitsubishi der 1. Platz im internationalen Tropenholzhandel.

Im malaysischen Bundesstaat Sarawak hat sich Mitsubishi zu dreißig Prozent an Daiya Malaysia beteiligt, die die letzten Primärwaldgebiete rund um die Uhr - in der Nacht bei Flutlicht - abholzen. Mitglieder des Volkes der Iban haben bereits mehrere Blockaden gegen das weitere Eindringen des Holzkonzernes in das von ihnen bewohnte Land errichtet, doch die Zerstörung geht weiter.

In Kanada investiert Mitsubishi in den Bau einer der größten Papierfabriken der Welt. Der Papiergigant verfügt über Einschlagsrecht e für 63 % (das sind 120.000 Quadratkilometer ) der bewaldeten Fläche der Probinz Alberta. Bei der Lizenzvergabe für die Gebiete, die von den Lubicon- und Cree-Indianern beansprucht werden, wurden keinerlei unabhängige Umweltverträglichkeitsprüfungen vorgenommen.

Wer Interesse an diesem Thema hat, wende sich an den Greenpeace-Arbeitskreis Regenwald über Martin Rojahn, 26129 Oldenburg, Groninger Str. 24, Tel. 7775732.


Seid gegrüßt, NachbarInnen!

In der Ziegelhofstraße 83 ist am 11.6. das neue Schwulen- und Lesbenzentrum mit einer fröhlichen Feier eröffnet worden. Nach einem Jahr Renovierung, Ärger mit Nachbarn und Bauordnungsamt hat es endlich geklappt! Wir sagen "Herzlichen Glückwunsch"!


Selbsthilfegruppe für Angehörige psychisch Kranker

Die Diagnose "psychisch krank" ist noch immer mit dem Makel des Unheimlichen oder Unerklärbaren verbunden. Irritationen, Fehleinschätzungen oder Voreingenommenheiten sind die Folge, wenn auch manchmal unbewußt. In Oldenburg gibt es eine Selbsthilfegruppe, die diese Probleme aus der Welt schaffen will. Sie besteht aus Angehörigen psychisch Kranker. Die Mitglieder tauschen Erfahrungen aus und geben sich gegenseitig Rat und Hilfe. Die Gruppe besteht seit 13 Jahren. Eine ihrer Forderungen ist, die psychisch Kranken, deren Versorgung noch auf der untersten Stufe steht, den somatisch Kranken gleichzustellen. Die Selbsthilfegruppe will Familienangehörige n Mut machen, sich eines psychisch Kranken weder zu schämen, noch es zu verheimlichen. Anghörige geraten oft in gesellschaftliche Isolation. Die Ausgrenzung kann bis an den Rand einer unzumutbaren Belastung gehen. "Einfach hierher kommen und erzählen können, kann schon eine gr0ße Erleichterung sein," so ein Gruppenmitglied. "Hier ist ein Raum, in dem man reden und von anderen hören kann, daß sie Ähnliches erlebt haben."

Die Angehörigen Gruppe trifft sich an jedem ersten Dienstagabend des Monats um 19.30 Uhr in den Clubräumen des Oldenburger Vereins zur Förderung der psychischen Gesundheit in der Auguststraße 90.


Plätze frei im Mädchentreff

Qualifizierte Hausaufgabenhilfe, Mittagessen und Freizeitgestaltung bietet der Mädchentreff für Mädchen im Alter von 10 bis 14 Jahren. Infos unter Tel. Ol. 64248.


Seminarurlaub am Nordseestrand

Vom 22. bis 29. Juli besteht in Burhave Gelegenheit, in der "Sommer Akademie 1994" Urlaub und Lernen miteinander zu verbinden. Wochenend- oder 5-Tage-Kurse mit internationalen ReferentInnen werden angeboten zu: Afrikanisches Trommeln und Tanzen, Bauchtanz, Yoga, Theater, Aikido, Kultur der Mayas, Tantra, Hakomi u.a. Infos bei Forum, Lübecker Str. 37, 28203 Bremen, Tel. 0421-705258.


Filme schreiben!

Die LAG Jugend und Film Niedersachsen möchte von Jugendlichen im Alter von 12 bis 20 Jahren (allein, als Gruppe oder Klasse) kurze Geschichten oder Expose's für Kurzfilm-Video- Clips haben. Sie bietet dafür die Gelegenheit, die besten Ideen weiterzubearbei ten und evtl. sogar als Film zu realisieren. Geschehen und aufgeführt werden soll dies dann im Oktober in Hildesheim auf den 2. Niedersächsischen Jugendfilmtagen.

Infos bei und Entwürfe bis zum 15.8. an

LAG Jugend und Film

Projektbüro

Sedanstr. 58

30161 Hannover

Tel. 0511-315815

Dort sind ebenfalls Infos zu Veranstaltungen, Projekten, Seminaren (z.T. in Steinkimmen) für Filme-MacherInnen und -Interessierte zu erhalten.

Wer auf dem Festival Nordstadt Filmtage in Hannover im Februar 95 einen dreiminütigen Film oder ein Video zum Thema "Meine Beziehung" zeigen will, sende Kopien bis zum 23.11. an die Film- und Video Cooperative, Schaufelder Str. 30, 30167 Hannover, Tel. 0511-703814.


Umfrage: Fährbenutzung und Wesertunnel

Die BSH, der Naturschutzverein Nordenham und der Naturschutzbund Deutschland/Kreisgruppe Wesermarsch führten an den Weserfähren eine Umfrage zur Fährbenutzung und zur Einstellung gegenüber dem geplanten Bau eines privat vorfinanzierten Wesertunnels durch. Von 397 befragten PKW- FahrerInnen antworteten 382. Die meisten (ca.90 %) bestätigten, daß sie zufrieden mit der Fähre seien, ca. 45 % meinten aber, daß das Fährangebot Golzwarden-Sandstedt tagsüber durch eine dritte Fähre erweitert werden müsse. Ca. 63 % würden einen Nulltarif für die Fähren begrüßen, immerhin etwas mehr als 30% wären aber bereit, eine Benutzungsgebühr für den Tunnel zu bezahlen. Doch nur 95 FahrerInnen befürworteten eine Küstenautobahn mit dem Wesertunnel als Teilstück. Und lediglich 28 wollten hinnehmen, daß für Fußgänger, Radfahrer, Trecker nach einem Tunnelbau nur noch eine nördliche "Notfähre" in Nordenham übrig bliebe.


Kritik an Dr. Bruker unerwünscht

Am 5.5.94 fand eine Veranstaltung der Initiative Gesunde Ernährung und Lebensführung Bockhorn (G.E.L.B.) statt, in der Dr. Bruker als Referent geladen war. Dies veranlaßte den Arbeitskreis "Keinen Fußbreit den FaschistInnen", durch eine Flugblattaktio n den Besuchern die politische Seite dieses Herrn darzustellen. Der Veranstalter untersagte jedoch das Verteilen, sprach Hausverbot aus und benachrichtigte die Polizei. Es finde lediglich eine ernährungsfachliche Veranstaltung statt, politische Aspekte interessierten nicht. Die KritikerInnen mußten draußen bleiben, die Nazigefahr war für diese BockhornerInnen kein Thema.


Antifaschistische Aktion 94

Alljährlich marschieren im August Alt- und NeofaschistInnen aus ganz Europa zum Gedenken an den Hitler-Stellvertreter und Kriegsverbrecher Heß auf. Während in den letzten Jahren antifaschistische Gruppen zur Gegendemo am Ort des Aufmarsches aufriefen und nur in einzelnen Städten (z.B.Oldenburg) dezentrale Gegenaktionen liefen, startet in diesem Jahr eine bundesweit koordinierte Kampagne gegen das Auftreten der FaschistInnen. Dabei will der Oldenburger Arbeitskreis "Keinen Fußbreit den FaschistInnen" auf die Verbindungen aufmerksam machen, die zwischen militanten Rechten und den "offiziellen Parteien" wie NPD, DVU, Deutsche Liga, Republikaner bestehen. Nicht zuletzt die Unterstützung der Republikaner durch die "Freie Kameradschaft Oldenburg" (deren Mitglieder beim "Rudolf- Heß-Gedenkmarsch" 1992 in Rudolfstadt und 1993 in Fulda mitmarschierten) beim Landtagswahlkampf macht dies deutlich. Da faschistische Parteien sowie die Aktivitäten militanter Nazigruppen auch für bürgerliche Parteien ihren Zweck haben, wird der Arbeitskreis auf diesen Zusammenhang eingehen.

Im Alhambra Oldenburg wurde bereits im Juni eine ständige Ausstellung zur neo- faschistischen Organisierung in dieser Region eröffnet. Am 28. Juli findet in der Kulturetage Oldenburg ab 20 Uhr eine Veranstaltung zu den "Rudolf-Heß- Gedenkmärschen" und der neo-faschistischen Organisierung statt. Neben Video- und Diavorführungen wird über aktive FaschistInnen in Oldenburg berichtet.


Diese Veröffentlichung unterliegt dem Impressum des Oldenburger Stachel.