Oldenburger STACHEL Nr. 7/94

Wagenburg erneut geräumt

Wagenburg erneut geräumt

Die Wagenburg Blöder Butterpilz wurde am 1. Juli mit einem Großaufgebot der Polizei ohne jegliche Vorwarnung von dem städtischen Grundstück an der Holler Landstraße geräumt. Die Polizei riegelte zunächst das Gelände a"Die Wagenburg Bl"der Butterpilz wurde am 1. Juli mit einem Gro aufgebot der Polizei ohne jegliche Vorwarnung von dem st,dtischen Grundstück an der Holler Landstra e ger,umt. Die Polizei riegelte zun,chst das Gel,nde ab. Die BewohnerInnen der Wagenburg hatten sich auf das Dach eines Bauwagens zurückgezogen und mußten mit ansehen, wie Polizisten die Wägen aufbrachen und durchsuchten und dann mit Hilfe eines Traktors des städtischen Gartenbauamts und der privaten Abschleppunternehmen Westerburg (Oldenburg) und Bruns (Rastede) begannen, die Wägen abzutransportieren. In einem unverhältnismässig harten Einsatz holte die Polizei die BewohnerInnen vom Dach des Wagens herunter. Einige Wagenmenschen, die sich lediglich aneinander festhielten, wurden dabei gewürgt und geschlagen. Beim Abtransport zum Gefangenensammeltransporter wurden sie zu Boden geworfen, mit dem Gesicht in den Sand gedrückt und in Handschellen gelegt. Sodann wurden sie und einige SympathisantInnen, die sich mittlerweile eingefunden hatten, zum 1. Polizeirevier gebracht und dort fotografiert. Ihnen wurde Hausfriedensbruch vorgeworfen.

Zwei Wochen zuvor waren die Wagenmenschen im Anschluß an eine Demonstration wieder in ihre Wägen gezogen, die die Stadt selbst auf das Gelände an der Holler Landstrasse gebracht hatte, nachdem die Wagenburg Ende April unter baurechtlichen Vorwänden von einem Privatgrundstück in Drielake geräumt wurde. Zu diesem Schritt hatten sich die Wagenmenschen entschlossen, weil sie trotz des Ratsbeschlusses vom 16. 5., der Wagenburg einen Platz zuzuweisen, nach zwei Monaten immer noch obdachlos waren. Die WagenbewohnerInnen zeigten sich über die plötzliche Räumung sehr erstaunt, nachdem sie zwei Wochen lang nichts mehr von der Stadtverwaltung gehört hatten. Sie halten den Platz an der Holler Landstraße nach wie vor für eine geeignete Übergangslösung. Sie planen nun, ihre Mahnwache vor dem Rathaus fortzusetzen und kündigten weitere Aktionen an.


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