Oldenburger STACHEL Nr. 10/94

Kurz Berichtet


Frauenselbsthilfe in Indonesien

Ein Diavortrag von Ina Musairi und Bärbel Epp am Mittwoch den 19.10.94 um 19 Uhr in der ALSO, Kaiserstraße 19; Eintritt frei, (Projektspenden erbeten)

Indonesien - Tourismusland, Entwicklungsland oder Schwellenland? Keines dieser Pauschalbilder gibt wirklich einen Eindruck vom Leben der Menschen. Der Alltag von Landfrauen in Java im Spannungsfeld zwischen Kultur, Religion und Modernisierung steht im Mittelpunkt des Vortrages. Diese spüren als Familienversorgerinnen die ökologischen und sozialen Folgen der Schuldenkrise und Industrialisierung am stärksten. Auf Java haben sich viele Frauen zu unabhängigen Initiativen zusammengeschlossen, um ihr Schicksal selber zu bestimmen. Anhand einiger Beispiele wird die Arbeit dieser Selbsthilfeinitiativen dargestellt.

Die Indonesierin Ina Musairi arbeitet seit 5 Jahren in Nichtregierungsorganisationen (NROs) in Java. Zuletzt hat sie 3 Jahre als Sozialarbeiterin dörfliche Profekte geleitet. Sie hat viel Erfahrung und persönliche Kontakte zu lokalen Fraueninitiativen. Bärbel Epp ist Studentin an der Uni Oldenburg und hat während eines 5 monatigen Praktikums in einer indonesischen NRO mit Ina zusammengearbeitet.

Die Referentinnen halten im Rahmen einer groß angelegten Unterstützungsaktion Vorträge in verschiedenen Städten in Deutschland. Honorare und Spenden kommen den vorgestellten Fraueninitiativen direkt ohne bürokratischen Aufwand zugute.


Autonomes Mädchenhaus Oldbg. e.V. auf Haussuche

Eine Zufluchtstätte zu errichten plant das Autonome Mädchenhaus Oldenburg e.V.. Mädchen und junge Frauen zwischen 14 und 21 Jahren, die sich in akuter Not befinden, sollen hier rund um die Uhr Schutz und Hilfe finden. Um die sozialpädagogische Kriseneinrichtung zu realisieren, sucht der Verein ein geeignetes Haus zu Miete. Vorgesehen sind: Sechs Übernachtungszimmer, eine Wohnküche, ein Gruppenraum, ein Büro und ein Beratungszimmer , sowie die sanitären Räume. Wenn eine(r) ein geeignetes Objekt weiß, würden wir uns über eine Benachrichtigung unter der Tel.Nr. 7780494 freuen.

Das Mädchenhaus ist weiterhin auf Spenden angewiesen.(LzO, Kto. 021 135041, BLZ 28050100)


Ems wird ausgebaggert

Ein paar Tage zu spät kam der Einspruch von 19 Antragstellern gegen die Ausbaggerung der Ems auf eine Tiefe von 7,30m. Seit Dezember 1993 kann nur noch innerhalb eines Monats, nachdem die Anordnung zur sofortigen Vollstreckung ergangen ist, Einspruch gegen derartige Vorhaben erhoben werden. Dieses sieht das Planungsvereinfachungsgesetz für Verkehrswege vor. Damit hat die Meyer-Werft ihr Ziel erreicht, wegen eines Schiffes einen Fluß zu vertiefen zu lassen und einer der letzten naturnahen Ströme Deutschlands zu zerstören.


Obdachlose machen Zeitung

Seit September gibt es in Hannover, wie bereits in Hamburg, eine Zeitung, die von Obdachlosen geschrieben, gestaltet und verkauft wird. "Asphalt" erscheint es in einer Auflage von 50000 Exemplaren und ist für 1,50 DM in Hannovers Fußgängerzonen zu bekommen. Für jedes verkaufte Exemplar erhält der oder die Verkaufende 1 DM Entgeld. Thematisiert werden in dieser Publikation vor allem Themen über Obdach-, Erwerbslosigkeit und andere soziale Belange. Initiiert wurde das Projekt vom Diakonischen Werk und der H.I.O.B.; Adr.: Lister Meile 9, 30161 H, Tel.: 0511/313162


Senat übt Rache

Einrichtungen, die zu Demonstrationen gegen die Einheit aufgerufen haben und öffentliche Fördergelder erhalten, sollen im kommenden Haushalt der Stadt Bremen nicht mehr berücksichtigt werden. Dieses forderten sowohl CDU als auch Teile der SPD. Derzeit erarbeitet Innensenator von Nispen eine Liste der Gruppen, die der Szene zugeordnet werden. Auf einer Liste, die die CDU bereits vorlegte, sind interessanterweise hauptsächlich Frauengruppen zu finden.


Illegaler Bundeswehr

Streit gibt es über die Rechtswidrigkeit der Unterstützung, die die Bundeswehr der Polizei bei der Errichtung von Stacheldrahtba rrieren und Druckgittern während der Demonstrationen am 3.10. gab. Sogar Bundespräsident Herzog ist der Ansicht, daß die Notstandsgesetzgebung (Artikel 87a GG) sehr eng auszulegen ist. Darin heißt es, daß "die Bundeswehr im Inland nur zur Abwehr einer drohenden Gefahr für den Bestand oder die freiheitliche Grundordnung des Bundes oder eines Landes zuläßig ist, wenn Polizei und Bundesgrenzschutz nicht ausreichen."


Städt. Altenheim gerettet?

Das Diakonische Werk hat Interesse an der Übernahme des Altenheims am Schützenweg bekondet und ein Konzept zum Weiterbetrieb vorgelegt. Für Erweiterung, Sanierung und den Bau von Appartements für "Betreutes Wohnen" plant sie Investitionen von bis zu 20 Millionen DM. Konkurrierend hat sich der Oldenburger Wohnstift e.V. beworben. Er würde einen Neubau an anderer Stelle bevorzugen und die alten Menschen aus ihrer gewohnten Umgebung herausreißen wollen. (Wir berichteten in Nr. 6/94). Auf der kommenden Ratssitzung, am 17. Oktober, (18h PFL), könnte eine Entscheidung fallen. Die CDU will beantragen, den Verkauf an die Diakonie vorzubereiten.


Computerspiele mit TÜV-Siegel

Künftig sollen Computerspiele ein TÜV- Siegel erhalten. Das vereinbarten der Bundesverband der Unterhaltungssoftware Deutschland (VUD) und der Berliner Förderverein für Jugnd- und Sozialarbeit (FJS) in Berlin. Die Aufgabe besteht darin, Computerspiele auf gewaltverherrlichende, rassistische, frauenverachtende und politisch-totalitäre Inhalte zu prüfen und eine Altersfreigabe nach dem Jugendschutzgesetz zu geben. Die Prüfsiegel werden ab diesem Monat auf den Verpackungen stehen.

Hinten an die KB: 7 Geschosse fuer Uni-Hotel:


Inzwischen kamen jedoch Zusagen aus Hannover. Wie der Landtagsabgeordnete Wolfgang Wulf (SPD) mitteilte, ist das Hörsaalzentrum in den 24. Rahmenplan für den Hochschulausbau aufgenommen worden. Damit könne der 21-Millionen-Bau 1995 begonnen werden. Ob der Hotelkomplex durch die Landesfinanzierung überflüssig geworden ist, konnten wir bis Redaktionsschluß nicht in Erfahrung bringen.


Falken-Ferienfreizeit:"Ausbeutung 3.Welt"

Für Jugendliche bietet die Sozialistische Jugend Deutschlands-Die Falken eine Ferienfreizeit vom 20. bis zum 25.10. im schleswig-holsteinischen Niendorf am Timmendorfer Strand an. Beschäftigen werden sich die TeilnehmerInnen mit dem Thema "Ausbeutung der Dritten Welt". Der Hintergrund der Problematik soll hier im Vordergrund stehen. So sind u.a. zu den Bereichen "Sextourismus", "Pharmaindustrie" sowie "Kaffee" Arbeitsgruppen geplant. Hierzu gibt es anschließend ein "Planspiel". Im zweiten Teil des Seminars werden fachkundige Referenten über die Folgen der Ausbeutung Vorträge halten. Flüchtlinge, Umweltzerstörun g und Drogen werden hier als Themen im Mittelpunkt stehen.

Auch Freizeitaktivitäten sollen in diesen fünf Tagen nicht zu kurz kommen. Die abwechslungsreiche Umgebung an der Ostseeküste bietet sich dazu an. Desweiteren steht eine Tagesfahrt nach Lübeck mit einer alternativen Stadtführung im Plan.

Anmeldungen sind in der Oldenburger Geschäftsstelle der SJD-Die Falken unter Telefon 38 11 80 möglich.


BRD gegen Mineneinschränkung

Die Bundesrepublik setzt - gemeinsam mit Frankreich - weiter auf Minen aller Art und zu jeder Zeit. Dem Vorschlag der USA und anderer westlicher Staaten, Anti-Personen- Minen nur noch in bewachten und markierten Gebieten, also etwa zum Schutz von Grenzen oder militärischen Anlagen, einzusetzen, hat sich die deutsche Delegation auf der am 18. August zu Ende gegangenen Genfer Vorbereitungstagung für die "Konferenz zur Revision der Konvention über Verbot und Beschränkung beim Gebrauch bestimmter konventioneller Waffen" widersetzt.

Ob es unter diesen Umständen überhaupt noch zu einer Neufassung der auch als "Minen- Protokoll" bekannten UN-Konvention kommt, ist fraglich. Aber selbst noch dieser Möglichkeit will Deutschland offenbar vorbeugen und hat sich deshalb bereits jetzt für eine Erschwerung der Verifikation künftiger Vereinbarungen stark gemacht: Nur noch bei Konsens im zuständigen Staatenausschuß sollen Inspektionen stattfinden können, um Verstöße gegen Export- oder Anwendungsbeschränkungen zu untersuchen.

Trotz heftiger Kritik aus der Gruppe "NATO und Skandinavien" blieben die Bonner Delegierten hart. Ein seltenes Beispiel von Arroganz und Verlogenheit eines Landes, das in den Weltsicherheitsrat aufgenommen werden will.

Erst kürzlich hatte die Bundesregierung publicity-trächtig ein Exportmoratorium für Anti-Personen-Minen verkündet, wohlwissend, daß solche Minen von der deutschen Rüstungsindustrie kaum hergestellt werden. Die ist allerdings damit beschäftigt, neue Generationen technologisch fortgeschrittener Minen inklusive dazugehörender Verlegesysteme zu entwickeln und zu produzieren.

Nur Mexiko und Schweden haben für ein generelles Anwendungsverbot von Minen gestimmt. Alle anderen Länder bekundeten offen den Willen, Anti-Personen-Minen einzusetzen.

Doch der von medico-international gestarteten "Internationalen Landminen-Kampagne" ist es gelungen, eine breite \ffentlichkeit über Ausmaß und Konsequenzen der weltweiten Minenverseuchung herzustellen. Wer diese Arbeit unterstützen oder Infos haben will, wende sich an medico-international, Obermainanlage 7, 60314 Frankfurt/M., Tel. 069/94438-0 (Fax: 069/436002).


Bildungsurlaub im Ausland

Das Bildungsurlaubs-Programm der Akademie für Weiterbildung mit mehr als 200 Bildungsurlaub en insbesondere in Südeuropa mit dem Schwerpunkt "\kologie und Umweltschutz im Ausland" kann jetzt unter Tel. 0130-84 11 48 (zum Nulltarif) oder über das Postfach 11 23 in 26122 Oldenburg bestellt werden.


NDR-Aktion "Niedersachsen für saubere Umwelt"

findet vom 29.10. bis zum 6.11. statt. NDR1 Radio Niedersachsen berichtet über die Aktionen in den Gemeinden. Wer teilnimmt, kann sich seine/ihre Teilnahme auf einer speziellen Postkarte durch die Stadt bestätigen lassen und an einer Verlosung teilnehmen (Sach- und Geldpreise, VW "\ko- Golf"). In Oldenburg ist eine Müllsammelaktion durch Vereine geplant. Die Stadt wünscht laut Pressemitteilung, daß noch mehr Vereine mitmachen, damit Oldenburg "nach der Aktionswoche blitzsauber ist" (Infos bei der Abfallberatung unter Tel 235-2416). Ein schöner billiger Ersatz für eine Verkehrsvermeidungs- und Umweltpolitik! Aber wir wollten doch schon längst mal den Stachel-Keller ausmisten - könnten wir so vielleicht mit einem Preis das Stachel- Defizit sanieren?


Amalgam

Neue Selbsthilfegruppe in Gründung. Kontakt: BEKOS, Tel Ol 88 48 48.


Selbsthilfegruppe zur Alltagsbewältigung

Eine neue Selbsthilfegruppe für Menschen, die durch gemeinsame Gespräche den Alltag wieder selbstbewußter gestalten wollen, soll gegründet werden.

Viele Menschen, die mitten im Leben stehen, haben plötzlich und ganz unerwartet eine Krise zu bewältigen: Schwierigkeiten in der Partnerschaft, ein Kind stirbt, Trennungsängste, aber auch ganz alltägliche Lebensprobleme wie der Streß am Arbeitsplatz können die bisherige Lebensplanung durcheinander bringen. Da kann eine Gruppe Gleichbetroffener häufig Stütze sein und Anstöße für eine Neuorientierung geben.

Menschen, die sich angesprochen fühlen, können sich an die Beratung- und Koordinationsstelle für Selbsthilfegruppen (BeKoS, Tel. Ol 884848) wenden.


Selbsthilfegruppe für Menschen mit Psychosen

Für viele bedeutet ein Leben mit Psychosen ein Rückzug in die Innerlichkeit. Ein Leben in Anonymität und selbstauferlegter Isolation kann diesen Rückzug verstärken. Ein möglicher Ausweg kann dabei der Schritt in eine Selbsthilfegruppe sein. Im gemeinsamen Gespräch in einer Gruppe können die erlebten Einschränkungen verändert werden. Dabei hilft die Wahrnehmung der Gefühle und das Vertrauen in einer Gruppe Gleichbetroffener.

Um eine gemeinsame Arbeit in dieser Selbsthilfegruppe zu ermöglichen, ist für Interessierte Therapieerfahrung nötig. Menschen mit abgeschlossener oder laufender Therapie, die in dieser Gruppe mitarbeiten möchten, können sich an die Beratungs- und Koordinationsstelle für Selbsthilfegruppen wenden unter Tel. Ol 88 48 48.


Klimaerwärmung

Der UNO-Bericht für die Berliner Gespräche über eine Verschärfung der Klimakonvention im Frühjahr 1995 liegt vor. Der Internationale Klima-Beirat der UNO warnt dort vor den katastrophalen Folgen, falls die Emission schädlicher Treibhausgase nicht deutlich vermindert wird. Die Forscher betonen, daß allein der Mensch für die Erwärmung verantwortlich sei und nicht Vulkane oder Veränderungen der Sonnenenergie. Falls vor allem CO2-Emissionen nicht drastisch gesenkt werden würden, würden die durchschnittlichen Temperaturen bis zum Ende des nächsten Jahrhunderts voraussichtlich um zwei bis vier Grad steigen . Was das bedeutet, ist lange bekannt: eine katastrophale und völlige Veränderung der \kologie der Erde, eine Erhöhung des Meeresspiegels und ein Absaufen von Bangla-Desh, eine Nordseeküste unterm Riesendeich, Wetterveränderungen mit Häufungen von Stürmen, ein Austrocknen der Böden usw. Die Szenarien in dem UNO-Bericht beruhen auf jüngsten Ergebnissen weltweiter Klimaforschung. Danach ist auch das Methangas, das vom Vieh ausgeschieden wird und bei Müllverbrennung entsteht, weitaus schädlicher als bisher angenommen. Festgestellt wurde auch, daß der weltweite Ausstoß von Kohlendioxid seit Ende 1993 wieder zugenommen hat.

Wie die Lemminge streben die Menschen bisher der Vernichtung der für sie lebensnotwendigen Umwelt entgegen, und die RegierungspolitikerI nnnen führen sie dabei an. Die Bonner Koalition betreibt ungehemmte Wachstumspoliti k im Standort Deutschland, doch auch der SPD scheint der Standort Erde ziemlich egal zu sein. Wahlen ändern daran wohl kaum etwas, allein eine breite Bewußtseinveränderung und wirksame Aktionen werden die rasende Fahrt verlangsamen und stoppen können.


Krümmel wieder am Netz!

Nun "arbeitet" er also wieder, der Strahle- Reaktor von Krümmel. Die Kieler SPD-Regierung meinte, sie könnte ein weiteres Betriebsverbot nicht durchhalten. Allgemein war schon immer bekannt, daß Atomkraftwerke auch im Normalbetrieb die Menschen verstrahlen - eine Abgabe von Radioaktivität im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben im Jahresdurchschnitt war schon immer erlaubt. Im Falle von Krümmel haben wir die zu vermutenden Folgen der Verstrahlung der Menschen nun auch statistisch belegt: Der Bremer Wissenschaftle r Eberhard Greiser zeigt in einer Studie auf, daß in den Kreisen Lauenburg, Harburg und Lüneburg im Vergleich zum Saarland das Risiko von Leukämie-Erkrankungen um 15 Prozent höher ist. Fünf Kilometer um den Reaktor sei das Leukämie-Risiko für Menschen unter 65 Jahren mit 51 Fällen in zehn Jahren sogar um 78 Prozent größer. Noch schlimmer sehe es bei der chronisch-myeoloischen Leukämie aus, von der MedizinerInnen annehmen, daß sie in hohem Maß strahlungsbedingt auftritt: In der direkten Umgebung des Reaktors ist das Erkrankungsrisiko sogar um 94 Prozent höher, in den drei Landkreisen dagegen um ein Drittel geringer als im Saarland. Da es jedoch viele Ursachen für Krebs geben und der jeweilige Auslöser nie genau nachgewiesen werden kann, betont Greiser, daß seine Studie nicht als Nachweis eines Zusammenhanges zwischen möglichen Emissionen eines Atomkraftwerkes und den Krebserkrankung en interpretiert werden könne.


Westliche Atomreaktoren nicht besser als östliche

Zu diesem Ergebnis kamen Experten mehrerer Umwelt- und Anti-Atom-Organisationen bei der Zusammenstellung einer Datenbank über Unfälle in den 416 weltweit arbeitenden Atomkraftwerken. Die Datensammlung umfaßt 1500 Störfälle aus den letzten fünf Jahren. Heinz Högelsberger, Atom-Experte von Greenpeace \sterreich, sagte im September in Wien:"Tatsächlich treten im Westen vergleichbare Probleme mit Elektronik, Brandschutz und Materialermüdung auf wie bei den östlichen AKWs." Das Engagement von Siemens u.a. bei der Sanierung östlicher Reaktoren diene vor allem "der Sanierung der Firmen selbst".

Ein Vergleich von Störfällen in sowjetischen wassergekühlten WWR-Reaktoren mit solchen in AKWs der Firma Westinghouse zeige, daß die Steuer- und Kontrollsysteme beider Typen für denselben Pannenanteil von 18 Prozent verantwortlich seien. Auch die Zahl der gravierenden Störfälle pro Jahr sei ähnlich hoch.


Bonn bürgt für Militärexport in Türkei

Nun hat's die Bundesregierung auch einmal offiziell bestätigt: Sie sei bereit, die Lieferung von zehn Hubschraubern und 115 Sattelschleppern für Panzertransporte an die Türkei mit Hermes-Bürgschaften über 120,7 Millionen DM abzusichern. Die Sattelschlepper und Mehrzweck-Hubschrauber des Typs BK-117 seien zwar auch militärisch verwendbar, aber kein Militärgerät im engeren Sinne. Die Menschen in den niedergemachten Dörfern Kurdistans werden Schwierigkeiten haben, diese feine Differenzierung nachzuvollziehen. ..


Weniger Fleisch in deutschen Bäuchen

Die Deutschen essen von Jahr zu Jahr weniger Fleisch. 1993 sei der Fleisch-Verzehr im Vergleich zum Vorjahr pro Kopf um 700 Gramm auf 94,9 Kilogramm gesunken, berichtet die Bonner Zentrale Markt- und Preisberichtstelle (ZMP). Doch der Rückgang sei geringer als in den Vorjahren. 1990 aß eine deutsche Person 102,1 Kilogramm Fleisch. 1993 kam wieder das meiste Fleisch vom armen Schwein. Dessen Verkauf hat sogar um 700 Gramm auf 56,4 Kilogramm zugenommen! Der Grund: schweinebillig aus Mastboxen, siehe Oldenburger Güllezone. Für 1994 wird mit einem Minus von 1,1 Kilogramm gerechnet.


Wagenburg (war) am Arbeitsamt

Mit den Stimmen von SPD und Grünen hat der Verwaltungsausschuß gegen CDU und FDP die Verwaltung aufgefordert, den Wagenbürgern entsprechend eines früheren Ratsbeschlusses ein Gelände zuzuweisen. Die Wagenburg soll auf dem Gelände des ehemaligen Schlachthofes am Stau untergebracht werden. Eine Muster- Satzung aus Lüneburg ist beigefügt. Wandscher erklärte den Beschluß für rechtswidrig und legte Einspruch ein. Er sagte, er werde während des Streits den Wagemutigen keinen Zutritt zum Stau-Gelände gewähren und sie auch nur so lange auf dem Parkplatz am Arbeitsamt dulden, wie sie ihre Parkgebühren bezahlten. Da spricht der pure Neid...


Der Stachel ist fertig

und die Redaktuere auch - und zwar mit den Nerven. Dieses Wochenende haben sich vier lichtscheue Gestalten in den Stachel-Keller verkrochen, um Artikel zu schreiben, zu tippen, zu setzen und zu kleben. Die Recherchen haben die letzten Wochen in Anspruch genommen (Behörden sind doch sehr pressefreundlich, d.Tipper - schlechter Witz, d.Setzer). Nun bangen sie um das wohlwollende Urteil der LeserInnen...


Diese Veröffentlichung unterliegt dem Impressum des Oldenburger Stachel.