Oldenburger STACHEL Nr. 1/95

Newroz 1995

AUFRUF ZUR MITARBEIT

Erstmals verhandelt die Europäische Menschenrechtskommission in Straßburg konkrete Beschwerden gegen die Türkei. Es geht um die Verurteilung einer unmenschlichen Politik mit dem Ziel, ihr Einhalt zu gebieten. Im März 1994 beobachteten über 200 Vertreter und Vertreterinnen unterschiedlichster gesellschaftlicher Gruppierungen aus der Bundesrepublik das kurdische Newrozfest und die türkischen Kommunalwahlen.

Alle dabei ermittelten Beweise, daß bei der Verfolgung der Kurden auch deutsche Waffen zum Einsatz kommen, wurden von der Bundesregierung ignoriert. Bonn steht dem türkischen Staat weiterhin mit Waffenhilfen zur Seite. Zusammen mit dem Newrozbüro und den kurdischen Menschenrechtsvereinen des IHD ruft medico international erneut zu Delegationen nach Kurdistan auf. Aus Solidarität mit den verfolgten Journalisten, Menschenrechtlern, Ärzten, Anwälten, Politikern, Gewerkschaftlern und allen Menschen in Kurdistan. Gesucht werden:

· Spezialisten, die das türkische Sonderrecht und die kurdischen Verhältnisse beherrschen,

· Forensiker, die chemisch-toxikologische Untersuchung machen können,

· Pathologen und Mediziner, die Leichname und Wunden begutachten können,

· Vertreter von Organisationen, die über ihre Verbände Öffentlichkeit herstellen können,

· Journalisten und Medienvertreter,

· Gewerkschaftler, Lehrer und andere Berufsfachgruppen

· öffentliche Personen, deren Namen Gewicht haben,

· Fotografen und Filmemacher

Das Ziel ist eine möglichst lückenlose und umfassende Dokumentation der staatlichen Verbrechen gegen die kurdische Bevölkerung, mit deren Hilfe eine demokratische Lösung für Kurdistan politisch durchgesetzt werden kann.

Einzelpersonen und Initiativen sowie Vertreter von Berufsfachgruppen wenden sich bitte an:

NEWROZBÜRO 1995,
Obermainanlage 7, 60314 Frankfurt,
Tel.: 069/43 66 12 (Di-Mi: 10-17 Uhr)

oder in Oldenburg an:

R.H. Kühnrich
Am Festungsgraben 10
26135 Oldenburg
Telefon/Fax 0441/ 1 56 62


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