Oldenburger STACHEL Nr. 6/95

Radtour zum AKW Esenshamm

Wer die Auseinandersetzungen um den CASTOR-Transport von Gorleben nach Phillipsburg miterlebt oder in den Medien verfolgt hat, hat gespürt, welche Power die Anti-AKW-Bewegung dort entwickelt hat.

Es kommt jetzt darauf an, aus dem "lokalen Problem" (Zitat Schröder) einen Flächenbrand zu machen, denn letztendlich geht es um die Stillegung aller Atomanlagen. Deshalb wollen wir dort ansetzen , wo der Atommüll produziert wird, am AKW Esenshamm.

Esenshamm ist "unser" AKW

Esenshamm liegt näher, als wir denken, und wir ahben mehr damit zu tun, als wir meinen.

70% des Stroms in Oldenburg von der EWE kommt aus Esenshamm. Der Bundesdurchschnitt liegt bei ca. 30% Atomstrom.

Oldenburg liegt ca. 30 km vom AKW entfernt. Das ist zwar für unsere Radtour ganz praktisch, denn wir brauchen dann nicht ganz so weit zu fahren; für den Fall einer Katastrophe in Esenshamm aber liegen wir ungünstig dicht dran, d.h. je nach Wind in der Katastrophenzone 1. Mehrmals jährlich rollen hochradioaktive Atomtransporte von Esenshamm zur Wiederaufbereitungsanlage nach Sellafield. Sie enthalten den Atommüll. Allein für den nach Oldenburg gelieferten Strom sind 720 Kubikmeter Atommüll entstanden, jährlich kommen 48 Kubikmeter hinzu.

AKW Esenshamm: legal, illegal, scheißegal..???

Der Widerstand gegen das AKW Esenshamm ist in den letzten Jahren vor allem auf der juristischen- und der Verwaltungsschiene gelaufen. Eigentlich erfolgreich, denn heute ist Esenshamm illegal in Betrieb. Spätestens 1983 hätte ein Kühlturm errichtet werden müssen. Da diese Auflage von der Aufsichtsbehörde nie durchgesetzt wurde, steht der Kühlturm bis heute noch nicht. Kann er auch nicht, denn der Untergrund, Marschland, würde unter dem zu großen Gewicht nachgeben.

Des weiteren wurden am AKW technische Mängel festgestellt, die nicht nachzurüsten sind, d.h. letztendlich zu einer Stillegung führen müßten. Daß aber diese Tatsachen alleine bisher noch nichts in die Richtung einer Stillegung vom AKW Esenshamm bewirkt haben, zeigt mal wieder, daß sich ohne den Druck der Straße, ohne eine breite Öffentlichkeit in diesem Lande nichts verändert. (Auch bei einer rot-grünen Landesregierung nicht..!)

Dann schalten wir`s eben selbst ab!

Die Radtour ist als Auftaktaktion für ein weiteres Vorgehen gegn das AKW Esenshamm gedacht.

Neben einem Kennenlernen der Örtlichkeiten, einer Aktion (vielleicht ein Frühstück auf den Gleisen...?), einer Infoveranstaltung zum AKW und dem Widerstand dagegen, und, und, und, wollen wir das weitere Vorgehen mit den verschiedenen anwesenden Menschen (aus Oldenburg, Bremen, Bremerhaven... und natürlich der Wesermarsch) diskutieren. und natürlich der Wesermarsch) diskutieren.

Radtour nach Esenhamm

Samstag, 24. Juni

14.00 Uhr: Abfahrt und Auftaktaktion in Oldenburg auf dem Julius-Mosen-Platz bei der EWE

abends: Infoveranstaltung in Rodenkirchen (dort, wo wir auch zelten), Film

Sonntag, 25.Juni:

morgens: Aktion beim AKW

danach: Diskussion und Heimfahrt

Mitzubringen sind: Fahrrad, Schlafsack. Isomatte, Zelt, Geschirr, gute Laune, und was ihr so an an Jonglierkram, Farbe usw. gebrauchen könnt. Zelten können wir zentral in Rodenkirchen auf einer Wiese. Sanitäre Einrichtungen sind vorhanden, ebenso Räumlichkeiten für die Infoveranstaltung und den Film. Wir werden versuchen, Verpflegung für alle zu organisieren.

OlgA

OrganisatorInnen: OlgA (OldenburgerInnen gegen Atomkraft, Kaspersweg ???, Tel.: 53121), JUB (Jugendumweltbüro Tel.: 15878), Oldenburger Energierat e.V., Graswurzelgruppe Oldenburg, AK Wesermarsch e Oldenburg, AK Wesermarsch

Spenden bitte an: S. Schneider, Kto. 17183815, Blz. 28050100, Stichwort Esenshamm


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