Oldenburger STACHEL Nr. 6/95

Feuilleton:

NDR 3 präsentiert junge Künstler live

In der letzten Sendung vor der Sommerpause präsentierte NDR 3 in der Reihe "NDR 3 - Start/Junge Künstler live" am 27. Mai 1995 vor fast ausverkauftem Haus in der Hochschule für Musik und Theater Hamburg ein abwechselungsreiches Programm von Jazz über Klassik bis Chansons. Kraftvollem Bigband-Sound des Landes-Jugend-Jazz-Orchester Hamburg folgte eine Suite des "kreativen Jazztrios" Triocolor (Klavier, Kontrabaß, Schlagzeug). Der Jazz-Chor der Hochschule für Musik und Theater Hamburg glänzte mit Jazz-Gesang unterstützt von einigen Bläsern ebenso wie der 16-jährige Severin von Eckardstein am Klavier und der Finalist des "Ralph Benatzky Chanson Wettbewerbs" Lukas Höfling mit drei Eigenkompositionen. Den Abschluß bildete nochmals das Jazz-Orchester.

NDR 3 leistet mit dieser Reihe Talentförderung, die nach Ansicht des Direktors der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, Prof. Dr. Rauhe, "internationale Maßstäbe" setzt. In 28 Folgen haben rund 1600 junge Künstlerinnen und Künstler die Möglichkeit erhalten, sich zu präsentieren und auf sich aufmerksam zu machen. Nicht selten stellte der Auftritt in dieser Reihe einen der wichtigen Punkte auf dem Weg "nach oben" dar, so die Einschätzung von Moderator Rainer Wulff, der zusammen mit Kerstin Janse diese Reihe begleitet.

Die beiden größeren Vereinigungen, das Landes-Jugend-Jazz-Orchester und der Jazz-Chor der Hochschule, sind mittlerweile auch schon über die Stadtgrenzen Hamburgs hinaus bekannt. So absolvierte das Jazz-Orchester unter Leitung von Prof. Jochen Arp vor wenigen Wochen ein Frankreich-Gastspiel und soll beim Kirchentag in Hamburg am Eröffnungstag auftreten. Der Jazz-Chor produzierte unter der Leitung von Prof. Christoph Schönherr schon desöfteren Arrangements für den NDR. Auch das Jazz-Trio Triocolor konnte schon internationale Preise gewinnen. Severin von Eckardstein ist Stipendiat der Jürgen Ponto-Stiftung und auch Lukas Höfling hat schon beachtliche berufliche Erfolge vorzuweisen.

Dennoch ist das Konzert als Talentförderung im größeren Sinne zu verstehen, da aufgrund der besonderen Reichweite des Rundfunks natürlich auch ein besonderer Grad an Aufmerksamkeit erreicht werden kann. Die bunte Mischung des Programms vermied Konkurrenzsituationen zwischen einzelnen Teilnehmern und ermöglichte damit allen, sich zu beweisen. So wurde der Konzertabend ein voller Erfolg und läßt auf weitere hoffen. Die nächste Live-Sendung wird am 28. Oktober 1995 wiederum in Hamburg produziert.

Sebastian Weber


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