Oldenburger STACHEL Ausgabe 11/96     Seite 5
 
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Inhalt dieser Ausgabe
 

(Fast) alles Essen: Jod, Jod, Jod

Eingriff ins Grundrecht aus Therapiefreiheit

Kann es das geben: Jodmangelversorgung? Vorweg: Hier ist nicht der Schwarzwald! Meine Großmutter kam aus dieser Region. Sie jedenfalls hat nie Jodsalz an ihre Speisen getan. Ein stolzes Alter hat sie trotzdem ohne Mangelerscheinungen erreicht. Seit kurzer Zeit jedoch scheint dies nicht mehr wahr zu sein. Kaum ein Griff in den Kühltresen, kaum ein Einkauf bei der BäckerIn oder beim Fleischer, bei dem nicht Lebensmittel mittels Jodsalz produziert zu Tage treten. Dabei war es doch schon so schwer für die BiofleischerInnen, das olle Nitritpökelsalz wegzulassen.

Gleichzeitig mehren sich die Berichte, daß Menschen durch ein zuviel an Jod krank werden. Kann es das geben: Jodüberversorgung? Der Toxikologe Prof. Dr. Louis Lewin berichtete bereits 1929: "Der dauernde Gebrauch von Halkajod, dem jodhaltigen Siedespeisesalz, an Stelle des gewöhnlichen Speisesalzes, rief wiederholt bei Strumösen (Kropfbildung) schwere Vergiftung hervor: hohe Pulszahl, vasomotorische Erregbarkeit, Schweiße, Tremor, psychische Labilität, Glykosurie, Albuminuurie, Azetonurie, Verminderung der Zahl der roten Blutkörperchen."

Besonders ärgerlich ist aber die Bevormundung: Oftmals nicht ausgewiesen, erwerbe ich statt eines Lebensmittels eine organische Substanz, die den Charakter eines Medikamentes hat. Dies betrachte ich als einen Eingriff in meine Grundrechte! Denn ich habe das Recht, allein darüber zu entscheiden, welche Therapie an mir durchgeführt wird. Wer meint, etwas gegen vermeintlichen Jodmangel tun zu müssen, möge sich Jodtabletten kaufen oder dieses berüchtigte Jodsalz. Mein Essen soll medizinfrei sein!

Wer Interesse daran hat, sich über diese Thematik auszutauschen oder eventuell gemeinsam aktiv zu werden, spende Telekom ein paar Groschen und wähle OL 384756 oder 04407/424 (Vorsicht, elektronische Schnatterbüchsen).

Gerold Korbus


Diese Veröffentlichung unterliegt dem Impressum des Oldenburger Stachel. Differenzen zur gedruckten Fassung sind nicht auszuschließen.
Nachdruck nur mit Quellenangabe, Belegexemplar erbeten.

 

 
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