Oldenburger STACHEL Ausgabe 3/97      Seite 11
 
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Safer, Seehofer!

Die Oldenburgische AIDS-Hilfe e.V. lehnt die geplanten Sparmaßnahmen von Bundesgesundheitsminister Horst Seehofer entschieden ab. Trotz großer Fortschritte in der medizinischen Forschung im Bereich AIDS ist und bleibt AIDS eine unheilbare, tödlich verlaufende Infektionskrankheit. Der einzig wirksame Schutz ist Safer Sex und Safer Use, z.B. durch Verwendung steriler Einwegspritzen. Daher hat die Oldenburgische AIDS-Hilfe auf der Mitgliederversammlung am 9. Februar nebenstehende Resolution gegen die geplanten Sparmaßnahmen verabschiedet.

Die AIDS-Hilfe befürchtet, daß die geplanten Mittelkürzungen von Ländern und Kommunen zum Anlaß genommen werden könnten, um in diesem Bereich zu sparen. Damit würde die bisher erfolgreich verlaufene Präventionsarbeit erschwert oder gar zunichte gemacht werden. Ein Nachlassen auf diesem Gebiet würde für die Zukunft eine fatale Welle der Neuinfektionen mit dem HI-Virus bedeuten.

Gisa Winkler, Vorstandsmitglied der AIDS-Hilfe betont, daß "der Bedarf an qualifizierter Fortbildung sowohl auf medizinischem als auch auf sozialrechtlichem Gebiet durch neue Therapiemöglichkeiten eher größer geworden ist." Die AIDS-Hilfe ist auf fachliche Hilfe im Interesse aller Menschen, sowohl der HIV-infizierten als auch der nicht infizierten angewiesen. Gisa Winkler ergänzt, daß sie "ohne Aus- und Fortbildungsmaßnahmen sowie der Materialien der Deutschen AIDS-Hilfe bald weitgehend arbeitsunfähig" seien.

Eine große Gefahr sieht die oldenburgische AIDS-Hilfe in vonw einigen Politikern und Medien geschürten Entwarnungsphantasien. Diese rufen in Teilen der Bevölkerung eine gewisse Gleichgültigkeit für das Thema hervor. Mangelndes Selbstbewußtsein und Gleichgültigkeit gegenüber AIDS bieden dem Virus besten Nährboden.

Oldenburgische AIDS-Hilfe e.V., mgs


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