Oldenburger STACHEL Ausgabe 12/00     Seite 11
 
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Inhalt dieser Ausgabe
 

Die Themen:


Datenschutz: Bald Speicherung von Weblogs verboten?

Die Mitprotokolierung der Zugriffe auf Webseiten könnte in Zukunft rechtlich eingeschränkt werden. Beim Besuch einer WWW-Seite wird so gut wie immer mitprotokolliert, von welchem Rechner welche Seitenanfrage zu welcher Uhrzeit kam und ob diese erfolgreich war. Aus der so entstehenden langen Liste können Zugriffsstatistiken auf WWW-Seiten erstellt werden und bei kommerziellen Angeboten Werbepreise berechnet werden.

Der Zeitschrift Market zufolge betrachten Datenschützer die Namen bzw. Nummern, unter der ein Rechner im Netz bekannt ist, als personenebezogene Daten. Die Weitergabe und Speicherung dieser Daten ohne die ausdrückliche Zustimmung der Surfer sei ein Verstoß gegen einschlägige Rechtsvorschriften. "Das ist schlicht eine Straftat", so der Berliner Beauftragte für den Datenschutz, Professor Hansjürgen Garstka.

Man könne nicht in jedem Einzelfall entscheiden, ob der Computer-Adresse auch Informationen über den tatsächlichen Nutzer beigemengt würden, so Garstka. Schon das Eintippen einer E-Mail-Adresse auf einer Website reiche aus, um den Bezug zwischen einem Anwender und der Internet-Adresse seines Computers herzustellen.

Zugestanden wird den Providern von Seiten des Datenschutzes lediglich die kurzfristige Speicherung der Verbindungsdaten zu Abrechnungszwecken zu. Da bislang nur Betroffene selbst einen Strafantrag stellen können und viele gar nicht wissen, was beim Surfen gespeichert wird, droht den Web-Anbietern wenig Gefahr. Mit der für das Frühjahr 2001 erwarteten Änderung des Bundesdatenschutzgesetzes sollen auch die Aufsichtsbehörden gegen Verstöße vorgehen können. Welche konkreten Auswirkungen das auf die Protokolldateien hat, bleibt zunächst noch abzuwarten.


Irre: 370 Landfriedensbrüche?

Wie im letzten Stachel berichtet, hat hat die Polizei am 21.10. in Dortmund zahlreiche Menschen "in Gewahrsam genommen", die gegen einen NPD-Aufmarsch protestieren wollten. Nun sollen 370 Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruch eingeleitet worden sein. Landfriedensbruch sei es bereits, wenn aus einer Menge heraus Gewalttätigkeiten passieren und man sich nicht rechtzeitig entferne. Wir erwarten nun gespannt Massenverhaftungen auf dem Oldenburger Kramermarkt - schließlich soll es auch dort schon zu Gewalttätigkeiteiten gekommen sein... In Dortmund hat derweil Christian Worch für den 16.12. schon wieder einen NPD-Aufmarsch angemeldet. Die Polizei sieht keine Veranlassung, ihn zu verbieten.


Öffentliche Dia-Show gegen Abschiebungen

Am Freitag, den 8. Dezember, ab 16.00 Uhr wird das Bündnis gegen Abschiebung Hannover am Schillerdenkmal in der Georgstraße Ecke Schillerstraße im Rahmen einer Kundgebung eine Dia-Show gegen Abschiebungen vorführen. Wie an anderen Orten der Bundesrepublik auch, wird im Rahmen einer Kampagne der Initiative "kein mensch ist illegal" die Rolle der Lufthansa bei Abschiebungen über den Luftweg angeprangert. Es werden Plakate von KünstlerInnen gezeigt werden, die den Zusammenhang zwischen Abschiebungen und Profit, in dem die Lufthansa verwoben ist, darstellen.

Das Bündnisses gegen Abschiebung verweist darauf, daß jedes Jahr aus Niedersachsen rund 4.000 Menschen abgeschoben werden, wobei dies auch über den Flughafen Langenhagen geschieht. "Wie rigide und brutal der Staat Abschiebungen durchsetzen will, wird bei Abschiebungen auf dem Luftweg besonders deutlich. Die Menschen, die abgeschoben werden sollen, werden gefesselt, geknebelt und mit Medikamenten 'ruhiggestellt'. Das Recht auf körperliche Unversehrtheit gilt für sie nicht. Dies geht so weit, daß sogar der Tod der Betroffenen in Kauf genommen wird, um das Abschiebeinteresse des Staates durch BGS-Beamte durchzusetzen", heißt es dazu in ihrem Flugblatt.


Totale Mondfinsternis

Am 9.1.2001 gibt es eine Totale Mondfinsternis zu beobachten. Der Modn taucht dabei vollständig in den Schatten der Erde ein. Das Schauspiel läßt sich gut beobachten, da es am Abend stattfindet. Beginn ist um 19 Uhr 42. Total verfinstert ist der Mond von 20 Uhr 50 bis 21 Uhr 52, um 22 Uhr 59 ist die Finsternis beendet.

Neues Jahrtausend

Weil es kein Jahr Null gab, und das erste Jahr des ersten Jahrtausends also das Jahr 1 war, ist das erste Jahr des 3. Jahrtausends das Jahr 2001. Wir stehen also jetzt (und nicht letzten Dezember) vor dem Jahrtausend- und Jahrhundertwechsel. Wir hoffen, daß der Stachel im kommenden Jahrhundert überflüssig wird, glauben aber nicht so recht daran. Deswegen verabschieden wir uns bis Januar und hoffen, daß Ihr unseren beigehefteten Kalender (zum herausnehmen) gut nutzen könnt.


Elektro-Smog: Vor und zurück

In der Nähe Frankfurt wurde eine bereits in Betrieb befindlicher Mobilfunkanlage per Einstweiliger Verfügung (EV) vom Landgericht stillgelegt. (Der STACHEL berichtete: 10/00) Diese EV wurde durch das OLG widerrufen. Doch das Hauptsacheverfahren ist für den 20.12.00 angesetzt. Mit der Rücknahme der EV wurde in der Hauptsache keine Entscheidung getroffen.

In Holtrop bei Aurich - Ostfriesland - scheint der Widerstand der Bevölkerung (Der STACHEL berichtete: 11/00) soweit Erfolg zu haben, daß die Betreiberfirma einem von dem Kindergarten entfernten Standort zustimmen wird.

In Flachsmeer gab es Ende November erhebliche Auseinandersetzungen um die Errichtung eines Mobilfunk-Mastes von Mannesmann. Einen entsprechenden Antrag hat das Unternehmen an die Gemeinde Westoverledingen gestellt, wie der Generalanzeiger aus Rhauderfehn 2/99 berichtete. Gegen den erheblichen Widerstand der jüngst gegründeten BürgerInneninitiative wurde jetzt der Mast in Westoverledingen aufgestellt. "Später könnte der Mast theoretisch auch von weiteren Mobilfunkanbietern genutzt werden." (GA, 16.02.99)

Am Mittwoch, 29.11.00 verfolgten enttäuscht, entnervt, traurig, aber auch mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch am Vormittag etliche Mitglieder der Bürgerinitiative gegen den Mannesmann-Sendemast auf dem Sportplatz in Flachsmeer die letzten Vorbereitungen zum Aufstellen des 42 Meter hohen Turmes. Nur ein etwa 50 Zentimeter breiter Streifen des Parkplatzes ist demnach als Straßen-Seitenraum Bestandteil des öffentlichen Verkehrsraumes. Den Mitgliedern der Bürgerinitiative war das nicht neu, denn sie verfügten selbst schon seit längerer Zeit über die entsprechenden Katasterunterlagen. Sie nahmen die Farbmarkierungen dankbar zur Kenntnis und parkten ihre Autos und Trecker genau entlang der Grundstücksgrenze bei Reepmeyers. So sollte den Schwertransportern auf legalem Weg die Zufahrt zum Sportplatz so schwer wie möglich gemacht werden. Außerdem haben die Mitglieder der Bürgerinitiative mit Transparenten und einem Meer von Kerzen ihren Protest gegen die Aufstellung des Sendeturms auf dem Sportplatz zum Ausdruck gebracht. Leider ging diese Runde an Mannesmann.

Der Westoverledinger Einzelratsherr Ottavio Endrizzi bei Bürgermeister Meinhard Schmidt hat einen Antrag eingereicht, wonach der Gemeinderat der Bürgerinitiative in Flachsmeer einen Zuschuß über 10 000 Mark bewilligen soll. (GA 30.11.00)

In den USA sind die Hersteller von Mobiltelefonen nach Angaben bereits verpflichtet, der Telekommunikationsbehörde (FCC) die Abstrahlungsstärke ihrer Produkte vor dem Verkauf offen zu legen. - Anfang August hatte in den USA ein Neurologe eine 800-Millionen-Dollar-Klage (888 Mill. Euro/12,22 Mrd. S) gegen Motorola und acht weitere Telekommunikationsgesellschaften angestrebt. Der Mediziner hatte geltend gemacht, die Nutzung eines Handys verursache bösartige Hirntumore. (http://www.n.austria.com/tmh/zr/national/newswelt/APS_News_Welt-50195.shtm)

Die Forscher David de Pomerai und Peter Candido: Es stelle sich die Frage, ob die bisherigen Anforderungen an Geräte mit Mikrowellenstrahlung nicht überdacht werden sollten. Eine Kommission im Auftrag der britischen Regierung hatte zuvor in einer Untersuchung geraten, daß Eltern die Handytelefonate ihrer Kinder einschränken sollten. Auch müsse auf jedem Gerät genau angegeben werden, wieviel Strahlung das Handy abgebe. http://userpage.fu-berlin.de/ßdittbern/Telekom/Spiegel/19.html

Zu Weihnachten lieber keinen ElektroSmog schenken, empfehlen die Redaktion Ökotest und die Verbraucherzentrale. "Babyphone" z.B. können mittels Akku betrieben werden, was schon mal das Magnetfeld eines Netzteiles verhindere. Außerdem gibt es Geräte, die in der Lage sind, eine Telefonnummer anzuwählen und deshalb ohne Funkwellen auskommen.

Genauere Informationen zum Thema ElektroSmog über http://www.buergerwelle.de.


BSE: Allem Wissen zum Trotz

Eilgesetz zur zum Verbot Tiermehlverfuetterung soll verändert werden. Das Bundeslandwirtschaftministerium bestaetigte, daß Landwirte auch künftig bei der Kaelbermast tierische Fette in den sogenanten Milchaustauschern verwenden duerfen. Aus Kadavern gewonnene Fette sollen zunächst weiter verfüttert werden, denn Ersatzstoffe für das bei der Kälberaufzucht nötige Milchpulver sind kurzfristig nicht verfügbar. (SWR 3, Nachrichten 18 und 22 Uhr, zitiert nach Germnews, Sa, 2.12.2000 22 MEZ) Vergl. Artikel zum Thema in dieser Ausgabe. Da die Testverfahren für BSE erst bei 30 Monate alten Rindern relative Zuverlässigkeit zeigen, jedoch Rindfleisch in großen Mengen von jüngeren Rindern vermarktet wird, wird damit sich das Risiko der Ausbreitung von BSE weiter erhöhen.


Totale Mondfinsternis

Am 9.1.2001 gibt es eine Totale Mondfinsternis zu beobachten. Der Modn taucht dabei vollständig in den Schatten der Erde ein. Das Schauspiel läßt sich gut beobachten, da es am Abend stattfindet. Beginn ist um 19 Uhr 42. Total verfinstert ist der Mond von 20 Uhr 50 bis 21 Uhr 52, um 22 Uhr 59 ist die Finsternis beendet.

BSE: Allem Wissen zum Trotz

Eilgesetz zur zum Verbot Tiermehlverfuetterung soll verändert werden. Das Bundeslandwirtschaftministerium bestaetigte, daß Landwirte auch künftig bei der Kaelbermast tierische Fette in den sogenanten Milchaustauschern verwenden duerfen. Aus Kadavern gewonnene Fette sollen zunächst weiter verfüttert werden, denn Ersatzstoffe für das bei der Kälberaufzucht nötige Milchpulver sind kurzfristig nicht verfügbar. (SWR 3, Nachrichten 18 und 22 Uhr, zitiert nach Germnews, Sa, 02.12.2000 22:00 MEZ) Vergl. Artikel zum Thema in dieser Ausgabe. Da die Testverfahren für BSE erst bei 30 Monate alten Rindern relative Zuverlässigkeit zeigen, jedoch Rindfleisch in großen Mengen von jüngeren Rindern vermarktet wird, wird damit sich das Risiko der Ausbreitung von BSE weiter erhöhen.


Vorsicht Pleitefirma!

Geprellte gesucht!

Fernseh-Firma Knop, Stubbenweg 3, ließ einen Auszubildenden 11 Monate ohne Vergütung. (Der STACHEL berichtete: 9/00) Leider wird der Auszubildende sein Geld zumindest in absehbarer Zeit nicht sehen, wenn er diesen großen Betrag jemals bekommt. Einem indirekt über die "Bildungseinrichtung" DAA-IZ in der Kaiserstraße vom Arbeitsamt an diese Firma vermittelten Praktikanten schrieb der Direktor des Arbeitsamtes Ende August persönlich, von einer angeblichen Insolvenz der Firma sei ihm nichts bekannt. Dabei hatte das Arbeitsamt die Konkursdaten in den eigenen Akten und die Informationen über die Eidesstattliche Versicherung von Gerhard Knop waren der Behörde zugeleitet worden. Nunmehr ist es für alle sichtbar, denn das Firmengebäude am Stubbenweg 3 wurde geräumt. Auch der Vermieter wartet auf sein Geld. Gerhard Knop schreibt an dem Gebäude jedoch, daß er weiter >im Geschäft< bleiben will. Auszubildende und PraktikantInnen: Aufgepaßt. Was immer hier versprochen wird, Zweifel sind angesagt!

Mittlerweile ist die Zahl der Geschädigten weiter gewachsen. Fünf junge Menschen wurden innerhalb von zehn Jahren ausgebeutet, unterbezahlt, ausbildungsfremd eingesetzt, unter Druck gesetzt und bekamen sogar teilweise gar kein Geld ausgezahlt. Leider haben die zuständigen Institutionen dem Mann bis heute nicht die formale Berechtigung zur Ausbildung entzogen, obgleich es Grund genug dazu gäbe.

Allerdings hat Gerhard Knop bereits Auszubildende ohne Berechtiung zur Ausbildung eingesetzt. Deshalb hier die Aufforderung an die weiteren geschädigten Menschen: Meldet Euch unter Telefon 04407,424 (AB und Fax), damit diesem Mann solches "Handwerk" gelegt werden kann. Gemeinsam sollte sich das durchsetzen lassen.

Gerold Korbus


Friedenstaube bleibt

Die Friedenstaube bleibt am blauen Turm der Uni. Doch in welcher Gesellschaft. Bereits im Erst-Semesterinfo wurde festgestellt, daß die Idee von Albert Einstein bereits Jahre zuvor von der Alzheimer-Gesellschaft Oldenburg-Ammerland aufgegriffen wurde. Einstein forderte: Wir müssen das Komplizierte so einfach wie möglich erklären. Die Alzheimer-Gesellschaft produzierte deshalb in Heimarbeit - es sollte ja nicht viel kosten - als Logo einen Bogen, der ein stilisiertes A darstellen soll. A für Alzheimer. Interessanterweise kamen - einzig die hohe Vergütung machte es möglich - die Designer des neuen Uni-Signets der Alzheimer-Gesellschaft auf die Schliche. Und ebenso schlicht ziert nun ein vergleichbarer Bogen das Logo der Uni. Gut nur, daß Carl von Ossietzky diesen Zinnober nicht mehr mitbekommen hat. Der Taube kann es zum Glück auch gleich sein. Denn die Uni vertritt die Auffassung, daß es sich bei der Taube um ein international anerkanntes Friedenssymbol handelt und das Logo nicht zur Taube gehört. Da die Uni den Bogen also raus hat, bleibt zu bemerken, daß die Schlichtheit Mode macht. Doch warum die Uni meint, damit besondere Identität und einzigartiges Profil zeigen zu können, bleibt schleierhaft. Unter www.duisburg.de und www.kreis-warendorf.de sind weitere schlichte Einzigartigkeiten zu bewundern.


Wehrpflicht?

Ich bin doch nicht blöd!

Die Wehrpflicht ganz legal vermeiden - In dem man einfach nichts macht

Für Dich steht fest - Bundeswehr kommt nicht in Frage! Dann doch lieber Zivildienst leisten denn - du bist Kriegedienstverweigerer!!

Auf den Internetseiten der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen - kurz DFG-VK - erfährst Du alles wie Du Dich verhalten und was Du machen mußt, um vielleicht gar keine Wehrpflicht leisten zu müssen:

http://www.dfg-vk.de/machs-wie-dieter/index.htm

Im wesentlichen mußt Du zunächst gar nichts machen und lediglich abwarten, ob das Kreiswehrersatzamt Dich überhaupt einberuft.

Mit diesem Vorgehen dokumentierst Du, daß es keine Wehrgerechtigkeit gibt und Du die Bundeswehrreform mit ihren geplanten Kriegseinsätzen ablehnst.

Wenn Du zunächst abwarten willst, ob Du zur Bundeswehr einberufen wirst, solltest Du immer aktuell über alle Fragen die damit zusammenhängen informiert sein. Die DFG-VK hat dafür einen Email-Verteiler eingerichtet, mit dem sie diese aktuelle Informationen per Email an Dich schicken kann. Du kannst Dich mit dem Anmeldeformular bei dem Email-Verteiler anmelden. Die DFG-VK garantiert daß Deine Email-Adresse nur für den geplanten Zweck verwendet und nicht an Dritte weitergegeben wird.

Mit einer kurzen Email an die DFG-VK kannst du Dich aus dem Email-Verteiler wieder löschen lassen.

Weitere Informationen über die Gruppe Oldenburg, Tel. 04407,424 oder beim Treffpunkt Kriegsdienstverweigerung, jeweils am zweiten Donnerstag des Monats um 18.15 Uhr in den Räumen der Arbeitslosenselbsthilfe, Kaiserstr. 19 in Oldenburg.


Biolandbau liegt vorn

Laut einer Langzeitstudie liegen Energiebilanz und Produktivität beim Biolandbau um 20 Prozent besser.

Die Ergebnisse im Biolandbau zeigen spektakuläre Resultate, meldet das Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL in Frick. In einem Langzeitversuch über 21 Jahre erzielt der biologische Landbau gemessen an Dünger- und Energieverbrauch um durchschnittlich 19 Prozent bessere Erträge als andere Anbaumethoden.

Wie das FiBL mitteilt, lagen die Erträge von Weizen, Kartoffeln, Feldgemüse, Futtergerste und Kunstwiese im langjährigen Schnitt nur 20 Prozent tiefer als bei konventionellem Anbau. Da im Biolandbau 30 bis 60 Prozent weniger Dünger eingesetzt wird, ist der Ertrag im Vergleich zum Dünger-Input ungleich höher. Dasselbe gilt für den Energieverbrauch: Die gleiche Menge Bioprodukte kann mit rund 20 Prozent weniger direkter oder indirekter Energie angebaut werden als im konventionellen oder integrierten Landbau.

Die Ergebnisse, welche vom FiBL in Zusammenarbeit mit der Eidg. Forschungsanstalt für Agrarökologie und Landbau FAL publiziert worden sind, zeigen auch eine dramatische Verbesserung der Fruchtbarkeit des Bodens. In den stabileren und saugfähigeren Böden sind Nützlinge wie Regenwürmer und Insekten doppelt so häufig wie in den konventionellen. Die Masse der Kleinstlebewesen (Bakterien, Pilze, Einzeller) ist in Bioböden bis zu 40 Prozent höher als in integrierten und bis zu 85 Prozent höher als in konventionellen Böden, schreibt das FiBL.

Wolle man Nachhaltigkeit und Artenschutz als prioritäre Ziele der Landwirtschaft verfolgen, müsse der Biolandbau ausgedehnt werden. Auch unter dem Gesichtspunkt der langfristigen Wirtschaftlichkeit sei der Biolandbau auf Grund seiner höheren Effektivität zu favorisieren.


Greenpeace: Patent-Konferenz

vorübergehend geschlossen

Greenpeace entdeckt Patent auf Mischwesen aus Mensch und Tier. Die erst kürzlich aufgestellte Behauptung des Europäischen Patentamtes (EPA), es erteile aus ethischen Gründen grundsätzlich keine Patente auf Mensch-Tier-Mischwesen, ist unwahr: Bei erneuten Recherchen im EPA in München entdeckte Greenpeace ein Patent auf Embryonen, die aus Zellen von Mensch und Tier bestehen. Das Patent EP 380646 umfaßt sowohl Verfahren zur Isolation und Züchtung embryonaler Zellen von Mensch und Tier als auch die Verwendung dieser Zellen zur Erzeugung sogenannter Chimären-Tiere.

In dem jetzt aufgedeckten Patent heißt es, daß die "embryonalen Stammzellen von Menschen, Mäusen, Vögeln, Schafen, Schweinen, Rindern, Ziegen oder Fischen" zur Züchtung chimärer Tiere verwendet werden sollen. Daraus würden Mischwesen entstehen, bei denen die unterschiedlichsten Körperteile vom Tier oder vom Menschen stammen können. Zwar ist die Durchführung des Verfahrens in Deutschland noch verboten, aber nicht in allen der zehn anderen EU-Staaten, in denen das Patent gilt.

"Das EPA missachtet jede ethische Grenze und belügt die Öffentlichkeit", sagt Christoph Then, Patent-Experte von Greenpeace. "Auch dieser Fall zeigt, wie das Amt systematisch gegen geltende Rechtsgrundlagen verstößt." Greenpeace fordert, Patente auf Menschen und Teile des menschlichen Koerpers sowie auf Gene, Pflanzen und Tiere zu verbieten. Patente auf Leben entwerten die belebte Natur, weil sie diese mit einem industriellen Produkt gleichsetzen.

Die Greenpeace-Recherche brachte noch andere Patente auf Leben ans Licht: So erteilte das EPA in jüngster Zeit mehrere Patente auf Saatgut und Pflanzensorten, obwohl das Patentgesetz dies ausdrücklich verbietet. Die Patente schließen sogar den Anbau der Pflanzen und die Verwendung der Ernte ein. "Auch der Diebstahl von natürlichen Maispflanzen aus ihren Ursprungsländern wurde für die Firma Dupont mit einem Patent belohnt", so Then. Zudem erteilte das EPA Patente auf menschliche Gene, menschliche Organe und auf Säugetiere.

"Mit Patenten auf Leben schaffen die Gen-Konzerne ein Netz von Abhängigkeiten, dem Lebensmittelhersteller, Landwirte, Züchter sowie Ärzte und Patienten nur schwer entgehen können", erklärt Then. "Medizinische Verfahren sind davon genauso betroffen wie die natürliche Artenvielfalt, die sich die Firmen mit ihrer Bio-Piraterie aneignen, um die Zukunft der Welternährung kontrollieren zu können."

Aus Protest gegen die Weigerung der internationalen Patent-Konferenz in München, über die Patentierung von Lebewesen zu beraten, hat Greenpeace kurzzeitig die Konferenz unterbrochen. 35 Aktivisten aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Italien und Schweden haben vor Konferenzbeginn die Eingänge des Europäischen Patentamtes (EPA) besetzt. Die Unterbrechung sollte den Regierungen der beteiligten Länder Gelegenheit geben, sich aktiv in die Konferenz einzuschalten, um die Frage der Patentierung von Lebewesen und Genen zu klären.

"Die Beamten und Technokraten versuchen, die Proteste auszusitzen", sagte Christoph Then, Patent-Experte bei Greenpeace. "Das brennendste Thema wird beiseite geschoben. Die Industrie kann ungestört mit den Delegierten kungeln, während die Interessen der Öffentlichkeit ignoriert werden."

Mit dem Patent EP 322240 behält der Patentinhaber, die Universitaet Stanford in den USA, auch künftig den Patentanspruch auf Säugetiere, in die menschliche Zellen oder Organe verpflanzt werden. Das Patent erstreckt sich beispielsweise auf Affen, denen menschliche Gehirnabschnitte eingepflanzt werden. Berühmtestes trauriges Beispiel dieser Eingriffe ist eine Maus, der ein menschliches Ohr auf den Rücken verpflanzt wurde. Nicht nur das Verfahren dieser Transplantationen, sondern auch die Tiere selbst werden durch das Patent zur nutzbaren "Erfindung" der US-amerikanischen Forscher. Nutzer des Patents ist der Pharma-Konzern Novartis in Basel.

"In Europa werden weiterhin bedenkenlos Patente auf Tiere, Pflanzen und Gene erteilt. Tiere und Menschen sind aber keine Maschinen, an denen man beliebig ein paar Teile austauschen kann. Wer ein Patent auf Affen mit menschlichen Hirnteilen erteilt, durchbricht jede ethische Schranke." Greenpeace fordert, die Patentierung von Lebewesen und deren Genen zu verbieten.

Umfrage: Mehrheit der Bundesbürger lehnt Patentierung von Lebewesen und Genen ab

Wie groß derzeit die Ablehnung von Patenten auf Leben ist, zeigt eine aktuelle Umfrage, die Emnid im Auftrag von Greenpeace in Deutschland durchgeführt hat. 84 Prozent der Befragten halten es für falsch, daß Unternehmen und Institute Patente auf Gene, Pflanzen, Tiere und Teile des menschlichen Körpers erhalten. Die Befragten befürchten negative Auswirkungen für Verbraucher und Landwirte (69 Prozent) sowie für Medizin und Forschung (66 Prozent), wenn derartige Patente erteilt werden. 61 Prozent haben sich dafür ausgesprochen, daß die Politik solche Patente verbieten soll. 20 Prozent erwarten von der Industrie, daß sie freiwillig auf Patente auf Lebewesen und Gene verzichtet.

Das Ergebnis dieser Umfrage entspricht Erklärungen des Europarates, der Kirchen, der Ärztekammern, Bauernverbände und verschiedener europäischer Ethik-Kommissionen. Auch aus der Industrie und von Wissenschaftlern kommen zunehmend besorgte Einschätzungen über Blockaden ihrer Arbeit durch Patente auf Gene. Die Regierungen von Italien, Belgien, Frankreich, Norwegen, Deutschland und den Niederlanden haben sich gegen eine Ausweitung der Patentierung von Lebewesen ausgesprochen. Überraschenderweise haben diese Regierungen bisher nichts unternommen, um diese Positionen auf Münchener Konferenz durchzusetzen.

Greenpeace kritisiert insbesondere die Haltung der deutschen Justizministerin Däubler-Gmelin. Zwar zeigt das Justizministerium öffentlich Verständnis für die Sorgen um Patente auf Leben und erklärt, sich gegen Fehlentwicklungen einzusetzen. Aus einem Brief der Ministerin an Greenpeace geht allerdings hervor, daß sie die Ausweitung der Patentierung von Leben befürwortet. "Die Haltung der Justizministerin ist irreführend. Sie gaukelt der Öffentlichkeit vor, sich für eine Lösung der Probleme einzusetzen. Tatsächlich unternimmt sie aber nichts, um die Auswüchse der Patentierung zu verhindern."

quelle: http://www.naturkost.de/2000/001127gen2.htm sowie www.greenpeace.de


Krebs durch Hochspannungsleitungen?

Menschen, die in der Nähe von Hochspannungsleitungen leben, sind laut einer britischen Studie krebsgefährdet. Demnach entspreche die Todesrate - vor allem durch Lungenkrebs bedingt - in etwa der Zahl an Verkehrstoten auf der Insel (im Verhältnis, d.Red.). Doch die vermehrten Krebsfälle befinden sich nur dort, wo der Wind von den Stromleitungen her weht. Das Forschungsteam um Alan Preece vom Krebsforschungs-Institut der Bristol University hatte die Krebsfälle von Menschen, die maximal 400 Meter von den Stromleitungen leben, für ganz Südwest-England statistisch ausgewertet. Laut Preece ist das Krebsrisiko dort im Durchschnitt 29 Prozent höher als anderswo. Da dies nur in Bereichen gilt, wo der Wind von den Hochspannungsleitungen her kommt, könnte es laut Preece an sogenannten Aerosolen liegen, die sich durch die elektrischen Felder aufladen. Diese Theorie hatte schon vorher der Physiker Denis Henshaw von der Bristol University entwickelt. Er hatte herausgefunden, daß die Stromleitungen die umgebende Luft ionisieren, was die Luftverschmutzung sehr viel gefährlicher mache. Werden diese Luftpartikel vom Menschen eingeatmet, können sie sich wegen ihrer elektrischen Ladung viel leichter in der Lunge festsetzen, so die WissenschaftlerInnen.

Quelle: International PcE Network (IPN), Tigergasse 19, A-1080 Wien, Tel: + 43 (0)699 10317333, Fax: + 43 (0)699 40317333, eMail: ipn at ipn punkt at, URL: http://www.ipn.at/ sowie Schrot & Korn 12/2000


Bio-Ananas in Gefahr

Ab Mitte Januar 2001 gibt es, wenn es nach der EU geht, keine Bio-Ananas mehr. (Puhh, dann haben wir ja nochmal Glück gehabt, daß uns dafür wenigstens das BSE-Fleisch aus Britannia und anderswo erhalten bleibt. Gott erhalte die EU, Franz-Josef hat er schon! d. Tipper) Der Grund: Auch Bio-Bauern setzen in den Ananas-Plantagen Kalzium-Karbit ein. Der Stoff verwandelt sich bei Regen in das Gas Ethyllen und sorgt dafür, daß die Ananas zur gleichen Zeit blühen und später zur gleichen Zeit reifen. Von Natur aus reifen die Früchte zu unterschiedlichen Zeiten. Doch der Aufwand für die Ernte wäre dann zu groß.

Die Beamten in einem Ausschuß der EU-Landwirtschaftsminister, der die EU-Bio-Verordnung überwacht, haben nun entdeckt, daß Kalziumkarbid oder Ethylen in der Verordnung als Pflanzenschutzmittel für den Ananas-Anbau nicht genannt sind. Nur bei Bio-Bananan darf Ethylen zur Nachreifung eingesetzt werden. Also haben die Ministerialbeamten beschlossen, daß die mit Hilfe von Kalziumkarbid produzierten Ananas gegen die EU-Bio-Verordnung verstoßen und nicht mehr als Bio-Produkte vertrieben werden dürfen.

Bis zum 15. Januar 2001 haben die Ananas-Bauern noch Zeit, eine andere Lösung zu finden. Ob dies gelingt und welche Möglichkeiten dafür in Frage kommen, ist offen. Strittig ist unter ExpertInnen auch, ob es sich bei Ethylen überhaupt um ein Pflanzenschutzmittel handelt, da es weder Schädlinge tötet noch die Pflanze vor Krankheiten schützt. Für die VerbraucherInnen sind weder Kalziumkarbid noch Ethylen gefährlich. Sie werden von den Ananas-Stauden nicht eingelagert. Viele Pflanzen, etwa Tomaten, produzieren im Zuge ihrer Reifung selbst Ethylen.

Nach: Schrot & Korn, 12/00


BND: "Armeen bilden Hackersoldaten aus"

Anläßlich einer Tagung des Bundesnachrichtendienstes BDD warben BND und Bundeswehr für die informationstechnische Aufrüstung der Bundesrepublik. "Die Nachrichtendienste interessieren sich für die neuen Technologien, Armeen bilden Hackersoldaten aus", sagte der Präsident des BundesnachrichtendienstesÄ1Ü (BND), August Hanning, laut dpa am Donnerstag auf einem Symposium zum "Information Warfare" in Pullach bei München. Auch die NATO stellt sich nach Angaben eines Sprechers verstärkt auf die elektronische Kriegsführung via Internet ein.

Hanning sagte, Staaten setzten Computerviren oder andere Internetschädlinge ein, um die Systeme anderer Länder lahm zu legen oder auszuspionieren. "Computerviren werden immer mehr Bestandteil von zwischenstaatlichen Auseinandersetzungen." Der Herausforderungen der Informationstechnologie könne nur durch "Einspannung aller staatlichen Kräfte" begegnet werden. Hacker-Angriffe seien zu einem globalen Problem von außen- und sicherheitspolitischer Bedeutung geworden.

Walter Jertz, Pressesprecher der NATO im Kosovo-Konflikt und Drei-Sterne-General der Bundeswehr, sagte, das Militär messe der Informationstechnik und aus ihr resultierenden Sicherheitsschwierigkeiten eine hohe Bedeutung zu. "Das Täuschen und Manipulieren von Daten und Informationen mit Computern ist ein Teil der psychologischen Kriegsführung geworden." Jertz bezeichnete die Kosovo-Auseinandersetzung als ersten Konflikt, der auch im Internet ausgetragen worden sei. Zu Beginn des Krieges habe die "serbische Propaganda 10.000 E-Mails auf die Computer der Nato geschickt", um die NATO-Systeme zu blockieren. "Wir hatten für mehrere Stunden kein Internet und konnten nicht über das Netz arbeiten", sagte Jerzt.

Die Diskussion um ein "elektronisches Perl Harbour" ist mit mehreren Jahren Verzögerungszeit aus den USA nach Deutschland geschwappt. Seit 1997 diskutiert eine interministerielle Arbeitsgruppe die Verwundbarkeit so genannter "kritischer Infrastrukturen" der Bundesrepublik durch elektronische Angriffe. Ein nicht autorisierter Zwischenbericht dieser Arbeitsgruppe vom Dezember letzten Jahres wird auf diversen Seiten im Internet gespiegeltÄ2Ü. Ende Februar hatte eine von Bundesinnenminister Otto Schily einberufene Arbeitsgruppe einen ersten Bericht zur "Gefährdungspotentialen kritischer Infrastruktur vorgelegt". Kritiker, wie etwa die US-Bürgerrechtsorganisation EPICÄ3Ü, halten die Gefahr der elektronischen Kriegsführung für maßlos übertriebenÄ4Ü. Sie werfen Militär und Rüstungsindustrie vor, sie wollten mit Hilfe von Horrorszenarien das Geschäft künstlich ankurbeln. (wstÄ5Ü/c't)

Quelle: http://www.heise.de/newsticker/data/wst-02.11.00-003/

Links in diesem Artikel: Ä1Ü http://www.bundesnachrichtendienst.de/ Ä2Ü http://archiv.quintessenz.at/archiv/msg01209.html Ä3Ü http://www.epic.org Ä4Ü http://www.epic.org/security/infowar/resources.html Ä5Ü mailto:wst at ct punkt heise.de

 

 
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