Oldenburger STACHEL Ausgabe 12/00     Seite 16
 
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Selbsthilfegruppen - Reden hilft!

"Du alleine kannst es, aber Du kannst es nicht alleine."

In Oldenburg und umzu bestehen ca. 250 Selbsthilfegruppen. Wer trifft sich in diesen Gruppen und welche Funktionen können sie erfüllen?

In Selbsthilfegruppen kommen Menschen zusammen, die eines gemeinsam haben: Sie wollen über sich, ihre Anliegen, Sorgen und Probleme mit Menschen, die die gleichen ohne ähnliche Probleme haben reden. Dabei kann es sich um Krankheiten oder psychische und soziale Problemen handeln, von denen sie selbst oder als Angehörige betroffen sind. Von A wie Angst bis Z wie Zöliakie, für fast alle Krankheiten, Beeinträchtigungen und Abhängigkeiten, die die Lebensqualität einschränken, Menschen isolieren oder gar quälen, gibt es in Oldenburg mittlerweile eine Selbsthilfegruppe.

Selbsthilfe hilft - wie?

In der Gruppe haben Betroffene die Möglichkeit, offen über ihre Probleme zu reden und ihre Erfahrungen, Wünsche und Hoffnungen mit anderen Betroffenen auszutauschen. Das Gefühl mit einer Krankheit oder belastenden Lebenssituation nicht alleine zu sein, ist für viele eine große Erleichterung. und häufig der erste Schritt heraus aus Resignation und Isolation. Jeder Teilnehmer kann für den anderen vertrauensvoller Gesprächspartner sein, weil er die Situation aus seinem eigenen Leben nachvollziehen kann. Dadurch entsteht eine Atmosphäre von Trost, Annahme und Verständnis, die in dieser Form nur unter Gleichbetroffenen möglich ist. Dieser unterstützende Zusammenhalt einer Gruppe macht Mut und fördert neue Aktivitäten oder verändertes Verhalten.

Die Gruppen werden nicht von professionellen Fachkräften angeleitet: im Mittelpunkt einer Selbsthilfegruppe steht der Erfahrungs- und Informationsaustausch zwischen Gleichbetroffenen. Jeder weiß über seine Probleme oder seine Krankheit am besten Bescheid und ist somit erstmal Experte für sich selbst. Durch das Zusammenkommen vieler Betroffener in einer Gruppe entsteht eine große und vielfältige Sammlung von Erfahrungen und Wissen, aus der jeder Teilnehmer schöpfen kann.

Eigenverantwortliches Miteinander

Für die Arbeit von Selbsthilfegruppen gibt es keine festen Regeln oder sogar Vorschriften. Das macht die Arbeit einer Selbsthilfegruppe nicht immer einfach, hat aber den großen Vorteil, daß jede Gruppe nach ihren ganz individuellen Bedürfnissen und Interessen ihren eigenen Arbeitsstil entwickeln kann. Die Inhalte der Gruppengespräche werden von den Betroffenen selbst bestimmt, genauso wie die Häufigkeit und Dauer der Gruppentreffen. Die einzelnen TeilnehmerInnen entscheiden selbst, ob und wann sie reden oder lieber zuhören möchten. Es gibt keine festgelegte hierarchische Gruppenorganisation. Jedes Gruppenmitglied ist gleichwertig, mündig und selbstverantwortlich. Wichtig ist, daß kein Leistungsdruck entsteht, sondern alle Beiträge gerne und freiwillig in die Gruppe eingebracht werden.

Selbsthilfe- wer kann Auskunft geben?

Bei der Suche nach Selbsthilfegruppen helfen Kontaktstellen. Für Oldenburg ist die Beratungs-und Koordinationsstelle für Selbsthilfegruppen (BeKoS) zuständig. Interessierte können sich telefonisch oder persönlich an die BeKoS wenden. In einem beratenden Gespräch wird über die bestehenden Selbsthilfegruppen informiert und versucht, für jeden ganz individuell eine geeignete Gruppe zu finden. Manchmal hat sich zu einem Thema noch keine Gruppe gebildet. Dann bietet die BeKoS ihre Hilfe auch bei der Neugründung von Gruppen an. Dabei werden Kontakte hergestellt zwischen Gleichbetroffenen, Öffentlichkeitsarbeit geleistet, ein erstes Infotreffen organisiert und moderiert. Außerdem ist eine befristete Gruppenbegleitung in der Anfangszeit möglich. Weitere Auskünfte werden erteilt bei:

BeKoS, Lindenstr.12a, 26123 Oldenburg, Tel.: 0441/884848

BeKoS

 

 
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