Oldenburger STACHEL Ausgabe 2/01     Seite 2
 
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Castor-Alarm

In der letzten Märzwoche ist ein Castor-Transport nach Gorleben geplant. Es ist nicht nur der erste Castor nach dem 1998 aufgrund des Castorskandals verhängten Transportstopps sondern auch der erste unter der rot/grünen Bundesregierung. Und so ist denn bei diesem Castor laut der rot/grünen Regierungsspitze alles anders als bei den vorhergehenden:

· Bisher wurden die Castoren von der schwarz-gelben Kohl-Regierung für notwendig und trotz radioaktiver Kontaminationen für sicher erklärt. Dieser Castor wird von der rot-grünen Schröder-Regierung für notwendig und sicher erklärt. Diesmal natürlich ohne radioaktive Kontaminationen. Daß der Behälter wirklich Dicht ist, ist unter Schröder und Trittin doch Ehren- und Vertrauenssache.

· Unter Kohl und Merkel sind Castoren durch die Republik gekarrt worden, ohne daß ihre Unfallsicherheit mit Fall-, Brand-, Beschuß- oder Crashtests untersucht worden wäre. Die allermeisten Tests sind durch Computersimulationen ersetzt worden. Und im Computer ist sogar die A-Klasse von Mercedes Kippsicher. Schröder und Trittin ist das natürlich ganz anders! Oder nicht?

· Wenn schwarz-gelbe Castoren aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La-Hague nach Gorleben fuhren, so diente das, so sah es auch Trittin, dem Weiterbetrieb der deutschen Atomkraftwerke und der französischen Wiederaufarbeitungsanlage. Denn ohne Rücktransporte wären keine Hintransporte möglich. Die jetzigen rot-grünen Castoren aus Frankreich haben natürlich nichts mit den Hintransporten zu tun. Auch wenn die französische Regierung weigert neuen Atommüll ins Land zu lassen, bevor die deutsche Regierung nicht zumindest einen Transport mit Wiederaufgearbeitetem Atommüll zurückgenommen hat. Die Rücknahme des deutschen Atommülls (Also mein und dein Müll, nicht der von E.ON und Bayernwerk! d.T.) ist also eine nationale Pflicht. Und was unser nationalen Pflichten angeht da kennen wir nix! Wenn ein ordentlicher Deutscher zu etwas verpflichtet ist, kommt er dieser Pflicht auch nach!

· Bei den letzten Castoren ging es "nur" darum, gegen Atomkraft allgemein und die strahlenden Transporte im speziellen zu protestieren. Ein legitimes Ziel, wie die Grünen fanden. Bei diesem Transport geht es darum, die AKWs zu verstopfen und so zum abschalten zu zwingen. Kein legitimes Ziel für die Bündnis-Grünen. Wo sie doch die Atom-Industrie so freundlich war zu versichern, daß sie ihre Reaktoren nach 35 Laufjahren oder etwas mehr von alleine abzuschalten wird.

Wir sehen also, Trittin, der aus der Opposition heraus selbst Castor-Transporte verurteilte und zu Blockaden aufrief, hat jetzt aus der Regierungsverantwortung heraus jeden Grund, diejenigen, die Castor-Transporte verurteilen und zu Blockaden aufrufen, als unverantwortliche und fundamentalistische Spinner abstempeln.

Allen, die das anders sehen, seien auf die folgenden Termine hingewiesen:

· Sa., 24. März in Lüneburg: Auftaktdemo für die Aktionstage gegen den Castor-Transport nach Gorleben

· Ab 24. März: Aktionstage rund um Gorleben und überall sonst

· Di., 27. März: Der Castor passiert voraussichtlich die französich-deutsche Grenze und wird auf dem Weg zum Verladebahnhof Dannenber blockiert.

· Mi/Do., 28./29. März: Voraussichtlicher Termin des Straßentransports von Dannenberg nach Gorleben

Alle Termine stehen noch unter dem Vorbehalt der Änderung des polizeilichen Einsatzplanes. Am besten achtet mensch auf die Meldungen in Zeitung, Radio und Fernsehen.

Von Oldenburg aus wird es zum Castor Busse und/oder Fahrgemeinschaften geben. Näheres über das Oldenburger Castor-Info-Telefon: 01 79/3 48 67 90

Besch

 

 
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