Oldenburger STACHEL Ausgabe 2/01     Seite 12
 
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Gepökeltes Erdreich

Salzburg an der Hunte

Wer sich in den letzten Wochen auf die verschneiten und vereisten Oldenburger Straßen getraut hat, konnte den Eindruck bekommen, daß Oldenburg eine Umbenennung in "Salzburg" bevorstehe: Statt Sand wird hier überall Salz gestreut.

Was bewirkt Salz?

Salzwasser hat gegenüber normalem Wasser einen tieferen Gefrierpunkt, so daß das Quecksilber in den Thermometern tiefer sinken kann, ohne daß das Wasser gefriert. Ab einer gewissen Temperatur hilft jedoch auch das nicht mehr.

Salz hat eine große Palette an Nachteilen:

Gerne spielen Kinder im Schnee. Da sie die vielen Vorgärten der Oldenbürger nicht einfach so betreten dürfen, um darin zu spielen, nehmen sie den Schnee am Gehwegrand zum spielen und für die obligatorische Schneeballschlacht. Dieser Schnee ist - zumindest in Oldenburg - versetzt mit rosafarbenem Salz.

Haften bleibt das Streusalz an den Füßen von Tieren, wie Hunden oder Katzen. Die Pfoten gehen kaputt und wer z.B. eine Katze beobachtet, dem wird auffallen, daß Katzen sehr sauber sind. Ständig werden mit der Zunge Fell und Füße gereinigt. Ob das Salz dem Magen gut tut?

Salz löst sich im Tauwasser, welches ins Erdreich eindringt und von dort von den Pflanzen und Sträuchern aufgesogen wird. Sie erfahren ebenfalls eine starke Beeinträchtigung, da sie Süßwasserpflanzen sind...

Nicht zuletzt greift das Salz auch Schuhe und Kleidung an, sowie Beton, Metall, Straßen- und Fußbodenbeläge.

Oldenburg hinter anderen Gemeinden zurück?

Aus diesem Grund haben viele Gemeinden den Einsatz von Streusalz verboten (z.B. Stuttgart 1988). Auch das Umweltbundesamt hat Kommunen und Bürger im Februar 1999 aufgefordert, auf Streusalz zu verzichten und salzfreie abstumpfende Mittel, wie Sand oder Splitt einzusetzen. Diese Materialien machen zwar Dreck, den man wieder aufkehren muß, aber sie verfehlen ihre Wirkung nicht, da sie die Reibung zwischen Fuß oder Rad und Weg erhöhen.

Vorbild Stadt Oldenburg?

Auch in der Stadt Oldenburg ist es verboten, Salz auf Gehwege zu streuen. Darauf wies das Stadt-Presseamt am 23.2.1999 - pünktlich zur Warmwetterperiode - hin. Etwas früher stand es in diesem Jahr in den Mitteilungen. Eine umfassende Bürgerinformation vor dem Wintereinbruch (wie etwa bei der zu praktizierenden, aber ökologisch fragwürdigen, Abfalltrennung) gibt es nicht. Auch wird der Einzelhandel nicht mit einbezogen. Stattdessen wird immer wieder vorgemacht, wie man es nicht machen soll: Der Räumdienst der seit 10 Jahren rot-grün-regierten Stadt Oldenburg, kippt selbst tonnenweise Salz auf die Straßen.

Vorbild ökologische Uni?

Als ökologisch gibt sich auch gerne die Carl-von-Ossietzky-Universität Salzburg. Positiv fällt auf, daß zumindest am Standort Wechloy sehr früh die Wege vom Schnee befreit werden. Die Freude wird sofort zunichte gemacht, denn statt roten Wegsteinen sieht man dort mit Sand versetzte Salzhaufen... Es wäre eine lohnende Aufgabe des neugewählten AStA, hier eine Änderung zu bewirken.

muh

 

 
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