Oldenburger STACHEL Ausgabe 11/01     Seite 12
 
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Castor durch Oldenburg

In der Nacht von Montag, dem 29. Oktober, auf Dienstag, dem 30. Oktober, fuhr zum zweiten Mal ein hochradioaktiver Castor-Transport durch Oldenburg. Damit wurden abgebrannte Brennelemente aus dem AKW-Esenshamm in die Britische Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield (alias Winscale) transportiert. Früher waren die Castor-Transporte aus Esenshamm über Bremen gefahren. Aufgrund des stärker werdenden Widerstands in der Hansestadt scheinen Bahn und Polizei nun dazu überzugehen, die radioaktiven Fuhren vermehrt über Oldenburg zu leiten.

Auch in Oldenburg formiert sich Widerstand. Obwohl der Transportermin erst zwei Tage vorher bekannt geworden war, und sich erst am Abend des Transportes herauskristallisierte, daß er wirklich wieder über Oldenburg gehen würde, waren fast 70 OldenburgerInnen mitten in der Nacht zwischen Esenshamm, Hude und Oldenburg auf den Beinen, um dagegen zu protestieren und sich quer zu stellen.

Wenig Erfahrung, viel Polizei

Doch da es noch wenig Erfahrung mit solchen Transporten durch Oldenburg gibt, hatte die Polizei, die den Castor mit mehreren Hunderschaften schützte, relativ leichtes Spiel. Nur zweimal wurde der Zug gestoppt. Einmal für ca. 15ÖßMinuten bei Rhodenkirchen, von Greenpeace, und einmal für ca. 10ÖßMinuten vor Hude, von einer Bremer Aktionsgruppe. Die meisten OldenburgerInnen konnten dem Transport nur tatenlos zusehen. Wie die vier Anti-AKWlerInnen, die sich in Hude einer veritablen Hundertschaft, plus Streifenwägen und Zivilpolizei, gegenübersahen. Und manche bekamen den Castor überhaupt nicht zu Gesicht. Wie die Insassen eines PKWs, die bei Gummersort, mehrere Kilometer von der Bahnstrecke entfernt, mitten in der Pampa von der Polizei angehalten worden waren und denen der Autoschlüssel weggenommen wurde. Mit dem Hinweis, daß dies weder eine Festnahme noch eine Beschlagnahme des Fahrzeugs sei. Sie bekamen den Schlüssel erst wieder, als der Transport zwischen Oldenburg und Bad Zwischenahn war.

Das nächste Mal wird die Polizei mehr Probleme haben. Die Oldenburger AtomkraftgegnerInnen sind entschlossen, sich das nächste Mal nicht so einfach Matt setzen zu lassen. Sie haben aus ihren Fehlern gelernt und planen schon für den nächsten Transport. Nach dem Castor ist vor dem Castor.

BeSch

 

 
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