Oldenburger STACHEL Ausgabe 12/01     Seite 6
 
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zu "Oldenburg bekommt Farbe"

aus der Reihe "Des Stachels Spitze", STACHEL 228 (Nov. 2001).

Der von Joey sehr amüsant geschriebene Artikel hat mir v.a. deutlich gemacht, wie wenig die "Öffentlichkeit" über die geplanten Maßnahmen zur Verbesserung der Situation in der Fahrradstraße informiert zu sein scheint.

Kurzer Rückblick:

Die Fahrradstraße ist im Mai 1999 eröffnet worden, damals noch als Provisorium. Daher ist die Kennzeichnung der Straßen Katharinenstraße, Georgstraße und Haarenesch als Fahrradstraßen sehr dürftig und letztlich unzureichend ausgefallen: die Fahrradstraßenschilder sind verkleinert, die Fahrradpiktogramme, auch erst nachträglich auf die Fahrbahn aufgebracht, kaum zu erkennen und schnell abgefahren. Schon kurz nach Einrichtung der Fahrradstraße gab es Kritik seitens der Anwohner aber auch von Fahrradfahrern und Fußgängern: In der Fahrradstraße werde seitens der Kfz zu schnell gefahren (Geschwindigkeitsmessungen haben dies entkräftet), kaum ein Autofahrer wisse, was eine Fahrradstraße sei, geschweige denn, wie er sich in einer solchen zu verhalten habe und daß er sich überhaupt in einer befinde. Radfahrer würden von den schnell fahrenden und drängelnden Autofahrern auf die Fußwege getrieben, wo sie Fußgänger gefährdeten, zumindest aber behinderten.

Nach gut einem Jahr wurde ein "Runder Tisch" Fahrradstraße einberufen, an dem Verwaltung, Politik, Anwohner, Polizei und ADFC mit dem Ziel teilnahmen, mit Hilfe eines Planungsbüros Maßnahmen zur Verbesserung der Situation in der Fahrradstraße zu erarbeiten. Nach einigen Sitzungen hat der Runde Tisch ein entsprechendes Maßnahmenpaket beschlossen. Dazu zählen sowohl verkehrslenkende Maßnahmen, v.a. um den - allerdings so gut wie gar nicht vorhandenen - Durchgangsverkehr herauszuhalten, als auch bauliche Maßnahmen, die die Erkennbarkeit der Fahrradstraße verbessern sollen. Zum letzteren gehören: Aufpflasterung der querenden Radwege an der Auguststraße und Peterstraße im Bereich der Einmündung der Fahrradstraße und damit eine Anrampung der Fahrradstraße in diesen Kreuzungsbereichen; die Verwendung von Verkehrsschildern in Originalgröße, das Zurückversetzen der Fahrradstraßenschilder aus dem direkten Kreuzungsbereich, um diese für Autofahrer besser erkennbar zu machen; die Einfärbung der Einmündungsbereiche untergeordneter Straßen in die Fahrradstraße in blau.

Und um letzteres geht es in Joeys Artikel: Sämtliche Einmündungsbereiche in die Fahrradstraße werden blau eingefärbt und mit weißen Fahrradpiktogrammen versehen. Damit soll Autofahrern deutlich gemacht werden, daß sie sich in einer Fahrradstraße befinden.

Warum ausgerechnet blau und nicht z.B. rot wie sonst auch beim Radverkehr? Die Farbe blau ist ein Vorschlag des Gutachterbüros. Ziel dabei war es, typische Erkennungsmerkmale für Fahrradstraßen zu entwickeln. Die Blaueinfärbung der Kreuzungen von Fahrradstraßen ist dabei eins. Verkehrsteilnehmer, die sich in Straßen aufhalten, die an Einmündungsbereichen von Nebenstraßen blau eingefärbt sind, wissen, daß sie sich in einer Fahrradstraße befinden oder in eine solche einfahren. Daher sollen bei der weiteren Einrichtung von Fahrradstraßen diese ebenfalls so hergerichtet werden. Da die Farbe Rot als Fahrradstandardfarbe schon für die Markierung von Radverkehrsführungen verwendet wird (Furtmarkierungen, Aufstellflächen auf der Fahrbahn, etc.), mußte eine Farbe her, die sich von Rot deutlich unterscheidet. Dafür bot sich die Farbe blau gut an. Außerhalb der Fahrradstraßen werden in Oldenburg übrigens keine Kreuzungen blau eingefärbt ...

Daß der bisher verwendete Blauton recht kräftig ist, ist unumstritten, daß er blendet, kann ich so nicht bestätigen. Allerdings wird der Blauton demnächst auf Kobalt-Blau abgedunkelt. Ursprüngliches Ziel war es, den Abschnitt Haarenesch im Herbst diesen Jahres abzuschließen, d.h. alle Kreuzungsbereiche und die Rampe zur Auguststraße blau einzufärben, um in einem zweiten Schritt im Frühjahr 2001 dasselbe in der Katharinenstraße durchzuführen. Aufgrund von Problemen mit dem Denkmalschutz haben sich die Arbeiten in der Haareneschstraße verzögert, sollen aber Ende diesen Jahres abgeschlossen sein. Die Gesamtkosten für die Maßnahmen in der Fahrradstraße (also auch Aufpflasterung der Radwege) belaufen sich auf ca. 100.000 DM, die aus dem Rad- und Fußwegeprogramm bezahlt werden, was man insofern kritisieren kann, als daß die - angeblich vorhandenen - Probleme in der Fahrradstraße fast ausschließlich von Autofahrern verursacht werden. Aber das ist ein anderes Thema.

Stephan Popken

 

 
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