Oldenburger STACHEL Ausgabe 12/01     Seite 6
 
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"Eine andere Welt ist möglich!"

Unter diesem fand in Berlin der erste bundesweite ATTAC-Kongreß statt. ATTAC ist das internationale Netzwerk für eine demokratische Kontrolle der Finanzmärkte, das seit einigen Wochen auch in Oldenburg existiert. Das Interesse an dem Kongreß war riesig - es waren schließlich über 2500 TeilnehmerInnen.

Es haben sich sehr viele verschiedene Gruppierungen aus dem fortschrittlichen politischen Spektrum sich mit diesem Netzwerk verbunden. Von Pax Christi über Gewerkschaften bis hin zu diversen Spontigruppen. Unvermeidlich ist, daß dies auch mit mehr oder weniger massiven Versuchen verbunden ist, vor allem Werbung für die eigene Truppe zu machen. So war auch die Gruppe Linksruck dabei, die noch vor einigen Jahren vergeblich versuchte, die Jusos zu übernehmen; nun sehen sie ATTAC als ein neues Rekrutierungsfeld. Aber dies ist nicht unbedingt negativ, sondern nur ein Beispiel für das bunte Spektrum an globalisierungskritischen Vereinigungen und Einzelpersonen, die in Berlin zusammentrafen.

Auf dem Podium war manch prominentes Gesicht zu erkennen. Der Psychoanalytiker Horst-Eberhard Richter, der Sozialwissenschaftler Wolf-Dieter Narr, der Gewerkschaftler Horst Schmitthenner und der SPD-Linke Oskar Lafontaine - sie alle beteiligten sich an der Diskussion und unterstützten mehr oder weniger einhellig die Ziele von ATTAC. Dabei gab es durchaus gegensätzliche Schwerpunkte: Während Narr den Sinn des Nutzens von staatlichen Strukuturen für eine kapitalismuskritsche Politik stark in Frage stellte, plädierte Lafontaine ("Die größten Staatsabschaffer sind heute doch die Neoliberalen!") für mehr Staatlichkeit und mehr demokratische Gestaltung. Auch internationale Gäste gaben sich ein Stelldichein und unterstrichen durch ihr aktives Mitwirken, daß es ATTAC nun wirklich nicht darum geht, die Globalisierung als solche abzulehnen, sondern sie von ihren neoliberalen Verwerfungen zu befreien und von links her zu gestalten.

Ein wichtiger Programmschwerpunkt war die Arbeit in verschiedenen Foren. Hier wurde über alle möglichen Fragen diskutiert: von der Bedeutung der Offshore-Zentren über lanfristige Perspektiven linker Wirtschaftspolitik bis hin zu Möglichkeiten eines lokalen Engagements vor Ort.

Nach dem Kongreß gab es noch den ATTAC-Ratschlag eine Art - Mitgliederversammlung von ATTAC Deutschland. Deutlich wurde, daß die Mitglieder hohe Ansprüche an eine demokratische Struktur stellen. Inhaltlich geht geht es schon längst nicht mehr nur um Finanzmärkte, sondern um ganzheitliche Ansätze einer globalen neuen Wirtschafts- und Sozialpolitik, um ökologische Ansätze und eine klaren Haltung gegen Kriegspolitik. Bis Anfang des Jahres soll dies konkretisiert werden.

Wer in Oldenburg und umzu Lust hat, sich daran zu beteiligen, ist herzlich willkommen: Das ATTAC-Plenum findet am zweiten Dienstag des Monats in der ALSO, Kaiserstraße 19, um 19 Uhr statt. Der ATTAC-Koordinierungskreis tagt jeweils am zweiten Dienstag des Monats um 17.00 Uhr und am vierten Dienstag des Monats um 19.00 Uhr im DGB-Haus, Kaiserstraße.

Jonas Christopher Höpken

Arbeitsgruppen von attac-Oldenburg gibt es derzeit zu den Themen Welthandel, Grundsatzfragen sowie zur sozialen Sicherung.

Am Do., 13.12. fahren Busse aus OL zur Demo von EGB und attac in Brüssel anläßlich des EU-Sozialgipfels. Mitfahrt gegen 10,- Spende für die attac-Arbeit. Bitte anmelden bei: Willi Lüpkes, Tel: 04 41/7 60 97 (AB).

Am Di. 8.01.02 ist das Plenumsthema die Tobin Tax.

Kontakt: Ulrich Schachtschneider, Tel.: 04 41/7 62 86, Meel: attac at org punkt oldenburg.de, Elektronisches Netzwerk: http://www.attac-netzwerk.de

 

 
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