Oldenburger STACHEL Nr. 243 / Ausgabe 6/03     Seite 8
 
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Inhalt dieser Ausgabe
 

Die Themen:


Afrika-Tourismus:
Rassismus und
Exotismus

Der Ferntourismus lebt von der Idee der Fremde, der Andersartigkeit und Wildnis, die es zu entdecken, zu genießen und wertzuschätzen gilt. Kulturelle Differenz und die "Wa(h)re Wildnis" sind zentrale Elemente der Vermarktung der Reiseveranstalter und für die Fernreise kaum wegzudenken... Nur eine fiktive Welt des Prospektes? Tatsächlich entstehen im Tourismus ständig (neue) Mythen über "die Fremde(n)". Ohne die Erfindung bestimmter Formen von authentischer Lebensweise und archaischer Kultur ist der gegenwärtige Afrikatourismus kaum denkbar. Und der Zusammenhang zwischen Tourismus und Rassismus ist ein grundsätzlicher: "Der Begriff der Rasse läßt sich ohne denjenigen der Reise nicht denken." (Hito Steyerl)

Warum ist und bleibt Exotik, die Sehnsucht nach wilder Natur, nach der unberührten Frau und dem archaischen naturharmonischen Leben im (Afrika)Tourismus so attraktiv?

Dichotome Bilder über das "Hier" und "Dort", das "Eigene" und das "Fremde", Traumwelten und Trugbilder scheinen fester Bestandteil des touristischen Blicks. Welche Stereotype produziert und welche Zwischenräume negiert dieser Blick? Welche rassistischen Muster und Elemente leben in ihm fort?

Während die mobilen TouristInnen ständig neue Urlaubsparadiese erschließen und ihre Reise à la carte auswählen, werden die Handlungsspielräume der am Urlaubsort lebenden Menschen immer enger. Wo und wie verändert Tourismus die sozialen Hierarchien zwischen den Reisenden und der am Urlaubsort lebenden Gesellschaft - löst er diese Hierarchien auf, oder bestärkt er sie?

Der Vortrag über Traumwelten und Trugbilder des touristischen Afrikablicks lehnt an das Buch "Im Handgepäck Rassismus" an, das von FernWeh im informationszentrum 3. welt (Freiburg) letztes Jahr mit Beiträgen zu Tourismus und Kultur herausgegeben wurde.

23. Juni, 20 Uhr, BIS-Saal (Uni-Bibliothek), Eingeladen ist Martina Backes (IZ3W - Informationszentrum 3. Welt, Freiburg)


Der Plan

Wie es wirklich zum Irak-Krieg kam

Ein Film von Edward Stourton, BBC, Redaktion: Dierk L. Schaaf

Mo. 23.06., 22.30 - 23.15 Uhr

Den Countdown zum Krieg erzählen diesmal nicht Journalisten, sondern die handelnden Personen selbst, die Präsidenten, Außenminister und Diplomaten. Was motivierte die Politiker in Washington, London, Paris, Berlin und Moskau? Wie entstand der Riß, der durch den Weltsicherheitsrat, durch die NATO und durch Europa geht? Wer hat wen mißverstanden? Wer wurde über den Tisch gezogen? Wem nützt der Riß? Ging es um das Öl? Wurde die Wirtschaft der USA durch den Krieg stabilisiert? Benötigen die USA den permanenten Krieg? Ging es um einen sicheren Militärstützpunkt (Wolfowitz)? Ging es um Menschenrechte und Demokratie?

 

 
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