Oldenburger STACHEL Ausgabe 2/96     Seite 15
 
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T...: Kommunikationsverhindererin

Die Rechnungen anfechten!

Die Telefonrechnung war im Januar doppelt so hoch wie gewöhnlich zuvor. Zugleich gab's Pannen ohne Ende in Abrechnung und Technik.

Das ARD-Magazin monitor berichtete von weiterem Fischzug T...'s: Bereits für das Losschicken eines "Scalls" verlangt T... bis zu 2,- DM - ohne Gewähr, daß dieser Ruf bei der EmpfängerIn ankommt. (Bei einem "Scall" kann eine Nummer zu einem tragbaren Gerät gesendet werden, die zurüpckgerufen werden soll.)

Neue "Leistungsmerkmale"

Mit den neuen "Leistungsmerkmalen" hat T... sich was geleistet - wer z.B. mit einem Telefonautomaten (geläufig auch Anrufbeantworter) konferierte und ohne ausreichende Pause das nächste Gespräch begann, eröffnete eine teure "Dreierkonferenz". In Oldenburg konnte dies bei ca. 50% aller Anschlüsse geschehen. Während A also B (den Anruf"beantworter") in der Leitung hielt, wurde das Gespräch mit C ziemlich teuer: Doppelter Tarif und Zuschlag für die Konferenzschaltung. Das geschah sozusagen unter den Fingern, für die meisten unwissentlich, für die anderen mindestens versehentlich. Ein typischer Fall von fehlerermöglichender Computerprogrammgestaltung. Nepp will ich das nicht gleich nennen. Immerhin wurde nach ausreichender Meckerei die neue "Leistung" der T... wieder abgeschaltet. Die Kosten für diese Panne sollte T... jedoch von der Rechnung abgezogen werden. In Oldenburg könnte dies für ca. 50% aller Anschlüsse gelten, derjenigen nämlich, die bereits digitalisiert sind. Ob ein Anschluß digitalisiert ist, läßt sich einfach durch Wählen der kostenlosen Nummer 0 117 999 herausfinden. Dann antwortet auf der anderen Seite ein weiterer Automat mit der Information, ob digitale Technik vorliegt oder ob nicht.

Kommunikationsverhinderung geschah hier im mehrfachen Sinn: "Die Verbindung wird gehalten" haben viele OldenburgerInnen auf ihrem Telefonknecht in endloser Wiederholung abhören können. Wer bezahlt die sinnlos vertane Arbeitszeit, wer ersetzt die entgangene Freizeit? Das Band mußte ganz abgehört werden - gelegentlich kam eine wichtige Nachricht zwischen dieser Litanei. Kommunikationsverhinderung im weiteren Sinne: Irgendwann ist die längste Kassette voll. Wieviel Bestellungen mögen Oldenburger Firmen entgangen sein, weil unerwartet nichts mehr auf Band gesprochen werden konnte? Kommunikationsverhinderung auch durch die besetzte Leitung - bis das Band voll ist. Mein blinder Bekannter war ziemlich von den Socken, als er immer wieder den T...-Computer in der Leitung hatte: "Die Verbindung wird gehalten. Die Verbindung ..."

Einfallsreiche Störungsstelle

Der Reparaturvorschlag der "Störungsstelle" (ganz richtig: NICHT ENTstörungsstelle) war ebenso konsequent einnehmend wie kommunikationsbegrenzend: Der Anruf"beantworter" solle auf zeitliche Begrenzung gestellt werden. Warum auch nicht: Wenn mir jemand eine 10-minütige Nachricht aufsagen möchte, muß sie 12-mal anrufen (einschließlich Ansage) - ein einträgliches Geschäft für T...!

Das scheint mir ein ähnlich praktikabler Vorschlag wie die Kommunikationsverhinderung in Sachen Fax-Terror: Wenn Du keine teure Fangschaltung oder kein teures Leihfax willst, zieh doch "einfach" den Stecker aus der Leitung: Was willst Du überhaupt mit Deinem Telefon. Und wenn's Großmutter schlecht geht, kann sie doch gleich den Notarzt rufen, oder?

Umzug? Aufgepaßt!

Aber T...'s Kommunikationsverhinderungspraxis führt nicht nur zu Mehreinnahmen. Wenn ein Anschluß gekündigt wird, muß seitens der VorbesitzerIn beantragt werden, daß ein Hinweis geschaltet wird, daß dieser Anschluß nicht mehr existiert - sinnvollerweise sollte vereinbart werden, daß die neue Nr. angesagt wird. Denn T... nimmt nunmehr für jeden Anruf bei der Auskunft mindest 60 Pfennig. Wenn dies nicht vereinbart wird, ertönt ein einfaches Freizeichen. Der Erfolg ist, daß Mensch sich die Finger spitz wählt (oder platt - je nach Telefonmodell) - immer in der Hoffnung: Irgendwann muß doch mal jemand abheben. Was aber nicht sein kann. Oh T... - wieviel Telefongespräche hättest Du in diesen Wochen kassieren können, bis ich dahintergekommen bin, daß es eine neue Nummer gibt!

Besonders einfallsreich finde ich übrigens, alte Faxnummern schnell neu zu vergeben. Das ist z.B. micht nur bei der Fax-Nr. einer umgezogenen Presseagentur in Delmenhorst so geschehen. Rund um die Uhr bekam die arme Frau Faxpiepen ins Ohr getrötet - bis T... auf viele Beschwerden hin ein kurzfristiges Erbarmen hatte. Die Nr. ist bereits wieder neu vergeben - unter einer "kleinen" Verschärfung: Durch die neue Tarifgestaltung werden Faxe jetzt nicht mehr schwerpunktmäßig zu Arbeitsbeginn verschickt, sondern an Werktagen (!) zwischen 2 und 5 Uhr.

Na, Guten Morgen, Marie und Peter! Da Schlaf zum Wertvollsten gehört, wird uns nicht nur hier T... teuer zu stehen kommen.

Vorsicht also bei allen Diensten der T... Schnell wird es teuer. Zum Erfahrungsaustausch besteht die Möglichkeit, sich unter Nummer 0441-384756 (mit Telefonautomat) zu informieren

Gerold Korbus


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