Oldenburger STACHEL Ausgabe 4/96     Seite 10
 
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Inhalt dieser Ausgabe
 

Die Themen:


Ein Jahr in einem anderen Land leben

Jedes Jahr bietet der Internationale Christliche Jugendaustausch für ca. 70 Jugendliche aus Deutschland die Möglichkeit, ein Jahr im Ausland das alltägliche Leben, die kulturellen Besonderheiten und die gesellschaftlichen Probleme kennenzulernen.Im Zusammenleben mit einer afrikanischen, asiatischen, lateinamerikanischen oder europäischen Familie und der Mitarbeit in sozialen und ökologischen Projekten können neue Erfahrungen gesammelt und persönliche Stärken und Grenzen erfahren werden.Das Austauschjahr beginnt jeweils Ende Juli. Vorher findet ein Vorbereitungsseminar statt, zusammen mit internationalen Jugendlichen, die ein Jahr in Deutschland verbracht haben. In den jeweiligen Gastländern gibt es Komitees, die mit dem Deutschen in Verbindung stehen, den Austauschlern Gastfamilien und Projekte suchen und Ansprechpartner für sie sind. Nach der Rückkehr gibt e s die Möglichkeit, in einem Auswertungsseminar das Erlebte nochmal zu reflektieren. Plätze sind noch für die folgenden Länder zu haben: Ghana, Taiwan, Südkorea, Bolivien, Brasilien, Costa Rica, Honduras, Finnland, Island, Italien, Polen,Spanien und die Schweiz. Wer Interesse hat, sollte sich möglichst umgehend an folgende Adresse wenden (Es stehen nur noch wenige Plätze zur Verfügung): Internationaler Christlicher Jugendaustausch, Kieferstr. 45, 42283 Wuppertal, Tel. 0202/501081 oder 501082.


Neuer Castor-Alarm in Gorleben

"Wir stellen uns quer" war das Motto Tausender beim ersten Castor-Transport, der vor genau einem Jahr ins Wndland rollte. Nur mit dem größten und teuersten Polizeieinsatz in der Geschichte der Bundesrepublik und Außerkraftsetzen von Grundrechten durch DEmonstrationsverbote war es möglich, die strahlende Fracht an ihr (vorläufiges)Ziel zu bringen. "Jetzt erst recht!" erklärten die Menschen aus dem Landkreis Lüchow-Dannenberg nach diesem Transport. Der wendländische Widerstand mit seinem sprichwörtlichen langen Atem trotzt seit mehr als 19 Jahren mit Mut und Phantasie der Atomindustrie. Auch beim jetzt anstehenden neuen Castor-Alarm: Gut eine Woche nach dem zehnten Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe soll hochradioaktiver Atommüll quer durch die Republik in die Zwischenlager-Halle nach Gorleben gebracht werden. Zwischen dem 6. und 10. Mai sollen aus dem bayrischen Atomkraftwerk Gundremmingen und aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague jeweils ein Behälter mit hochrdioaktivem Müll nach Gorleben rollen. Im Wendland und im ganzen Bundesgebiet bereiten sich Bürgerinitiativen und Aktionsgruppen auf diesen nächsten "Tag X" vor. Weitaus mehr Menschen als beim ersten Castor haben angekündigt, auf die Straße zu gehen. "Den Castor stoppen, bevor er losfährt" ist das ehrgeizige Motto der nächsten Wochen. Fast täglich finden im Wendland und an den Transportstrecken durch die Republik kleinere und größere Aktionen statt.

Infos: Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V., Drawehner Str. 3, 29439 Lüchow, Tel. 05841/4684.


Zukunftsfähig planen als gemeinsame Aufgabe: Der Oldenburger Stern.

Oldenburg hat die günstige Gelegenheit, eine große, innenstadtnahe Fläche städtebaulich zu gestalten. Vom Pferdemarkt bis an den östlichen Stadtrand, zwischen Donnerschweer Straße, Hauptbahnhof und Hunte bis hin zur Wehdestraße ergeben sich durch Industriebrach e (DB-Ausbesserungswerk, Schlachthof, Gaswerk usw.) neue Perspektiven. Der Hauptbahnhof, ein Zentraler Omnibusbahnhof, ein Berufsschulzentrum und ein Veranstaltungszent rum sind zu integrierende Vorgaben. Ein gesamtplanerisches Konzept liegt nur ansatzweise vor, zumindest ist darüber in der Öffentlichkeit wenig bekannt. Diskussionsbeda rf besteht auf vier Problemfeldern: 1. Nahverkehr (Busse,S-Bahnen), 2. Städtebau (Gewerbe, Büros, Wohnen), 3. Schul- und Veranstaltungszentrum (BBS, WE-Halle), 4. Altlastensanierung (Gewerbe, Deponie). An einer zügigen, auf Konsens beruhenden Gestaltung diese Stadtsektors sollte schon wegen der zu erwartenden Arbeitsmarktimpulse allgemeines Interesse bestehen. Um in einen Diskussionsprozess einzusteigen, werden alle an der Thematik Interessierten, insbesondere aus Verbänden und Parteien, zu einem ersten Info-Treff in das UMWELTHAUS OLDENBURG, Pet erstraße 3 (PFL,Zugang Hofseite) eingeladen. Das Treffen findet am Donnerstag, 24.04.1996, 20.00 Uhr statt. Weitere Infos bei Anette Pieper(0441/33398) oder Dr.Hartmut Ludewig (Umwelthaus, Tel. 0441/13660).


1 Jahr Huntetaler-Tauschring in Oldenburg

Der Huntetaler-Tauschring Oldenburg veranstaltet am 28.April 1996 im UMWELTHAUS OLDENBURG (PFL) einen großen Tauschbasar. Der Verein, der seit einem Jahr besteht, wird ab Mai als Mitgliedsverein dem Verein Umwelthaus Oldenburg angehören und verbindet deswegen den Tauschbazar mit einem Umzug. In Zukunft wird der Huntetaler Tauschring im Umwelthaus zu festen Bürozeiten persönlich und telefonisch erreichbar sein. Alle, die interessiert sind zu erfahren, wie ein Tauschring funktioniert, oder die vielleicht schon einmal etwas über den bundesweiten "Gründungs-Boom" der lokalen Tauschringe gehört haben, sind eingeladen, sich informieren zu lassen.


1. Huntloser Kulturfestival

31. Mai bis 2. Juni

(umsonst + draußen)

Das 1. Huntloser Kulturgtestival bietet ein buntes Programm aus

* Livemusik und Tanz
* Zirkus und Puppenspiel
* Märchen und Kinderprogramm
* Workshops...

Das alles findet statt auf einer schönen Wiese am Hegeler Wald, direkt am Ortsrand von Huntlosen, mit einer zentralen Bühne, drei indianischen Rundzelten mit Feuerstelle, einem kleineren Zirkuszelt und vielem mehr. Gelegenheit zum Mitmachen wird es reichlich geben, deswegen möglichst Instrumente und Material mitbringen! Ebenfalls erwünscht sind Zelte und Schlafsäcke.

Das Kommen lohnt sich: Neben Folk in unterschiedlichen Richtungen, Akrobatik, jiddischer Musik, Improvisationen im Spielen nach Gehör, afrikanischem Tanzen und Can-Can, Herstellung von Mokassins gibt es noch eine offene Bühne, Kinderzirkus zum Mitmachen, ein Zauberstundenspiel, Perlweben und anderes mehr. Die VeranstalterInnen bitten darum, mit der Bahn anzureisen. Die angebotenen Getränke und Speisen sind weitgehend aus kontrolliert- biologischer Herkunft. Im nächsten Stachel könnt ihr das genaue Programm erfahren.


Anti-Castor Demos: dem Land zu teuer

Während der niedersächsische Innenminister Glogowski seine vermeintliche Pflicht gegenüber Bund und Atombetreibern erfüllt und dabei meint, Kundgebungen im Wendland verbieten zu müssen, beklagt er sich heftig über die hohen Kosten, die das alles verursacht. Der Anti-AKW-Widerstand wird es interessiert zur Kenntnis nehmen: Mehrere Transporte zur gleichen Zeit oder in kurzen Abständen, so Glogowski in einem Schreiben an Bayernwerk und RWE, würden die Polizei überfordern. Zur Begründung wies er auf den "unvermindert anhaltenden Widerstand" in der Bevölkerung und auf die "hinlänglich bekannten Erfahrungen" beim Atommülltransport im April 95 hin. In einem Brief an Bundes- Merkel erinnerte Glogowski daran, daß damals 15 000 Polizisten im Einsatz gewesen seien und allein Niedersachsen dafür 28 Millionen DM bezahlt habe. Darüber hinaus habe der Einsatz weitreichende Konsequenzen für die Polizei gehabt. Es hätten sogar Dienststellen geschlossen werden müssen. Die polizeiliche Grundsicherung sei in einigen Teilen des Landes erheblich beeinträchtigt gewesen (Hört, hört!). Kein zu geringer Preis angesichts der Tatsache, daß der Atommüll die menschliche Gesundheit für mehr als 100 000 Jahre "erheblich beeinträchtigen" kann...


PBI-Einführungsseminar

Die Internationalen Friedensbrigaden PBI (gewaltfreier Begleitschutz bedrohter Oppositioneller) machen von 14. bis 16. Juni ein Einführungsseminar in die Arbeit von PBI im Oldenburger Haus der ESG im Quellenweg. Genauere Infos bei: PBI - Deutscher Zweig, Chemnitzstr. 80, 22767 Hamburg, Telefon: 040/3806903, Fax: 040/3869417, E-Mail: pbiger at shalom punkt life.de


Selbstverteidigung und Selbstbehauptumgfür Frauen

Am 11./12. Mai bietet der Verein KURSIV(Frauen lernen gemeinsam) einen WenDo-Wochenendkurs für Anfängerinnen an.

WenDo ist eine speziell für Frauen entwickelte Form der Selbstverteidigung. Es werden einfache Befreiungsgriffe, gezielte Abwehr- und Angriffstechniken vermittelt. Mit Hilfe von Übungen zur Wahrnehmung und Körpersprache, Rollenspielen und Gesprächen werden verschiedene Möglichkeiten des sich Wehrens und Reagierens auf alltägliche Gewalt entwickelt.

Weitere Informationen und Anmeldung unter Tel. 12421.


Betreuung für Mädchen

Der Schülerinnentreff des Autonomen Mädchenhauses in der Alexanderstraße 388 bietet für Mädchen von 8 bis 14 Jahren einen gemeinsamen Mittagstisch auf Wunsch, intensive Schulaufgabenbetreuung und interessante Freizeitgestaltung. Der "Treff" ist wochentags ab 11.30 Uhr, montags und dienstags bis 17.30 Uhr, mittwochs donnerstags und freitags bis 15.30 Uhr geöffnet. Weitere Informationen können unter der Telefonnummer 64248 eingeholt werden.


Ein Jahr RUNAWAY - Zufluchtstätte für Mädchen

Seit dem 1. Mai 1995 gibt es die Zufluchtstätte für Mädchen "Runaway" in der Trägerschaft des Vereins Autonomes Mädchenhaus Oldenburg.

Bis zu zehn Mädchen und junge Frauen im Alter von 13 bis 17 Jahren können für eine Übergangszeit, bis zu drei Monate, in dieser sozialpädagogischen Kriseneinrichtung leben. Sie finden Schutz und Unterstützung bei der Entwicklung von Lebensperspektiven. Das Weglaufen von zu Hause, als Reaktion auf oftmals jahrelange körperliche, seelische und/oder sexuelle Gewalterfahrung erfordert Mut und ist ein Zeichen für Überlebenswille und Stärke.

Am Donnerstag, den 23. Mai um 20 Uhr, stellen Mitarbeiterinnen der Zufluchtstätte im PFL, Peterstr. 3, im Rahmen eines Vortrags mit anschließender Diskussion die Arbeit der Zufluchtstätte für Mädchen vor.


Praktikums- FÖJ-Plätze in der Umweltwerkstatt

Die Verdener Umweltwerkstatt bietet diese Jahr im September erstmalig zwei FÖJ-Stellen an, und auch Praktikumsplätze sind noch zu haben.

Zum Mitmachen laden ein: das Projekt "Urlaub einmal anders", die "Bildungsgruppe für Ökologie und Selbstbestimmung", die Projektgruppe "Ökologisches Zentrum am Holzmarkt", der "anders-leben Büchertisch", der "Överblick" - die Kulturzeitung für den Landkreis Verden, die KURSIV(Anti-Atom- Gruppe), der Räderselbsthilfeladen "Rädsel" etc.

Mehr als ein Unterstützungs-Taschengeld von 300DM kann leider nicht versprochen werden. Weitere Infos und Termine für's Reinschnuppern gibt es bei der:

Verdener Umweltwerkstatt, Herrlichkeit 1, 27283 Verden; Tel.: 04231/81046


10 Jahre Koryphäe

Mit ihren 76 Seiten ist sie nicht gerade ein 'leichtes Mädchen'", schreibt eine Rezensentin. "Mehrseitige gut recherchierte Berichte und Analysen ... bilden das naturwissenschaftliche Rückgrat der Koryphäe. Dazu vielseitige Informationen zu Forschungsprogrammen, Kooperationsprojekten, Projekten im Trikont ... sowie aktuelle Termine und Kurzinfos runden die gewichtige Halbjahreszeitschrift ab." Die Aprilnummer 96 enthält Artikel über "Bewegungsbewußtsein in der Frauenbewegung", das "Geschlecht als soziales Klassifikationsmerkmal", ein Gespräch nach dem Lesbenforschungssymposium, eine Untersuchung zu "geschlechtsspezifischen Dualismen" im Grenzgebiet von Physik und Chemie, berichtet über Frauenförderung, Hochschulreform, Frauenforschung, erzählt eine "unendliche Geschichte" zur "feministischen Professur in den Naturwissenschaften an der Universität Bremen", informiert über Lesbenorganisationen in Indien, übersetzt "Ten Questions about Lesbians" von der Pekinger Weltfrauenkonferenz sowie eine Beurteilung des Zwergwalfangs in Norwegen und berichtet anderes mehr. Obwohl die Koryphäe sich nur an "Lesinnen" richtet, weckte sie auch bei uns männlichen Stachlern Interesse. Wir empfehlen sie deshalb allen Menschen, die Kluges über die Welt erfahren und vielleicht eine neue oder andere Sicht der Dinge kennenlernen wollen. Das einzige "Argument" gegen die Koryphäe ist ihr Preis: 10 DM kostet sie! Zum Schnuppern ziemlich viel... Dafür erspart sie sich und den LeserInnen weitgehend die kommerzielle Werbung.

Herzlichen Glückwunsch, ihr Koryphäen, und viel Spaß beim Fest im Oktober!


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