Oldenburger STACHEL Ausgabe 10/96     Seite 15
 
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Unfaire Argumentation des "Dritte Welt"-Zentrums Oldenburg?

Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn das "Dritte Welt"-Zentrum Oldenburg irreführende Bezeichnungen bei Bioprodukten aufdeckt. Auch in diesem Bereich sollte über Ungereimtheiten berichtet werden.

Leider haben die Autoren des Artikels in der Ökomarkt-Zeitung jedoch die Gabe, sich selbst durch ihre Polemisierung unglaubwürdig zu machen.

Sie erwähnen nur ein Beispiel (Kaffeeanbau Finca Irlanda) aus einer Publikation der FAU (Sept./Okt.95), auf das sie dann auch "gar nicht näher eingehen" wollen und ziehen Rückschlüsse auf die gesamte Naturkostbranche.

So unterstellen Sie dem Naturkosthandel beispielsweise, daß er "unter dem Deckmäntelchen des fairen Handels bessere Vermarktungschancen für Bioprodukte" schafft. Die "sozialen Bedingungen" sind dabei "völlig gleichgültig, solange nur der Profit stimmt".

Aber das stimmt doch alles gar nicht. Bei einer Diskussion mit Vertretern des "Dritte Welt"-Zentrums Oldenburg nach dem Ökomarkt, mußte ich mich eines anderen belehren lassen. Diese Aussagen sind so gar nicht vorhanden. Es handelt sich in der Formulierung um mögliche Entwicklungen oder Fragestellungen. Sollten andere LeserInnen diesen Text etwa auch falsch verstanden haben?

Im Stachel 9/96 fordert das "Dritte Welt"-Zentrum Oldenburg dazu auf, in Ökoläden schöne bunte Siegelchen, sei es nun "fair trade" oder "TransFair" zu hinterfragen.

Dies sollte sicherlich auch keine Abwertung von "TransFair" sein, denn auch dem "Dritte Welt"-Zentrum Oldenburg ist folgendes bekannt:

1. Das "TransFair"-Siegel ist schw./weiß.

2. Die Freie Arbeiterunion (FAU) betont in ihrer Publikation (Sept./Okt.95), daß ein "TransFair"-Siegel für die Finca Irlanda nicht denkbar war und daher das "selbstgebastelte Label FairTrade" herhalten mußte.

3. Die vielen "Welt"-Läden als Fachgeschäfte des Fairen Handels beziehen ihre Produkte meist von der Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der "Dritten Welt" (gepa). Nicht zufällig hat daher die gepa als erste die Lizenz zur Verwendung des TransFair-Siegels erhalten. Auch der neuste gepa-Katalog ist voll mit diesen bunten Siegelchen.

4. Träger von TransFair sind über 30 Organisationen, u.a.:

Aktion Arme Welt, Arbeitsgemeinschaft der "Dritte Welt"-Läden, Frente de Cafetaleros Solidarios de America Latina, RegionalsprecherInnenkonferenz der Aktion "Dritte Welt"-Handel, terre des hommes, Vereinigung ehemaliger EntwicklungshelferInnen.

Bei uns ist neben biologisch angebautem TransFair-Kaffee selbstverständlich auch umfangreiche Information erhältlich.

Ralf Grabowski, Der Saftladen, Getränkefachhandel


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Nachdruck nur mit Quellenangabe, Belegexemplar erbeten.

 

 
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