Oldenburger STACHEL Ausgabe 10/96     Seite 16
 
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Gewaltfreies Training in Oldenburg

In unserer Gesellschaft läuft so manches schief, man/frau denke z.B. an die rassistische Asylpolitik, Abbau der Sozialleistungen, Umweltverschmutzung oder Atom und Castortransporten... . Viele haben das Gefühl, daß über ihre Köpfe hinweg entschieden wird, fühlen sich ohnmächtig etwas zu tun. Gewaltfreie Trainings sind ein Ansatz, die eigenen Handlungsmöglichkeiten aufzudecken und zu stärken, um selber Einfluß nehmen zu können. Wir haben ein gewaltfreies Training in Oldenburg organisiert, um Menschen zu ermutigen sich aktiv im politischen Leben einzumischen.

Ursprünglich sind gewaltfreie Trainings konzipiert worden, um Einzelpersonen und Gruppen auf die Teilnahme an gewaltfreien Aktionen und Kampagnen vorzubereiten. So bereiteten sich zum Beispiel viele Gruppen mit solchen Trainings auf die Teilnahme an großen Blockadeaktionen der Friedensbewegung und die dabei zu erwartende Gewaltbereitschaft von Polizei und Soldaten vor.

Inhalte des Trainings sind:

- Konflikte wahrnehmen können Sich darüber klar werden, ob es einen Konflikt gibt, wer daran beteiligt ist, worum es geht, ob es die Gefahr von körperlicher Gewaltanwendung gibt, und ob Hilfe gewünscht wird.

- Selbstsicher werden, stabil sein Sich seiner/ ihrer Ängste, Aggressionen und Ausdrucksmöglichkeiten bewußt werden, in Konflikten gelassen bleiben und kontrolliert handeln können.

- Kommunikation, Kontakt aufbauen können Sich selbst und den KonfliktpartnerInnen zuhören und antworten können. Die meisten Konflikte bestehen durch unzulängliche Kommunikation.

- Ziele und Prioritäten setzen können Wissen, wie ein Konflikt gelöst werden kann, was eskalierend und was deeskalierend auf eine Situation wirkt.

- Informationen über die strukturellen Hintergründe von Gewalt und zum politischen Umgang damit

Als Methode bedienen sich gewaltfreie Trainings vor allem des Rollenspiels und verschiedener Gruppenübungen, aber auch des Lesens von Texten und des Seminarvortrags. Sie knüpfen an den Erfahrungen der Teilnehmenden an.

Da der alltägliche Rassismus in unserer Gesellschaft zur Normalität geworden ist, sehen wir besonders auf diesem Gebiet Handlungsbedarf. Deshalb haben wir antirassistische Arbeit als thematischen Schwerpunkt des Training gewählt, anhand dessen Grundlagen der Situationsanalyse und Ansatzpunkte zum Eingreifen, sowie konkrete mögliche Aktionen erarbeitet werden sollen, wobei eine gewisse Übertragbarkeit auf andere Bereiche vorhanden ist.

Das Training findet vom 8.11 (Beginn 18.00 mit dem Abendessen) bis zum 10.11 (Ende gegen 14.00) in den Räumen der Evangelischen StudentInnengemeinde (ESG), Quellenweg statt. Eine Übernachtung in den Räumen ist erwünscht, Essen wird von allen gemeinsam vorbereitet. Die Kosten liegen bei ca. 50,- . Falls der Termin des Trainings mit dem angekünigten Castortransport ins Wendland zusammenfällt, wird das Training verschoben ( vielleicht sehen wir uns dann dort!?).

Anmeldung und weitere Infos: Graswurzelgruppe Oldenburg, Brahmweg 178, 26135 OL, 0441/203864


Diese Veröffentlichung unterliegt dem Impressum des Oldenburger Stachel. Differenzen zur gedruckten Fassung sind nicht auszuschließen.
Nachdruck nur mit Quellenangabe, Belegexemplar erbeten.

 

 
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