Oldenburger STACHEL Ausgabe 11/97     Seite 13
 
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5 Jahre - 15 Personen pro Auto

Nachdem die deutsche Hausmarke Mercedes Benz in den verblichenen Wochen manches Übel hat überstehen müssen - zunächst verunglückte die weltweit beliebteste Frau in einem Wagen aus Stuttgart, dann fiel ein Fahrzeug der mit viel Bausch in die Medien gehievten A-Klasse (wir berichteten ausführlich) unglückseligerweise aus der Bahn, d.h. um, und schließlich hatten die findigen hauseigenen Ingenieure festzustellen, daß ihre Novität, der Motor der C-Klasse-Autos, zu viel Sprit verbraucht, weshalb nun die gerade umgerüsteten Produktionsstraßen in den Fabrikhallen abermals umgerüstet werden müssen, was wirklich ins Geld geht - , nach all diesen Schicksalsschlägen, die das Image der heimischen Automobilbranche nicht unberührt lassen, gibt es jetzt endlich wieder Erfreuliches von dieser Front zu berichten!

Denn das Oldenburger StadtTeilAuto feiert sein fünfjähriges Bestehen und kann dabei eine durchaus positive Bilanz ziehen. Die jüngsten Pressemitteilungen und die Informationen des Vereins selbst zeugen von einer ständig wachsenden Mitgliederschar und einem ebenso ständig wachsenden Fahrzeugbestand. Neben 135 Vereinsmitgliedern, die den Fuhrpark des StadtTeilAutos überwiegend als Privatpersonen nutzen, interessieren sich auch Firmen, Vereine und Behörden für das kostengünstige und umweltschonende Car-Sharing-Angebot. So arbeitet seit kurzem der evangelisch-lutherische Oberkirchenrat mit dem StadtTeilAuto zusammen. Er nutzt einen PKW-Kombi für Dienstfahrten und erspart sich damit die Anschaffung eines Dienstwagens. In der Praxis sieht das so aus, daß während der Dienstzeiten der Wagen Angehörigen der Kirchenverwaltung, nach Feierabend aber anderen Mitgliedern des Vereins zur Verfügung steht. Für die von Sparzwängen gebeutelte Kirchenverwaltung ist die kostengünstige und umweltschonende Alternative zum eigenen Wagen attraktiv und auch für den Verein geht die Rechnung auf, denn seine Mitglieder nutzen die PKWs vorwiegend an den Abenden und Wochenenden. Die derzeit neun Wagen des StadtTeilAutos, vier Kleinwagen, vier Kombis und ein Bulli sind dezentral im Stadtgebiet stationiert (Standorte: Wechloy, Ziegelhof, Nelkenstr., Donnerschwee, Eichenstr., Westkreuz, Hauptstr., Bremer Str.). Zur Zeit wird überlegt, den Bestand um ein zehntes Fahrzeug in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt zu erweitern. Die dortige Parkplatzsituation und die Tatsache, daß gerade Innenstadtbewohner ein Auto seltener brauchen, sprechen eindeutig für solche Pläne. Das Angebot des StadtTeilAutos kann sich nur nach der jeweiligen Nachfrage richten. Der Verein ist zwar keineswegs abgeneigt, seine Aktivitäten auf Gebiete außerhalb Oldenburgs auszudehnen, jedoch setzt das voraus, daß entsprechend viele Nutzer vorhanden sind. In der Regel, so rechnet man beim StadtTeilAuto, rentieren sich die Anschaffung und Unterhaltung eines Wagens, wenn 15 Personen ihn nutzen. Augenblicklich bemüht sich eine Initiative in Rastede, genügend Mitglieder für das StadtTeilAuto zu werben, um dort einen Wagen einzurichten.

Wartung, Pflege und Verwaltung der Autos, es handelt sich ausnahmslos um geleaste Neuwagen, vollkaskoversichert und werkstattgepflegt, werden von ehrenamtlichen Betreuern besorgt, während ihre Buchung über eine Taxi-Zentrale erfolgt. Wem "ein Auto zu viel und kein Auto zu wenig ist", so das Motto des Vereins, der kann mit der Zahlung der Aufnahmegebühr, des Mitgliedsbeitrages und einer Einlage unter anderem für den Tresorschlüssel, mit dem man an den Auto-Standorten Fahrzeugschlüssel und -papiere abholt, dieses Problem lösen und zugleich etwas für die Schadstoffreduzierung tun. Die Fahrten werden einzeln abgerechnet, wobei sich die Kosten aus einem Kilometer- und einem Stundentarif zusammensetzen. Damit sind alle anfallenden Ausgaben für Benzin, Steuer, Versicherung, Wertverlust, Wartung, Pflege, Reparaturen etc. abgedeckt. Die Fixkosten für die Vereinsfahrzeuge werden auf die Kilometer umgelegt. Wer wenig fährt, spart Unterhaltskosten. Finanziell lohnt sich das Car-Sharing vor allem für all diejenigen, die weniger als 10.000 km im Jahr fahren. Und das dürften viele sein. Wie der VCD (Verkehrsclub Bundesrepublik Deutschland) ermittelte, werden private Fahrzeuge erstaunlich wenig und wenn, dann meist nur über kurze Strecken bewegt.

Wie das alles funktioniert, können Interessierte jeden ersten Samstag im Monat am Stand der Initiative am Lefferseck erfahren oder im Vereinsbüro selbst.

Das StadtTeilAuto befindet sich im Umwelthaus, Peterstr.3, 26121 Oldenburg

Vereinstelefon und Fax: 0441 15878. Büroöffnungszeiten: Mo. 16:15 bis 20:00 Uhr, Di. 16:00 bis 18:00 Uhr und Do. 9:00 bis 13:00 Uhr.

PS.: Zur Beruhigung: Die StadtTeilAutos tragen nicht den Stern aus Stuttgart und kippen bei normalen Fahrmanövern auch nicht um.

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