Oldenburger STACHEL Ausgabe 11/97     Seite 16
 
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"...unterwegs..."

Das Filmfest der Oldenburger Kinoinitiativen

Filmriß, Gegenlicht, RollenWechsel, Mobiles Kino Niedersachsen, Film- und Medienbüro

Die Oldenburger Filmtage feiern Jubiläum! Mittlerweile gibt es uns seit 5 Jahren. Dabei war es den beteiligten Gruppen von Anfang an wichtig ein eigenes Profil zu entwickeln. Im Mittelpunkt stand die Auswahl der Filme unter dem jeweiligen inhaltlichen Schwerpunktthema, die Suche nach FilmemacherInnen, deren Produktionen in Oldenburg selten zu sehen sind, ein Austausch unter FilmemacherInnen der Region, die Vorstellung unabhängiger Videogruppen und der enge Kontakt zum Publikum.

Das Motto

Letzes Jahr der Tod, dieses Jahr der Aufbruch. Die 5. Oldenburger Filmtage befassen sich weniger mit dem Reisen, als mit dem Dazwischensein, unterwegs, mit oder ohne Ziel, mit oder ohne Träume. Dabei reicht unsere Palette weit über den Roadmovie hinaus und beleuchtet das Thema in all seinen Schattierungen.

Die Eröffnung

Auf der Eröffnung (Freitag, 21.11., 19 Uhr, PFL), zeigen wir nach Grußworten, Vorstellung der beteiligten Filmgruppen und Live-Musik der Gruppe In A Mellow Tone, den Dokumentarfilm Verrückt bleiben Verliebt bleiben von Elfi Mikesch, der die Geschichte von Torsten Ricardo Engelholz erzählt: aufgewachsen in einer Berliner Trabantenstadt, wurde er von seinem Vater jahrelang weggesperrt, sah kaum das Tageslicht. Er erzählt vom Leben in der Dunkelheit, vom Kinderheim, von der Psychiatrie. Heute spielt er im Theater Thikwß. Behindert. Nichtbehindert. Er hält uns den Spiegel vor. Nach der Psychiatrie sind U-Bahnen und Bahnhöfe für ihn Orte der Hoffnung. "Wenn man tot ist, sind wir alle unter der Erde. Wenn wir mit der U-Bahn fahren, sind wir auch alle unter der Erde. Aber wir sind ja nicht tot, wir leben weiter. Wir fahren ja nur U-Bahn."

Werkschau Jan Schütte

Mit Auf Wiedersehen Amerika (Sonntag, 23.11., 20 Uhr, PFL) ist er bekannt geworden. Ein Film über nach Polen zurückkehrende Juden, die seit dem Holocaust den alten Kontinent mieden. Jan Schütte begann seine Karriere 1983 als Dokumentarfilmer. Auf den Filmtagen zeigen wir seine drei Spielfilme: Drachenfutter (Freitag, 21.11., 22.30 Uhr, Cadillac), in dem es um die Schwierigkeiten des Pakistani Shezad und des Chinesen Xiao geht, in Hamburg ein Restaurant zu eröffnen. Als Geheimtip wurde bereits Winkelmanns Reisen (Samstag, 22.11., 20 Uhr, Uni Aula) von 1990 gehandelt, der vom Leben eines fahrenden Vertreters für Haarpflegeprodukte erzählt. Die Helden in seinen Filmen sind Helden, die keine sein wollen und nur versuchen, wenigstens für eine Weile, glücklich zu sein.

Portrait Kim Longinotto und Jano Williams

Seit dem letzten Jahr hat das Portrait einer feministischen Filmemacherin Eingang in die Programmgestaltung der Oldenburger Filmtage gefunden. Schwerpunkt der Arbeiten von Kim Longinotto und Jano Williams sind Dokumentationen über Frauen in verschiedenen Ländern und Kulturkreisen, wobei die Filmemacherinnen mit präzisem Blick weit hinter die Kulissen der sogenannten "Stellung der Frau in der Gesellschaft" schauen und nicht zurückgreifen auf das Lamentieren über eben diese schlechte Position der Frau. Statt dessen lassen sie die unterschiedlichsten Frauen selbst sprechen, lassen ihnen Raum um sich auf den verschiedensten Ebenen auszudrücken, was immer wieder mit viel Humor geschieht. Die Offenheit der Beteiligten ist oft erstaunlich, und schon finden sich auch die ZuschauerInnen wieder mit in den Auseinandersetzungen über das was "Gender" bedeutet - Geschlechtsidentität - und was passiert weil eben diese Identität gar nicht so identisch ist.

Die vier Filme, die wir ausgesucht haben handeln alle in Japan: Shinjuku Boys (Samstag, 22.11., 18 Uhr, Cadillac), Dream Girls (Samstag, 22.11., 20 Uhr, Cadillac), the Good Wife of Tokyo (Sonntag, 23.11., 17 Uhr, Cadillac), Eat the Kimono (Montag, 24.11., 20 Uhr, PFL). Wir freuen uns sehr , daß Jano Williams zu den Veranstaltung am Samstag und Sonntag kommen wird.

Film und Lesung

Unterwegs - Begegnung mit Irmtraud Morgner

Der Film von Gabriele Schärer ist eine Annäherung an die verstorbene DDR-Autorin Irmtraud Morgner. Unterwegs im Triebfahrzeug einer Berliner S-Bahn führt die Reise im Film zu drei Frauen, die mit Irmtraud Morgner bekannt oder befreundet waren, und zu verschiedenen Handlungsorten ihres Romans "Amanda. Ein Hexenroman". Vorher liest die Hamburger Schauspielerin Ulrike Johannson, die auch im Film die Stimme der Autorin ist, aus Texten von Irmtraud Morgner. Wir freuen uns, Gabriele Schärer und Ulrike Johannson begrüßen zu können und auf eine spannende Diskussion.

Regionaler Wettbewerb

Mit 14 Film- und Videoproduktionen aus der Region. Die GewinnerInnen des Publikumspreises erhalten 1000.- DM, die ZuschauerInnen können einen Rundflug über Oldenburg gewinnen.(Montag, 24.11., ab 17 Uhr, Cadillac)

Videogruppen

Der Dienstag im Cadillac steht im Zeichen des Videos. Video bietet vielen Menschen relativ unkompliziert die Möglichkeit zur Umsetzung ihrer Ideen in Bilder. Viele Videogruppen haben ein politisches Selbstverständnis und verstehen sich als Bestandteil von Gegeninformation und -kultur. In Oldenburg zu Gast waren bisher Gruppen aus Dortmund, Köln, Kopenhagen, Mexiko-City, Hamburg, Konstanz, Freiburg, Bremen und Berlin.

Dieses Jahr stellen sich die beiden Videogruppen AK Kraak aus Berlin und die Medienwerkstatt Wien vor

AK Kraak ist eine selbstorganisierte Videogruppe aus Berlin, die aus der letzten HausbesetzerInnenbewegung Anfang der 90er Jahre entstanden ist. Alle halbe Jahre geben sie ein Videomagazin heraus, welches dann an ca. 30 Orten einen Monat lang gezeigt wird. Themen sind zum Beispiel besetzte Häuser, Wagenburgen, Stadtentwicklung und politisch/kulturelle Aktivitäten diverser Gruppen aus dem linksradikalen Spektrum. Die MacherInnen sind Teil von dem, was sie aufzeichnen oder aufzeigen.

Der Verein Medienwerkstatt Wien wurde 1978 gegründet. Ziele sind unter anderem die Verbesserung der Infrastruktur für unabhängige Videoarbeit in den Bereichen Produktion und Vertrieb, die Verbesserung des Kontaktes zwischen den einzelnen Videoschaffenden und die Zusammenarbeit mit ausländischen Verleihern. Der Schwerpunkt liegt heute auf der Produktion im dokumentarischen und experimentellen Bereich, Multimedia, interaktive Anwendungen, Mischformen mit Foto, Film, Grafik, Computeranimationen - Komplettabwicklungen von Produktion mit Equipment und/oder Personal der Medienwerkstatt. (Dienstag, 25.11., 15 Uhr, Cadillac).

Veranstaltungen für Jugendliche

Filmriß präsentiert wie jedes Jahr einen Kinderfilmnachmittag: Flußfahrt mit Huhn(ab 6 Jahren), Ganesh (ab 8 Jahren) (Sonntag, 23.11., 15 & 17 Uhr, Alhambra)

Eine Veranstaltung für Mädchen ab 12 von der Zufluchtstätte Runaway und Wildwasser (Verein gegen sexuellen Mißbrauch an Mädchen) mit den beiden Filmen Abgehauen und WenDo Weg der Mädchen. Zu letzterem Film wird mindestens eine Filmemacherin anwesend sein. Im Anschluß gibt es die Möglichkeit Fragen zu stellen, sich auszutauschen und zu informieren.(Dienstag, 25.11., ab 15 Uhr, Cadillac).

Liebeskummer ist echt Scheiße! Sieben Videos von Jugendlichen für Jugendliche im Rahmen des Medienprojektes der Stadt Wuppertal (Mittwoch, 26.11., 16 Uhr, Cadillac).

Filmnacht

Carla's Song, der neue Film von Ken Loach als Oldenburg Premiere und danach Priscilla - Königin der Wüste (Samstag, 22.11., ab 22.30 Uhr, Cadillac).

Kurzfilmfrühstück

6 Kurzfilme, Sekt und Frühstück vom Tarish (Sonntag, 23.11., ab 11 Uhr, Cadillac)

Abschlußparty

Mit Preisverleihung, Dia Show, Tombola und anschließend Disco

(Mittwoch, 26.11., ab 21 Uhr, Cadillac)

Nähere Infos, Kontakt und ausführliches Programm:

Film- und Medienbüro Oldenburg, Kaiserstr. 24, 26122 Oldenburg,

fon: 0441-2489646, fax: 0441-2489661


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