Oldenburger STACHEL Ausgabe 10/98     Seite 10
 
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Inhalt dieser Ausgabe
 

Die Themen:


Armut und Kinder-Ausgrenzung in Ol

Im Rahmen der "Ärztlichen Präventionstage" des Gesundheitsamtes wies Jugendamtsleiterin Karin Emmelmann darauf hin, daß über ein Drittel der Elternbeiträge für Kindergartenpl ätze 1oo7 wegen zu geringer Einkünfte von der Stadt ganz oder teilweise übernommen werden mußten. 1500 von 4232 Kindern wurden mit ca. 3,2 Mio. DM gefördert. Die Fachberaterin für Kindertagesstätten Bärbel Stuke teilte mit, daß manche Kinder hungrig in die Tagesstätten kämen. Schon die Bezahlung der Busfahrkarte für eine Unternehmung in der Innenstadt falle einigen schwer. Die Frage, was jemand zum Geburtstag geschenkt bekommen habe, sei in vielen Kindergruppen gestrichen worden, um die Ausgrenzung nicht noch weiter zu treiben .

Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen erleiden viel häufiger Unfälle als andere. 13 Prozent der eingeschulten Oldenburger Kinder haben schon Haltungsschäden, 17 Prozent grobmotorische Schwächen. Gerade den Armen müssen billige oder kostenlose Möglichkeiten zu Sport und Bewegung geboten werden. Die Finanzknappheit macht es jedoch der Stadt immer schwerer, Vereine und andere Einrichtungen ausreichend zu fördern.


Tenzin Gyatso in Oldenburg

Na, aufgepaßt? Wer ist das denn?

"Seine Heiligkeit, der XIV. Dalai Lama" wurde mit 2 Jahren erkannt. (Dalai Lama: Ozean der Weisheit) Während des chinesischen Einmarsches 1950 in Tibet wurde er im Alter von 15 Jahren gekrönt. 1959 erhielt er den "Doktortitel" in buddhistischer Philosophie. Gleich darauf flüchtete er nach Dharamsala ins indische Exil. 1992 gab er bekannt: Wenn Tibet seine Unabhängigkeit wiedererlange, werde er seine historisch verbürgte Macht an eine demokratisch gewählte Regierung abgeben. Er will dann als einfacher Mönch leben. Dieses Ziel verfolgt er unter dem Grundsatz der Gewaltlosigkeit: "Zu äußerer Abrüstung kommt man durch innere Abrüstung. Die einzige Garantie für Frieden liegt in uns."

Zum Besuch des Dalai Lama versucht der Vorbereitungskreis von Verein Achtsamkeit Oldenburg, Tibethilfe, Evangelische Akademie Rastede, Carl von Ossietzky Universität, Programmkino Casablanca und Kulturdezernat der Stadt Oldenburg vielfältig, dem Geist des Friedens kleine Wege zu ebnen. So sprach bereits Prof. Dr. Dr.hc Heinrich Beck über "Frieden durch Begegnung der Weltkulturen - die Menschenrechte im interkulturellen Dialog". Auch die nächste spannende Rede von Eugen Drewermann zu "Jesus von Nazareth, Befreier zum Frieden" liegt bereits hinter uns. Drewermann belebte den "Schuldenerlaß" des "Vater unser" neu und forderte, keine Zinsen zu nehmen. Wer noch Genaueres wissen möchte, mag sich sein Buch zu Jesus zu Gemüte führen.

So 11.10. 11.15 Uhr wird die Ausstellung "Eco Tibet" eröffnet. Sie wird bis 4.11. täglich außer So 8-17 Uhr und Sa 10-13 Uhr im Foyer der Jugendbibliothek zu sehen sein. Eintritt frei.

Di 20.10. 17 Uhr wird die Ausstellung "Tibetan Children's Art in Exile" eröffnet. Sie wird bis 4.11. im Großen Saal und Foyer des PFL zu sehen sein. Eintritt frei.

Mi 21.10 19.30 Uhr Vorträge von Prof. Dr. Jan Anderson: "Menschenrechtsverletzungen in Tibet" und Karma Dolma (Schweiz): "Die Not der Frauen in Tibet" Eintritt 10,-/ 8,- DM.

Sa 24.10. 20 Uhr werden Tibetanische Tempeltänze in der Cäcilienschule aufgeführt. Entritt 10,-/ 8,-DM.

Do 29.10. 20 Uhr Vortrag von Prof. Dr. Christian Schröer: "Ethik auf dem Weg in das neue Jahrtausend: zwischen Zynismus und neuer Moralität?" PFL, Großer Saal. Eintritt 8,-/ 5,-DM.

Der Kürze halber sei hier hinsichtlich der weiteren Veranstaltungen auf das an vielen Stellen ausliegende Programmheftchen verwiesen. Die Stadtbibliothek stellt vom 19.10.- 4.11. ein Literaturangebot zu Tibet und Buddhismus bereit.


ZeugInnen gesucht

Am Mi 30.09.98 wurde von zwei jungen Männern aus einem älteren weißen Fahrzeug aus Aurich ein Autofahrer bedroht und sein KFZ mit Schlägen und Fußtritten völlig demoliert. Ort des Vorfalls Autobahnabfahrt Oldenburg-Osternburg, Ampelkreuzung zur Bremer Heerstraße, um 19 Uhr. ZeugInnen des Überfalls werden gebeten, sich beim STACHEL zu melden.


Astronomie-Ausstellung

Mond, Planeten und besondere Himmelsobjekte sind Thema der Ausstellung "Spazierensehen - ein Rundgang über den Sternenhimmel", die in der Bibliothek am Universitätsstandort Wechloy zu sehen ist. Besucher können sich hier auch an einer großen Drehbaren Holzsternkarte den aktuellen Sternenhimmel einstellen oder an einem Preisausschreiben teilnehmen. Initiiert wurde diese Ausstellung von der Astronomie-AG, einer studentischen Arbeitsgruppe, die sich im Semester wöchentlich trifft und Themen erarbeitet. Bei gutem Wetter stellt sie eigene Beobachtungen an. Sie erarbeitete Konzeption und Texte der Ausstellung, machte die ausgestellten Fotos und baute die Drehbare Sternkarte. Die Ausstellung ist bis Mitte Dezember zu den Öffnungszeiten der Bibliothek Wechloy zu sehen (Mo-Fr: 10-20 Uhr). Wer an der Astronomie-AG mitwirken möchte und mehr über die Sternenkunde erfahren möchte, sei eingeladen zur regulären Uni-Veranstaltung der AG ab 19.10. jeden Montag von 18.15 Uhr bis 19.45 Uhr in Raum W2-1-128 der Uni-Wechloy


Chinesische Medizin

Eine Ausbildung für Frauen in traditioneller Chinesischer Medizin bietet das Frauenbildungshaus Osteresch. Gelehrt werden die fünf Wandlungsphasen und das Vertrautwerden mit der energetischen Dynamik jeder Wandlungsphase, die Theorie über Psychologie und Pathologie der Energien der inneren Organe, das Kennenlernen der Meridianverläufe, der Lage einzelner Akupunkturpunkte, sowie deren Behandlung und QiGong-Übungen. Wer mehr erfahren möchte, wende sich an das Frauenbildungshaus Osteresch, Tel.: 05457/1513


Telefonstreik

im Internet heißt eine Aktion, zu der die Initiative User gegen Wucher des DarkBreed e.V. aufgerufen hat. Am 1.11. sind alle privaten Internetnutzer aufgerufen, sich nicht per Telefon ins Netz einzuwählen, um bei der Telekom ein Zeichen zu setzen und gegen die steigenden Telefongebühren zu protestieren. Die Idee der Aktion geht auf einen Streik in Spanien zurück, wo erreicht wurde, daß Rabatte bis zu 60% gewährt wurden. Wer mehr darüber wissen möchte, suche unter http://www.gamespy.de/internetstreik


"Sie können mitbestimmen"

meint die Stadtverwaltung und hat dazu zwei Falblätter herausgegeben, in der sie über Mitwirkungsmöglichkeiten im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung informiert. Hierin ist nachzulesen, unter welchen Bedingungen Bürgeranträge, Bürgerbegehren und Bürgerentscheide Einfluß auf die Kommunalpolitik genommen werden kann. Erhältlich sind die Blätter kostenlos im Alten Rathaus oder in Bürgerhaus in der Osterstraße.


"Erde ist blau wie eine Orange"

Unter diesem Titel veranstalten doe Oldenburger Film- und Kinoinitiativen die 6. Oldenburger Filmtage. In den gezeigten Filmen wird die kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff "Identität" in unterschiedlichen Zusammenhängen thematisiert. Die Filmtage sind vom 19. bis 25. November. Wir hoffen, in der November-Ausgabe eine ausführliche Übersicht veröffentlichen zu können.


Kleine Tiger

Vom kleinen Tiger, dem kleinen Bären und der Prinzessin Piffigunde... heißt ein Tagesseminar zur rollenspezifischen Darstellung von Mädchen und Jungen im Bilderbuch, das der Verein Patchwork am 14. November, 9 bis 17 Uhr im Rahmen der KIBUM anbietet. Untersuchungen haben ergeben, daß Mädchen, Frauen und andere "weibliche Wesen", symbolisiert durch Tierfiguren, in Bilderbüchern stark unterrepräsentiert sind, und die Geschlechter vorwiegend in Rollenklischees gezeigt werden. Im Seminar sollen Untersuchungsergebnisse vorgestellt und alternative Kinderbücher präsentiert werden. Außerdem werden mit Mitteln des Szenischen Spiels Situationen aus mädchenfreundlichen Bilderbüchern analysiert.

Kontakt und Anmeldung (begrenzte TeilnehmerInnenzahl!): Patchwork e.V., Kaiserstr. 24, 26121 Oldenburg, Tel. (0441)17111, Fax 2489661


Museum für Frieden

Ein Europäisches Museum für Frieden soll auf Burg Schlaining im österreichischen Burgenland eingerichtet werden. Das Projekt soll nicht nur das friedenspolitische Bewußtsein in der Öffentlichkeit stärken, sondern ebenfalls den Mut zum friedenspoliti schen Engagement fördern. Dazu gehört die Durchführung einer Landesausstellung "Frieden 2000 plus" auf Burg Schlaining, die vom Land Burgenland für diesen Zweck zur Verfügung gestellt wird. Der Keller ist der "Arena der Wirklichkeiten (Krieg, Gewalt, Umweltzerstöru ng, Armut, Not, usw.)" vorbehalten, während im übrigen Teil der Burg die Visualisierung des Friedens (Panorama der Möglichkeiten) erfolgen soll. Die Umsetzung des Projektes erfolgt in zwei Etappen: Die Durchführung der Landesausstellung im Jahre 2000 und danach die Gründung des Europäischen Museums für Frieden. Die voraussichtlichen Kosten für das Projekt werden 26 Millionen österreichische Schilling betragen, die je zur Hälfte vom Land Burgenland und dem Österreichischen Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung (ÖSFK) aufgebracht werden sollen. Zur Vorbereitung des Projektes hat am 30 September und 1. Oktober 1998 ein Symposium stattgefunden.

Kontakt über: Österreichisches Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung, Rochusplatz 1, A-7461 Stadtschlaining


OK -"Frauen und Mädchen in Sicht"

Das erste Kursprogramm des Projekts "Frauen und Mädchen in Sicht" im offenen kanal oldenburg ist erschienen. Hier werden technische und gestalterische Kurse angeboten, in denen Frauen und Mädchen lernen können, wie Radio und Fernsehen gemacht werden. Einführungskurse für Videokameras, Tonaufnahmegeräte, Videoschnittplätze und Hörfunkstudios werden angeboten, aber auch Moderationstraining und die Produktion eines Hörspiels. Ein besonderer Schwerpunkt ist das Angebot für Mädchen: In altersgerechten Seminaren können Mädchen den Umgang mit den Medien erlernen. Darüberhinaus gibt es medienpädagogische Angebote z.B. für Frauen, die in der Mädchenarbeit tätig sind.

Der offene kanal oldenburg verfolgt das Ziel, Menschen, die in den herkömmlichen Medien nicht oder nur unzureichend zu Wort kommen, ein Forum zu bieten. Frauen sind mit einem Bevölkerungsanteil von 52% wichtige Adressatinnen des offenen kanals, bisher aber unterrepräsentiert. Das Projekt "Frauen und Mädchen in Sicht" will gezielt Frauen im Sendegebiet motivieren, sich in die lokale Öffentlichkeit einzumischen. Frauenverbände und -initiativen bietet der ok ol z.B. die Möglichkeit, ihre Öffentlichkeitsarbeit zu effektivieren (wie der STACHEL d.T.).

Die Kursprogramme können beim offenen kanal oldenburg, Bahnhofstr. 11, abgeholt werden. Tel. (0441)2188816


Mahnwache in Esenshamm

50 bis 60 Atomkraftgegner haben am 3. Oktober an einer Mahnwache anläßlich des Wiederanfahrens des AKW Esenshamm teilgenommen. Die Mahnwache vor dem Haupttor des AKW, zu der der Arbeitskreis Wesermarsch aufgerufen hatte, dauerte bei anhaltendem Nieselregen ca. 5 Stunden. Die Landesregierun g hat der PreussenElektra mit Datum vom 3.10. das Wiederanfahren des AKW erlaubt. Nach Schulungen des Personals, technischen und organisatorischen Verbesserungen sei jetzt wieder eine "genügend hohe" Sicherheit für den Betrieb des AKW gewährleistet. Der Arbeitskreis Wesermarsch hält die Wiederinbetriebnahme des AKW dagegen für unverantwortbar. Neben der Gewißheit, daß auch nach den Korrekturen immer noch katastrophale technische und menschliche Fehler möglich sind, bestärken ihn auch die im "Normalbetrieb" viel zu hoch angesetzten Grenzwertze für die Belastung der Bevölkerung in seiner Haltung. Auch beim Abbau der Kernbrennstoffe, bei der Anreicherung und bei der Entsorgung des Atommülls werden kontinuierlich und in wesentlicch höherem Maße als im "Normalbetrieb" Menschen und Umwelt verseucht. Das Risiko, an Leukämie zu erkranken, liegt in Sellafield um den Faktor 10 und in La Hague um den Faktor 3 über dem Durchschnitt. Auch von Esenshamm aus haben sowohl nach La Hague (über 40) als auch nach Sellafield (über 60) Atommülltransporte stattgefunden. Der Arbeitskreis Wesermarsch fordert die sofortige Stillegung aller Atomanlagen.


Lokale Agenda 21 - Auftakt

Der Startschuß für die Lokale Agenda 21 in Oldenburg fällt nach längerer Vorbereitung am 6. November. Ab 16 Uhr gibt es in der Cäcilienschule, Haarenufer, eine große öffentliche Veranstaltung mit dem Ziel, möglichst viele interessierte Einzelpersonen und Gruppen an der Erarbeitung eines Handlungsprogramms für ein zukunftsfähiges lebenswertes Oldenburg zu beteiligen. Auf der Veranstaltung werden sich an den sog. Themeninseln verschiedene Oldenburger Projekte und Initiativen präsentieren. Für Unterhaltung sorgt ein kulturelles Rahmenprogramm. Zu den einzelnen Handlungsfeldern, z.B. Konsum, Mobilität, Umweltschutz, Nord-Süd-Beziehungen, sozialen Themenfeldern, usw. können sich Arbeitsgruppen und Bürgerzirkel bilden. Die Gesamtschau findet auf den regelmäßigen monatlichen Treffen des Agenda-Forums statt.

Kontakt und Programminformation: agenda büro der Stadt Oldenburg, Gartenstr. 8, Tel.235-3246 (Niko Paech, Horst Barkemeyer)

 

 
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