Oldenburger STACHEL Ausgabe 7/99     Seite 9
 
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Inhalt dieser Ausgabe
 

Die Themen:


Ammerländer Meerstraße

Oldenburg. Am gestrigen Dienstag hat das Komitee zur Entmilitarisierung von Straßennamen die Straßenschilder der Ammerländer Heerstraße verändert, so daß aus der Heerstraße eine Meerstraße wird. Das Komitee will damit einen ersten Schritt zur Entmilitarisierung der Straßennamen einleiten. Die jetzigen Namen setzen dem Militarismus ein unangemessenes, verehrendes Denkmal. "Ammerländer Meerstraße ist viel passender", so die Sprecherin des Komitees, "da diese Straße schließlich zum Zwischenahner Meer führt und damit schöneres assoziiert wird als mit einem Heer. Für eine Welt in der friedlich gelebt werden soll sind die bisherigen Namen ungeeignet." Um dieses zu ändern wird über weitere Schritte für den Waffenplatz, den Artillerieweg, den Schützenweg und den Pionierweg nachgedacht. Im Gespräch sind zum Beispiel Waffelplatz und Schürzenweg. Weitere Vorschläge aus der Bevölkerung sind beim Komitee zur Entmilitarisierung von Straßennamen herzlich willkommen und an vielen Straßenecke in 2,5m Höhe einzureichen.

Zivile Konfliktbearbeitung an der Uni Oldenburg ?

Der Krieg in Jugoslawien ist (offiziell) beendet. Angesichts der Opfer und enormen Zerstörungen von Frieden zu sprechen, wäre jedoch zynisch. Ethnische und politische Konflikte sind nach wie vor ungelöst, die Gräben in den Köpfen tiefer als je zuvor...

Umso drängender die Frage nach alternativen Möglichkeiten der Konfliktlösung. Konzepte der Zivilen Konfliktbearbeitung, wie sie NGOs und Friedensinitiativen (Bsp.Internationale Friedensbrigaden, Balkan Peace Team, etc.) seit mehr als zehn Jahren entwickeln, sind in der Öffentlichkeit kaum bekannt. Dabei geht es um einen grundlegend anderen Umgang mit Konflikten, die im menschlichen Zusammenleben nicht zu vermeiden sind. Wohl aber die Form der gewaltsamen, militärischen Austragung!

In einer Diskussionsveranstaltung am 13. Juli um 20 Uhr (Universität, Gebäude A 10, Hörsaal F) sollen bereits bestehende Konzepte und Projekte vorgestellt und eine Diskussion angestoßen werden, inwiefern die (Carl von Ossietzky!?) Universität sich im Bereich Ziviler Konfliktbearbeitung engagieren kann, z.B. in der Friedens-und Konfliktforschung, im Bereich schulischer Gewaltprävention, etc. Auch außeruniversitäre Interessierte sind herzlich eingeladen!


atompfad 99

Eine Reise zu Menschen und Orten des Widerstands

Die "Feuergruppe", eine bundesweite Informations- und Aktionsgruppe zum Thema Atommüll, führt vom 4. August bis 5. September 99 eine Fahrrad-Rundreise zu verschiedenen atomaren Brennpunkten in Deutschland durch: zum Atomwaffenlager Büchel, Uranabbaugebieten im Erzgebirge (Wismut), zu den Urananreicherungsanlagen Hanau und Gronau, zu laufenden und stillgelegten AkWs (Lingen, Krümmel, Greifswald, Rheinsberg) und schließlich zum Zwischen- und (möchtegern) Endlager Gorleben und Ahaus. Dabei geht es auch um positive Alternativen zur Atomenergie.

Die Tour wird von zahlreichen örtlichen und bundesweiten Gruppen und Initiativen unterstützt. In Oldenburg werden die RadlerInnen am 17./18. August Station machen. Der Arbeitskreis Friedenswoche und die OldenburgerInnen gegen Atomkraft (OlgA) zeigen dazu in der Lambertikapelle eine Ausstellung mit dem Titel "Von Hiroshima nach Tschernobyl"; es sind verschiedene Aktionen geplant. Näheres bei H. Hoffmann (Tel. 37 691) oder R. Böhme (Tel. 683 57 50)


VWG-Aufsichtsratsvorsitzender fördert PKWs

Es verwundert nicht mehr, wenn bei jeder Neugestaltung bzw. Neuplanung in der Innenstadt auf neue Parkplätze gedrängt wird - am lautesten von Interessengruppen der Innenstadtkaufleute und und einer großen Volkspartei. So auch wieder bei der geplanten Neugestaltung des Berliner Platzes. Es scheint diesen Personengruppen nicht zu reichen, daß schon heute 60 Prozent aller Verkehre in Oldenburg mit dem PKW erledigt werden. Welche Zahl wollen sie denn noch erreichen?

In einer Presseerklärung kritisiert der VCD die ausgerechnet vom VWG-Vorsitzenden Lutz Stratmann Ende Juni aufgeworfene Forderung nach dem Bau einer Tiefgarage bei der Neugestaltung des Berliner Platzes. Sie müsse besonders kritisch betrachtet werden, da es sich hier um den Aufsichtsratsvorsitzenden einer Nahverkehrsgesellschaft handele. Statt Verbesserungen für den Öffentlichen Personennahverkehr zu fordern, stelle dieser Forderungen für seinen Hauptkonkurrenten, den motorisierten Individualverkehr. Dieses Verhalten nenne der VCD geschäftsschädigend. Die daraus resultierenden Konsequenzen müßten die betroffenen Gremien schnellstmöglich ziehen, fordert der erste Vorsitzende des VCD, Detlef Bayer-Täufel. Zu fragen sei, welches Gremium diese Stellungnahme beschlossen habe und dafür verantwortlich sei, daß die VWG dem Bündnis für mehr Parkraum beigetreten sei.

Der VCD fordert bei der Neuplanung des wertvollen Innenstadtareals am Berliner Platz dazu auf, etwas für die Nicht-PKW-Fahrer zu tun. Hier könnte z.B. eine attraktive Umsteigestelle für den Öffentlichen Personennahverkehr entstehen, ein Fahrradparkhaus für die Innenstadtbesucher aus dem Stadtsüden wäre denkbar, und für die Fußgänger könnte hier eine attraktive Einkaufsmeile entstehen.


Der Geist der Truppe

Die neue Strategie, die neuen Feindbilder und die neue (?) Kriegslust der Bundeswehr. Eine Veranstaltung aus dem altrnativen Begleitprogramm dr Wanderausstellung "Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht von 1941 bis 1944." in Hamburg. Donnerstag, 15.7., 20 Uhr, Haus der Jugend, Ecke Alexander Straße/Von-Finkh-Str.


Ein Großes Goethöse um "Last Faust"

Das Blaumeier-Atelier, Kunst und Psychiatrie e.V., ist ein Kunstprojekt, das durch seine spektakulären Theaterproduktionen und Ausstellungen in der Öffentlichkeit und Fachwelt bekannt geworden ist. Die Arbeit dieses Projektes läßt die Grenzen zwischen der "Normalität" und dem "Verrückten" unscharf werden.

Wie bereits im STACHEL von Oktober 1985 nachzulesen ist, entstand das Blaumeier-Atelier damals im Rahmen der langzeitpsychiatrischen Klinik Kloster Blankenburg. Über die "Blaue Karawane" fanden sich KünstlerInnen und ehemalige Patienten.

Deshalb ist es nicht verwunderlich, in der Liste der MitstreiterInnen bekannte Namen aus Oldenburg zu finden wie z.B. Malu Thören, Barbara Weste oder Walter Koch (Atelier Blauschimmel in Oldenburg).

Ein Hit ist die Produktion "Fast Faust". Diese wird im Juli als "Last Faust" am 3.7. im Bremer Pier 2 noch einmal aufgeführt. Wer diese Möglichkeit verpaßt hat, hat noch eine Chance, am 9. und 10. Juli an einem sicherlich ebenso würdigen Ort, nämlich in der europäischen Kulturhauptstadt Weimar 1999, einer Aufführung des Theaterspektakels "Fast Faust" beizuwohnen.

Improvisierte Dialoge über das Leben zwischen den Protagonisten Faust und Mephisto werden unterbrochen von der lieblich-besserwisserischen Penetranz der göttlichen Engel. Es erscheint so, als beherrschten die teuflischen Visionen die Szenerie - riesenhafte Maskenwesen in verzauberter unheimlicher Gestalt entfesseln ein Höllenspektakel. Aber zum Schluß wird wie immer das Gute obsiegen.

Die Theaterproduktion Fast Faust bewegt sich in der Tradition Blaumeiers: siebzig sogenannte behinderte und nicht behinderte KünstlerInnen stehen gemeinsam auf der Bühne dieses Menschen-, Masken- und Großfigurentheaters, begleitet von den MusikerInnen des Orchesters "Lauter Blech" und dem Blaumeier-"Chor Don Bleu".

Nach einer Reihe von Gastspielen in Heiligen Hallen wird der Fast Faust nun in einer Werft-Halle gespielt: das Pier2 bildet für Bremen die letzte Spielstätte dieses Theaterspektakels.

Trotz vielseitiger Anerkennung ist die Finanzierung nicht sichergestellt. Unter dem Titel "Machen Sie Blau... ...Meier zu einer sicheren Sache ist das Projekt auf die Unterstützung von außen angewiesen, um alle Mitarbeiter Und Mitarbeiterinnen bezahlen zu können.

BLAUMEIER: Travemünder Str. 7a, 28219 Bremen - Walle, Tel. 0421 395340, Fax 3967718, ePost: blaumeier at gim punkt de, http://blaumeier.webmen.de.

Spenden bitte an: Projekt Kunst und Psychiatrie, Blaumeier e.V., Sparkasse Bremen, BLZ 290 501 01, Kto. 11 887 205


In Oldenburg gedruckt

Noch bis zum 22. August kann im Stadtmuseum Oldenburg die Ausstellung über Drucke, Drucker und Druckereien bestaunt werden. Unser Tip: Hingehen, staunen, Interesse am Druckereiwesen und der Herstellung von Zeitschriften bekommen und anschließend voller Elan und Tatendrang beim Stachel vorbeischauen und bei uns mitarbeiten. Wir könnten's brauchen.


Aktionstag in Lingen

Lingen ist derzeit Vorreireiter beim Versuch der Atomlobby den langfristigen Weiterbetrieb ihrer Anlagen zu sichern. Erstens laeuft beim AKW Lingen das bisher einzige Genehmigungsverfahren fuer ein standorteigenes Castorlager, zweitens bietet sich das AKW wegen seiner Naehe zu Ahaus fuer den ersten Castortransport nach dem Transportstop an, und drittens ist aufgrund der Erweiterung der Urananreicherungsanlage Gronau mit einer Erweiterung von Deutschlands einziger Brennelementefabrik, ANF Lingen, zu rechnen. Voraussichtlicher Ablauf: Vormittags Oeffentlichkeitsaktion regionaler Gruppen in der Innenstadt, 12.00 Auftaktkundgebung vorm Haupttor des AKW, danach Aktionen rund um die Anlagen. Ausserdem soll es ein Uebernachtungscamp geben.

Vernetzungstreffen Lingen: Johannes Fangmeyer, Helenenstrasse 1, 48480 Spelle, Tel & Fax: 05977/8845, eMail: jfangmeyer at aol punkt com

 

 
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