Oldenburger STACHEL Ausgabe 9/99     Seite 16
 
Aktuelles
Archiv
2003
2002
2001
2000
1999
Dezember (207)
November (206)
Oktober (205)
September (204)
Juli (203)
Juni (202)
Mai (201)
April (200)
März (199)
Februar (198)
Januar (197)
1998
1997
1996
1995
1994
UHN
Service
Wir über uns
Impressum
Kontakt
 
Inhalt dieser Ausgabe
 

Erschwerte Bedingungen beim Backen

Die Umgestaltung der vorderen Donnerschweer Straße wird für die Firma Störtebäcker immer mehr zu einer aufwendigen und kostspieligen Angelegenheit. Sie hat seit Jahren ihren Sitz unweit dem Pferdemarkt und ist jetzt ständig von der Umgestaltung beeinträchtigt.

Die Deutsche Bahn hat große Teile ihrer Grundstücke nördlich des Bahnhofs verkauft und die Stadt nutzt die Gelegenheit zur Belebung dieses Gebietes. Eine Maßnahme ist die Verlagerung der vorderen Donnerschweer Straße. Der Großteil des Verkehrs soll künftig über eine neue und breitere Trasse fließen und auf der alten, sehr engen Straße einen verkehrsberuhigten Bereich ermöglichen. Der bisher stadtauswärts führende Verkehr wird dann hinter dem Produktionshaus von Störtebäcker (neben der EWE) einen Schwenk Richtung Bahnhof machen und nach einigen hundert Metern auf die alte Strecke zurückkehren.

Geschichte?

Seit April 98 ist die Firma Störtebäcker dauerhaft Belastungen ausgesetzt.

- Dies begann mit dem Umzug aus dem alten Haus. Das Vorderhaus stand der Verlegung im Wege und wurde abgerissen. Ein Teil der Produktionsstätte wurde in das Hinterhaus zum übrigen Teil verlegt. Im gegenüberliegenden Gebäude mietete man sich ein neues Ladengeschäft. Die Folge sind Umbaukosten und ein personeller Mehraufwand durch eine räumliche Trennung der Produktion von Verkauf durch die verkehrsstarke Straße.

- Das in der folgenden Zeit leerstehende Gebäude verwahrloste im Laufe eines Jahres im Besitz der Stadt. Dadurch enstand ein negativer Eindruck auf Kunden und Lieferanten. Zudem mußte verstärkt gegen Schädlinge angegangen werden.

- Durch den Abbruch der Gebäude (das Nachbarhaus stand ebenfalls auf dem neuen Straßenverlauf) kam es zu akuter Staubentwicklung und Beschädigung im Bereich der Produktionsstätte (repariert auf Veranlassung des Tiefbauamts). Zeitweise mußte die Sperrung der Zufahrt hingenommen werden.

- Seit dem Abbruch existiert kein abschließbarer Hof (als Diebstahlschutz) mehr. Vorm Haus liegen Sand und Geröll, da der Vermieter ohne Kenntnis des Straßenverlaufs nicht Pflastern will. Diese Situation erschwert die Produktion und zwingt zu größter Vorsicht bei der Arbeit.

- Durch Aushub- und Auffüllarbeiten im neuen Straßenverlauf gab es insbesondere im Bereich der Ladezone wieder verstärkte Staubentwicklung.

- Anfang August verschärfte sich die Situation durch die Kanalbauarbeiten in der Donnerschweer Straße. Diese waren in einem Bereich, in dem sich sowohl das Geschäft als auch die Produktion von Störtebäcker befinden.

Kanalbau

Zu den Kanalbauarbeiten gab es von Seiten der Stadt keine Vorabinformationen an die dort ansässigen Unternehmen. Als Folge erfahren die Mitarbeiter von Störtebäcker durch einen Hinweis in der Lokalzeitung von der Sperrung und von einer Umleitung. Ihnen ist unklar, in welchem Umfang die Bäckerei betroffen sein würde und sie können auch auf Kundenfragen keine Antwort geben. Auf Anfrage beim Tiefbauamt erhält Harald Rohm, der Geschäftsführer, die Zusicherung, daß das Geschäft erreichbar und die Zufahrt zum Produktionsgebäude frei bliebe. Dies erweist sich als falsch. Ein weiteres Gespräch führt dazu, daß ein Mitarbeiter vom Tiefbauamt persönlich erscheint und die Baustelle wieder passierbar wird. An den folgenden Tagen gibt es jedoch mehrfach unvorangekündigte Sperrungen durch Aufreißen oder Verstellen der Straße bzw. Zufahrten mit Containern oder Baumaschinen. Durch die fehlenden Informationen im Voraus und die Fehlinformationen während der Baumaßnahmen bleibt den Mitarbeitern nur die Möglichkeit auf unvorhergesehene und unkalkulierbare Behinderungen zu reagieren. Mit rechtzeitigen und richtigen Informationen, wie sie Harald Rohm erwartet hatte, wären einige Probleme zu vermeiden gewesen.

Durch die Bauarbeiten ist die Arbeit nur unter erschwerten Bedingungen zu leisten. Da Backstube und Laden auf verschiedenen Seiten der Straße sind und genau dazwischen die Bauarbeiten laufen, ist der Transport der Waren schwerer geworden: Mit einer Sackkarre werden mehrfach täglich Körbe mit Brot und Brötchen über die sandige Zufahrt geschafft. Der Vorschlag, eine provisorische Brückezum sandreien Queren der Straße einzurichten wurde nicht erfüllt. Laut Harald Rohm schlägt sich die Mehrbelastung auf die Gemüter nieder: Obwohl prinzipiell alle Mitarbeiter sehr motiviert seien, habe sich die Stimmung angesichts der Komplikationen verschlechtert. Dies sicherlich auch aufgrund des allen bewußten Umsatzrückgangs, der entgegen der ersten Einschätzung des Geschäftsführers jedoch zur Zeit nicht existenzbedrohend ist.

Die Mitarbeiter ärgern sich nicht nur über das mangelhafte Kooperationsverhalten der Stadt, sondern auch über die Zustände am Rande der Baustelle. Die Donnerschweer Straße ist auf dem Stück von Pferdemarkt bis Milchstraße für den Autoverkehr gesperrt. Fußgänger und Radfahrer dürfen zwar passieren, müssen dafür aber einige Schwierigkeiten in Kauf nehmen. Zeitweise ist nur eine Straßenseite nutzbar. Bis man die richtige erkennen kann, fährt oder läuft man unter Umständen zuerst in eine Sackgasse. Darüber hinaus muß man mit Sand und Holzplanken rechnen, die zu überqueren sind. Dies ist für Leute mit Gehschwierigkeiten und nicht ganz so versierte Radfahrer ein Hindernis, das die Sicherheit des Vorankommens vermindert. Gänzlich vergessen worden sind wieder Rollstuhlfahrer, die ohne kräftige Hilfe nur wieder umkehren können. Mangels entsprechender Hinweise an der richtigen Stelle (ist ja nun mal nicht vorgeschrieben) haben sie nun einen hübschen kleinen Umweg zu rollen. (Da wird man doch lieber Autofahrer. Bei denen entschuldigt sich der Bürgermeister für die Häufung der Baustellen, die allesamt mit Umleitung ausgeschildert sind. d.T.)

Vom Bauverwaltungsamt bekam die Firma Störtebäcker auf ihr Schreiben hin eine Verständnis bekundende Antwort. Darin wird offenbar das Fehlen jeglicher über den gesetzlich vorgeschriebene Rahmen hinausgehenden Aktivitäten mit Blick auf die Finanzen begründet. Das Tiefbauamt will die Anlieger zudem am 16. September über die Bauarbeiten informieren. Die Baumaßnahmen scheinen sich in diesem Abschnitt aber (zur Fertigstellung des Stachel) dem Abschluß zu nähern. Die Rad- und Gehwege werden besser nutzbar.

Marco

 

 
  Differenzen zur gedruckten Fassung nicht auszuschließen. Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Siehe auch Impressum dieser Ausgabe und Haupt-Impressum