Oldenburger STACHEL Ausgabe 11/99     Seite 12
 
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7. Oldenburger Filmtage vom 18.-24. November

Das Festival der Oldenburger Film- und Kinoinitiativen

Bereits zum siebten Mal präsentieren die Oldenburger Film- und Kinoinitiativen, (Filmriß - Kinoinitiative des Alhambra, Gegenlicht - Kinoinitiative der Uni, RollenWechsel - schwul-lesbische Filmgruppe, Mobiles Kino Niedersachsen, Kultur AG des Welthaus e.V. und Medienbüro Oldenburg e.V.) ihr Festival. Das Motto in diesem Jahr heißt "lebens(t)räume". Zu diesem Thema werden viele internationale Filme vorgestellt. Jede Gruppe hat sich ihre eigenen Schwerpunkte gewählt.

Das Porträt befaßt sich diesmal mit der israelischen Filmemacherin Senyora Bar David, die während der Filmtage zu Gast sein wird. In ihren Dokumentationen über das heutige Israel setzt sie sich in vielfältiger Weise mit der israelischen Gesellschaft auseinander, ohne die oberflächliche schwarz-weiß Malerei der hiesigen Medien zu wiederholen. Mit ihren einfühlsamen Filmen schafft sie es, auch Außenstehenden die schwierigen Verhältnisse näher zu bringen. Zu diesem Schwerpunkt passend werden einige seltene Filme über jüdische Geschichte und Lebenswelten zu sehen sein. Die "5-Städte-Porträts" sind Zeugnisse über fünf städtische jüdische Gemeinden in Polen zwischen 1938 und 1939. Sie zeigen das Leben in Warschau, Bialystok, Cracow, Lwow und Vilna, das nach dem Überfall der Nazis auf Polen vollständig ausgelöscht wurde. Ulrike Ottingers Film "Exil Shanghai" ist eine 4:35stündige Dokumentation in der sechs Lebensläufe deutscher, österreichischer und russischer Juden verfolgt werden, die sich im gemeinsamen Fluchtpunkt Shanghai kreuzen. "Fragments * Jerusalem ist das bisher umfangreichste filmische Fresko über Werden und Wandel der Stadt Jerusalem, reflektiert an Familien- und Weltgeschichte. Dieser Film dauert sechs Stunden. Aufgrund ihrer Länge brauchen diese Dokumentarfilme einen besonderen Raum, den wir ihnen auf den Filmtagen bieten werden.

Auch der Eröffnungsfilm gehört zu dem Themenschwerpunkt. Der Spielfilm "Clara Hakadusha" zeigt witzig und ironisch das moderne Leben in einer israelischen Kleinstadt. Die aus Russland eingewanderte Clara hat die Fähigkeit, Dinge und Ereignisse vorherzusehen. Sowohl ihre Klassenkameraden als auch die Erwachsenen versuchen, aus dieser Fähigkeit ihren Vorteil zu ziehen und stolpern dabei im Wesentlichen über den eigenen Charakter. Die Poesie dieses modernen Märchens ist so bezaubernd, daß wir diesen Film unbedingt zeigen wollten, obwohl er nur mit englischen Untertiteln zur Verfügung steht.

Ein weiteres Schwergewicht liegt auf Filmen in der Tradition des "Cinéma beur". In Spiel- und Dokumentarfilmen wird das Leben in französischen Vorstädten gezeigt, das deutlich mehr Facetten zu bieten hat als die Nachrichten von Jugendunruhen und Krawallen. In diesem Zusammenhang wird die Videogruppe Agence IM Media aus Paris vorgestellt, die seit Beginn der "Cinéma beur" Bewegung diese filmisch begleiten.

Die Beschränkung des persönlichen Freiraums in Orten wie Gefängnis und Psychiatrie ist ebenfalls ein Programmpunkt auf den diesjährigen Filmtagen. Hier ist der Spielfilm "Die Rückkehr des Idioten" als feinfühliges Epos zu empfehlen, das die Welt von "verrückt" und "normal" völlig auf den Kopf stellt.

Die Kultur AG des Welthaus e.V., die dieses Jahr zum ersten Mal mit dabei ist, hat sich als Thema das Leben von Straßenkindern Lateinamerikas gewählt. Im PFL werden drei Filme gezeigt, die nicht mit dem mitleidigen Blick der reichen und technisierten Welt auf die dort herrschenden Probleme herabschaut, sondern aus der Sicht der dort lebenden Menschen die Geschichten entwickelt.

Viele Programmpunkte haben bereits Tradition auf den Oldenburger Filmtagen. Auf der langen Filmnacht am Samstag entführen wir die BesucherInnen diesesmal ins Weltall mit den Filmen ALIEN I-IV. Wer danach noch fit ist, dem bietet das Kurzfilmfrühstück am Sonntag morgen filmisch und gastronomisch einige kulinarische Höhepunkte. Der Montag ist dem Regionalen Wettbewerb vorbehalten, bei dem das Publikum über den besten Film entscheidet.

Dies sind nur einige ausgewählte Punkte aus dem umfangreichen und vielseitigen Programm. Wir freuen uns auf viele interessante Gäste und Publikumsdiskussionen zu den Filme. Das Programm wird ab 8.November in Oldenburg ausliegen oder kann angefordert werden beim Medienbüro Oldenburg e.V., Kaiserstr. 24, 26122 Oldenburg, tel.: 0441-248 96 46, fax.: 0421-99 87 140, e-mail: medienb at hrz1 punkt uni-oldenburg.de

Programmübersicht


Donnerstag, 18.11.99

19.30 Uhr 	PFL		Eröffnung mit Kurzfilmen, Begrüßung der Gäste und dem 				Spielfilm:	Clara Hakadusha (Sankt Clara) von Ori Sivan 				und Ari Fulman
				Israel 1995, 85 min, 35mm, OmengU

ab 22.30 Uhr	Alhambra	Eröffnungsparty in Kooperation mit halbtotal

Freitag, 19.11.99

18.00 Uhr	Uni-Aula	Verhüllter Reichstag 1971-1995 von Wolfram und Jörg 				Daniel Hissen
				98 min, 35mm
18.00 Uhr	Cadillac	5 Städte Portraits von Shaul & Itzhak Goskind
				Polen 1939, 5 mal 10 min, 16mm
19.00 Uhr	Cadillac 2	Amsterdam Global Village von Johann van der Keuken
				Niederlande 1996, 245 min, VHS
20.00Uhr	Uni-Aula	Out Of Rosenheim von Percy Adlon
				Deutschland 1987, 108 min
20.00 Uhr	Alhambra	La casa delle favola von Karl Heinz Heilig
				Deutschland 1999, 80 min, VHS
20.00 Uhr	PFL		Gregorio & Juliana
				Peru 1995
20.00 Uhr	Cadillac	Rhags-e Khak (Dance Of Dust) von Abolfazl Jalili
				Iran 1998, 73 min,
22.00 Uhr	Cadillac	In The House von Lisa Rinzler und Peter Stastny
				USA 1996, 15 min, 16mm, im englischen Original
anschließend			Die Rückkehr des Idioten
				Tschechien 1998

Samstag, 20.11.99

16.00 Uhr	Cadillac	Haß von Matthieu Kassovitz
				Frankreich 1994, 90 min, 35mm
16.00 Uhr	Cadillac 2	Portrait Senyora Bar David: Samir
				Israel 1997,
18.00 Uhr	Cadillac	L’honneur de ma famille von Rachid Bouchareb
				Frankreich 1997, 90 min, 35mm
18.00 Uhr	Cadillac 2	De l’autre Côté du Periph von Nils und Bertrand Tavernier
				Frankreich 1997, 150 min, VHS
20.00 Uhr	PFL		Central Station
20. 00 Uhr	Cadillac	Portrait Senyora Bar David: The South: Alice Never Lived 				Here
				Israel 1998, 82 min,
ab 22.30 	Cadillac	Die lange Filmnacht:
				Alien 1-4

Sonntag, 21.11.99

10.00 Uhr	Cadillac	Kurzfilmfrühstück:
				
15.00 Uhr 	Alhambra	Kinderfilmnachmittag
				(15 Uhr) Auf der Jagd nach dem Nierenstein von Vibeke 				Idsøe
				Norwegen/Schweden 1996, 91 min, 16 mm
	(17 Uhr) Nach Fünf im Urwald von Hans Christian Schmid
				Deutschland 1995, 99min, 16mm
16.00 Uhr	Cadillac	Portrait Senyora Bar David:
Akko - Dreams Between the Walls
Israel, 1995, 27 min
Wadi Salib 1995
Israel 1995, 26 min
18.00 Uhr	Cadillac 	Videogruppen stellen sich vor:
				Agence IM’Media aus Paris mit ihrem Film Douce France
18.00 Uhr	Cadillac 2	Exil Shanghai von Ulrike Oettinger
				Deutschland/Israel 1997, 275 min, 16mm
20.00 Uhr	PFL		Die Rosenverkäuferin
				Kolumbien 1998, 120 min, OmengU
20.00 Uhr	Alhambra	The Cruise
20.00 Uhr	Cadillac	Auf der Kippe von Andrei Schwartz
				BRD 1997, 79 min,
22.00 Uhr 	Cadillac	Das kleine Mädchen das die Sonne verkauft von Djibril 				Diop Mambéty
				Senegal/Schweiz/Frankreich 1999, 45 min, Beta SP
Woubi Chéri von Philip Brooks und Laurent Bocahut
				Frankreich 1998, 62 min, Beta SP

Montag, 22.11.99

18.00 Uhr	Cadillac	Der Regionale Wettbewerb:								13 eingereichte Dokumentar-, Spiel- und Experimentalfilme
20.00 Uhr	Cadillac 2	Fragments Jerusalem (Teil 1) von Ron Havilio
				Israel 1986-1997, 358 min,
20.00 Uhr	Uni-Aula	Der Aal
20.00 Uhr	Alhambra	The Cruise (Wdh. vom Sonntag)

Dienstag, 23.11.99

18.00 Uhr	Cadillac	Kurzfilmblock:
Bella, Der Eid, Vorläufig vollstreckbar, La Falaise
18.30 Uhr	Alhambra	Der zerbrochene Spiegel von Marleen Gorris
				Niederlande 1985, 112 min, 35mm
20.00 Uhr	Cadillac	The War Zone von Maggie Hadleigh-West
				USA 1997, 76 min, 16mm
20.00 Uhr	Cadillac 2	Jerusalem (Teil 2)
21.00 Uhr	Alhambra	Happy Together von Wong Kar-Wai
				Hongkong 1997, 93min, 35 mm

Mittwoch 24.11.99

17.00 Uhr	Cadillac	Preisverleihung des Regionalen Wettbewerbs
19.00 Uhr	Cadillac	Portrait Senyora Bar David: Through The Veil Of Exile
				Israel 1992,
21.00 Uhr	Cadillac	Out Of The Present von Andrei Ujica
				Russland 1995, 96 min, 35 mm


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