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Es tut sich was in Esenshamm!

Es reicht nicht, die Belange der Anti-AKW-Bewegung an die Landesregierung zu delegieren. Wenn wir das AKW Esenshamm (u. a.) stillegen wollen, müssen wir begreifen, daß es ohne unser entscheidendes Dazutun hierzu nicht kommt!

So lautet der Text im Briefkopf des AK Wesermasch. Und er ist Programm.

Der AK Wesermarsch war, wie große Teile der Anti-AKW-Bewegung, in einen Dornröschenschlaf gefallen. Doch seit dem Sommer ist er wieder daraus erwacht. Einige der ,Kein CASTOR nach Gorleben"-AktivistInnen wollten nicht mehr immer nur ins Wendland mobilisieren, sondern auch zu dem AKW vor ihrer Haustür arbeiten. Sie organisierten im Juni eine Radtour von Oldenburg und Bremen zum AKW Esenshamm, mit Infoabend vor Ort und Picknick auf dem Gleisanschluß des AKW. Die Radtour war zwar mit 30-40 TeilnehmerInnen eine eher kleine Aktion. Aber sie bildete den von gutem Wetter und insgesamt etwa 100 PoizeibeamtInnen begleiteten Neuanfang für den Widerstand gegen das AKW Esenshamm. Der war zwar nie wirklich tot gewesen, hatte sich aber, aus personellen Gründen, in den letzten Jahren auf Behördenarbeit beschränken müssen.

Doch nun entstanden neue Gruppen in Brake und Rastede und einige OldenburgerInnen machten neben Gorleben auch Esenshamm zu ihrem Thema, und die regelmäßigen Treffen des AK Wesermarsch wurden wieder aufgenommen.

Der AK Wesermarsch besteht zur Zeit aus zwei AGs, der AG Transporte und der AG Druck auf Behörden.

Die AG Druck auf Behörden hat einen Fragenkatalog an die Landesregierung erarbeitet, der als kleine Landtagsanfrage von MdL Rebecca Harms im Landtag eingebracht worden ist, und wartet auf deren Beantwortung. Denn dann hat sie einen aktuellen Hebel, um der Landesregierung bzw. dem Umweltministerium mit konkreten Forderungen aufs Dach zu steigen.

Die AG Transporte, die die größere und aktivere ist, arbeitet zu den CASTOR-Transporten des AKW Esenshamm. Jährlich gehen ca. 10 CASTOR-Transporte von Esenshamm nach Sellafield. Jeder von ihnen enthält 6 hochradioaktive Brennelemente mit dem radioaktiven Potential von 40 Hiroshima-Bomben. Sie alle gehen per Bahn von Esenshamm über Brake, Hude, Bremen, Köln, Trier, Frankreich und London nach Sellafield.

Um in den betroffenen Ortschaften auf die CASTOR-Transporte hinzuweisen, macht die Transporte AG dort Infostände und verteilt Informationsfaltblätter an die Haushalte.

Aber vor allem bereitet sie sich auf den Tag X in Esenshamm vor. Den Tag, an dem der nächste CASTOR das AKW verläßt. Um rauszukriegen, wann das ist, beobachtet sie u. a. regelmäßig das AKW. Sie geht davon aus, daß sie den nächsten Transport ca. eine Woche vorher rauskriegt.

Dann wird in der Wesermarsch, in Oldenburg und in Bremen die CASTOR-Telefonkette ausgelöst, eine Sonderausgabe des AK-Wesermarsch-Rundbriefes kommt raus und die Mobilisierung läuft an. Der Transport wird voraussichtlich an einem Montag stattfinden (wie fast alle Esenshammer CASTOR-Transporte der letzten Jahre). Am Sonntag Abend um 18.00 Uhr ist dann Treffen in Rodenkirchen. Ein Plenumsraum und Schlafsackschlafplätze sind organisiert. Am Montag Morgen um 8.00 Uhr ist dann als Startschuß eine Demo am Gleisanschluß des AKW. Danach heißt es dann: Wir stellen uns Quer!

Aktionen gegen den CASTOR

Wer sich in die CASTOR-Telefonkette aufnehmen lassen oder mitarbeiten will, kann sich unter 04441/682714 (Friedrich, Kreusel, Mahnkopf) melden.

Michael Friedrich


Diese Veröffentlichung unterliegt dem Impressum des Oldenburger Stachel. Differenzen zur gedruckten Fassung sind nicht auszuschließen.
Nachdruck nur mit Quellenangabe, Belegexemplar erbeten.