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Es ist Zeit, das Geld abzuschaffen

"Arbeit soll wieder das wert sein, was sie Wert ist"

..meint in Oldenburg eine Gruppe von Leuten, die sich "Huntetaler Tauschring" nennen und Arbeitleistungen und Waren mit einem selbstfestgelegten Wert gegeneinander austauschen. Auf diese Art und Weise wird der durch Sklavenarbeit und industrielle Produktion verzerrte Wert des Tauschmediums "D-MARK" einfach ignoriert und durch vernunftbasierte Wertausgleiche ersetzt.

Das hört sich kompliziert an, ist es aber nicht. Die Sache funktioniert (!) nach dem Prinzip: Ich kann schrauben, du baust Kräuter an, prima, ich krieg Gewürze und Dein Fahrad ist wieder in Ordnung. Nur, es kann nicht nur direkt getauscht werden, sondern erbrachte Leistungen werden in einer Scheinwährung namens "Huntetaler" ausgehandelt, wobei als Berechnungsgrundlage die Zeit bevorzugt wird. Schließlich sind 5 Stunden Gartenumgraben genauso Arbeit wie 5 Stunden Radioreparieren.

Was sich für einige Leute nach unpraktikabler Utopie anhört, wird seit einiger Zeit in Oldenburg, aber auch in anderen Gemeinden und Ländern, mit Erfolg praktiziert. Gerade für Arbeitslose, die außer un(ter)bezahlten Zwangsjobs keine großen Aussichten haben, bietet sich das Projekt als eine echte Lösung an, aber auch RentnerInnen und sonstige Personen mit Zeitüberschuß sollten sich ernsthaft damit auseinandersetzen. Neben einer Aufbesserung der Lebensqualität bietet sich hier neben der Chance, die eigenen Fähigkeiten endlich einsetzen zu können, auch die Möglichkeit, interessante Leute kennenzulernen.

Zur Zeit läuft es so, daß Mitglieder in regelmäßigen Abständen eine Liste erhalten, in der die Angebote und Gesuche eingetragen werden. Anhand dieser "Marktzeitung" können dann auch weitere Verbindungen hergestellt werden. Geplant ist auch eine Tauschbörse, eine Art Flohmarkt ohne Bargeld. Im Moment sind es etwa 20 bis 30 Personen, die beim Tauschring mitmachen, die Tendenz ist steigend, durch einen Informationsstand auf dem Ökomarkt hat sich die Idee in Oldenburg und Umgebung herumgesprochen. Viele Leute sind neugierig, gerade in Oldenburg dürfte das Konzept auf fruchtbarem Boden gedeihen. Zu bedenken ist auch, daß die Möglichkeiten immer vielfältiger werden, je mehr sich am Tauschring beteiligen. Dieses belegen auch Beispiele aus anderen Ländern, wo sich zum Teil ganze Gemeinden und Betriebe an dem System beteiligen. Dieses stellt sich gerade für diejenigen Bevölkerungsschichten, die darunter zu leiden haben, daß Geld hierzulande nunmal nach oben fällt, als eine reale Möglichkeit dar, mit diversen Problemen fertig zu werden. Allerdings geht die Sache nicht hundertprozentig bargeldlos über die Bühne: Für die "Marktzeitung" und deren Verteilung via Post müssen echte Münzen abgelegt werden: 20 Stück im Jahr.

Wer Interesse an diesem spannenden Projekt hat, kann sich unter den Telefonnummern 0441/883390 (Brigitte) und 0441/776841 (Roland) schlauer machen, neue Mitglieder werden gerne aufgenommen.


Diese Veröffentlichung unterliegt dem Impressum des Oldenburger Stachel. Differenzen zur gedruckten Fassung sind nicht auszuschließen.
Nachdruck nur mit Quellenangabe, Belegexemplar erbeten.