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"... und drittens: Die Liebe"

Was haben "Dr. Schiwago", "Der Zementgarten", "Freundinnen", "Once were Warriers" und "Passion Fisch" gemeinsam? Es sind alles Filme, die auf irgendeine Art und Weise das Thema "Liebe" enthalten und die vom Auswahlkommitee für die 3. Oldenburger Filmtage vom 24. bis 29. November ausgesucht wurden. Das Kommitee bestand aus den Veranstaltern RollenWechsel, den AStA-Lichtspielen, dem Filmriß, dem Mobilen Kino Niedersachsen und dem Film- und Medienbüro Oldenburg.

Was haben "Dr. Schiwago", "Der Zementgarten", "Freundinnen", "Once were Warriers" und "Passion Fisch" gemeinsam? Es sind alles Filme, die auf irgendeine Art und Weise das Thema "Liebe" enthalten und die vom Auswahlkommitee für die 3. Oldenburger Filmtage vom 24. bis 29. November ausgesucht wurden. Das Kommitee bestand aus den Veranstaltern RollenWechsel, den AStA-Lichtspielen, dem Filmri , dem Mobilen Kino Niedersachsen und dem Film- und Medienbüro Oldenburg.

Die fast schon traditionelle Eröffnung fand mit einem Kurzkonzert des oldenburger Pianisten Chris Jarrett im PFL statt. Die dort gezeigten Kurzfilme bildeten den Auftakt zu den folgenden 5 Filmtagen, die unter dem Motto "... und drittens: Die Liebe" standen.

Während der Filmtage konnte man Filme sehen, die es sonst fast nur auf Filmfestivals zu sehen gibt, Filme, die zwar gefördert werden, die aber nicht den Sprung ins "normale" Kino schaffen, Filme, die man nicht oft genug sehen kann, Filme wie "Hundertundeine Nacht", eine Hommage an den hundertjährigen Film. Hier war es nur schade, daß der Film mit seinen vielen Filmausschnitten, Anekdoten und Starerlebnissen nicht nur synchronisiert, sondern kaputtsynchronisiert wurde. Da hätte ich ihn dann doch lieber im Originalton gesehen und vielleicht nicht jedes sprachliche Detail verstanden.

Zweimal wurde Frauen die Möglichkeit gegeben, Filme nur unter ihresgleichen zu sehen. Das war bei den Filmen, in denen sich die Liebe als die unter Frauen darstellte, sehr angenehm.

Schön war es auch, alte Klassiker wie "Dr. Schiwago", "Harold und Maude", "Sex - eine Gebrauchsanweisung", "Mein wunderschöner Waschsalon" oder "Ausgeflippt" wieder auf der Leinwand genießen zu können. Solche Filme kann man einfach nicht oft genug sehen. Auch unbekannte deutsche Filme kamen auf diesen Filmtagen einmal nicht zu kurz.

Es war auch gut, anschaulich die Möglichkeiten und Vorgänge der "Technischen Liebe" darzustellen. Den Zuschauern der AStA-Lichtspiele der Carl-von-Ossietzky Universität wurde am Montag der 1987 produzierte dänische Zeichentrickfilm "Sex - eine Gebrauchsanweisung" vorgeführt.

Leider gab es bei vielen interessanten Filmen wie "Ausgeflippt", "Land of Freedom" und "Mississippi Masala" oder "Dr. Schiwago", "Endlich Sommer" und "Miracle - Ein geheimnisvoller Sommer" Terminüberschneidungen. Als interessierter Zuschauer konnte man so nicht alle Filme genießen, die man sehen wollte, aber das läßt sich wohl nicht verhindern.

Schön war, daß sich die Organisatoren die Mühe gemacht haben, einen Spot-Trailer zur Einführung zu produzieren. Obwohl gut erkennbar war, woher die Filmausschnitte stammten und sich die Qualität an der von Camcorder und Videoleinwand orientierte, besaßen sie gerade dadurch einen liebenswerten Charakter. Ich fühlte mich zurückerinnert an handgeschriebene Schülerzeitungen, mit einfachsten Mitteln hergestellt. Sie hatten ebenfalls einen ganz besonderen Reiz für sich.

Auch die Oldenburger hatten auf diesen Filmtagen die Möglichkeit ihre filmerischen Künste und Begabungen unter Beweis zu stellen. Auf dem Videofest im Kulturzentrum Cadillac konnten sie ihre Werke präsentieren und dafür sogar hochdotierte Preise wie Wochenendreisen nach Paris und Amsterdam gewinnen. Es steht also zu erwarten, daß beim nächsten Mal noch mehr Oldenburger ihre Werke präsentieren werden.

Für Interessierte an Kinotechnik wurde eine Fahrt zum Kinomuseum Löningen organisiert. Hier konnte man "Auf den Spuren der Kinogeschichte" wandeln und die Entwicklung von Film und Kino verfolgen.

Schade war allerdings, daß es nach den Filmen keinen gemeinsamen Raum für alle Besucher gab, um über die Filme zu diskutieren. Dieses war auf den zwei vorherigen Filmtagen besser gelöst.

An diesen 6 Tagen konnte man wieder einmal sehen, wie unterschiedlich Liebe sein kann und in welchen Verhältnissen und Verständnissen sie stehen kann. Es gab lesbische und schwule Liebe, Liebe in der Familie, Liebe wider den Verstand, Liebe im rassistischen Umfeld, Liebe in unterschiedlichem Alter, Liebe zum Film, romantische Liebe, ...

Den Veranstaltern ist ein abwechslungsreiches Programm gelungen, das dennoch ein einziges Hauptthema besaß. Ein Thema, das sowieso in fast jedem Film vorkommt, um die Kassen zu füllen. Trotzdem fehlten hier die typischen Kommerz-Liebes-Schnulz-Filme komplett.

Wen wundert es da, daß es in diesem Jahr einen Rekord mit rund 3000 Zuschauern gab. "Liebe" als Thema für ein Filmfest ist interessanter als "Arbeit".

So freuen wir uns nach den gelungenen Filmtagen '95 auf die 4. Oldenburger Filmtage im nächsten Jahr. Welches Thema wird sich wohl dann durch die Filme ziehen?

Einen Tip noch zum Abshcluß: Zur Überbrückung der Filmtage-freien Zeit in Oldenburg findet im Februar die Berlinale und im Mai das Emdener Filmfest statt.

Wischi


Diese Veröffentlichung unterliegt dem Impressum des Oldenburger Stachel. Differenzen zur gedruckten Fassung sind nicht auszuschließen.
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