Oldenburger STACHEL Ausgabe 3/96     Seite 13
 
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Inhalt dieser Ausgabe
 

zum Artikel zur Blues-Nacht (2/96)
und zum Leserbrief zum I in 2/96

Jedesmal kommt Freude auf,

wenn der Stachel von Monat zu Monat besser wird, obwohl - zumindestens mir - bekannt ist, daß er unter enormen Arbeitsaufwand und Mühen von faktisch nur drei Leuten zusammengestellt/redaktionell erarbeitet wird.

Doch dann solche Hammer gleich zum Jahresanfang, die letztlich zwar nicht nur im Stachel herumgeistern, bei denen aber trotzdem keine Lust besteht, als Entschuldigung die Winterträgheit der Red. oder eine eventuelle Übernächtigung durch Arbeitsüberlastung zu akzeptieren:

Erst dieser merkwürdige Erlebnisaufsatz von der Oldenburger Bluesnacht; daraus sich mir verschiedene Fragen an die/den Kulturberichterstatter/in ergeben: Warum schreibst Du von Musik, die Du (zum Abhotten? bloßem Reinhören?) offenbar geil findest, anscheinend aber nicht deuten oder in ihren gesellschaftlichen Zusammenhang setzen kannst? Denn: Was ist für Dich eine Seele, was DIE Seele "DER Schwarzen"? Welcher Scharzen von wo? Haben (für Dich) alle Schwarzen EINE gemeinsame Seele? (Zitat: "Doch leider fehlte den sieben Deutschen (Musikern) die Seele der Schwarzen, und das merkt mensch doch.") Sind denn für Dich "die Schwarzen" ein gemeinsames Volk (Motto: "the Black Community"), eine gemeinsame Leidens- und/oder Kulturbruderschaft? Oder was hat die mögliche Seele ALLER resp. all dieser mit (derem) Kulturellem Ausdruck zu tun? Wessen Seele(n) würdest Du z.B. bei Salsa, Cubanischer Musik, Calypso oder bei so Gruppen wie den Gypsy Kings, ja überhaupt bei Rock'n'Roll, der ursprünglich durch "scharze" Musiker in die "weiße Kultur" kam, für gültig oder ursprünglich zuständig erklären? Schließlich: ist es nicht auch oder gerade erlebte Sozial- und gewachsene Kulturgeschichte, die Formen "schwarzer" Kultur in Amerika (so den Blues) hervorbrachte und die Du in Oldenburger Blueskonzerten vermißt, die aber, bar aller historischen Tatsachen und Rücksichten offen oder differenziert bleiben können muß, weil genannte Kultur sich nie so geschlossen (vom allein "Schwarzen" inspiriert, auf es allein gezielt) entwickelte?

Wenn Du das alles gemeint hast, oder zumindest Deine vorausgehende Zustimmung zu meiner letzten Frage in Deine Bemerkung zur inhaltlichen Glaubwürdigkeit einiger Musiker stecken wolltest, so lerne das auch zu schreiben; übe Dich nicht in Wiederholungen, sondern in solchen Feinheiten, die eben viel über eine/n Autorin/en aussagen und den Wert einer Zeitung steigern.

Zum anderen: Das mit dem antikapitalistischen Schutzwall, lieber Oliver Böhme, hatte eben so seine Vor- und Nachteile: Vorteil war ja offensichtlich, daß die Krankheit Feminismus den realen Dingsbums nicht verseuchen und so die ältere Generation Dich zum stolzen Manne erziehen konnte, der heute zum Glück in der Lage ist, seine Mutter als weiblich zu erkennen.

Möglicher Nachteil: Genannte Generation war dadurch leider nicht in der Lage, Dich in Gesinnungspausen während des Marschierens in blauer Uniform, neben der Literatur des Herrn M. mit jener des Herrn K. (einem alten Zeitungsmacher; er ist lange tot, sonst hätte die burschwase Pressewelt noch einen Schatz) bekannt zu machen. Vielleicht wäre Dir dann schon drüben klar geworden, daß die vaterländische Verteidigung der deutschen Sprache schnell vom ideosynkratischen Muster a la Enn-Deeh zur minenfeldumkrenzten Mauer im Kopf pervertieren kann.

Eingelenkt: Aus Mangel an mannhaften, gesunden Synapsen (ost-deutsch: aus Doofheit) waren auch die, seit dem Untergang der Tätärä konterrevolutionär verdorbenen Wohlstandsredaktöre des Stachel leider nicht mehr in der Lage, diese freien 12x7 cm auf Seite 14 notfalls für 1 lustiges Bild von sich (schlimm genug?) zu verwenden.

Tja - denk mal drüber nach.

Kalle Peisker

Anm. der Red.: Wer kann uns helfen? Wir haben diesen Leserbrief irgendwie nicht ganz verstanden. Keine Ahnung woran das liegt... Daß wir heute kein Bild von uns veröffentlicht haben, lag daran, daß uns keines vorlag, das diesen Platz ausgefüllt hätte. Tut uns traurig...


Diese Veröffentlichung unterliegt dem Impressum des Oldenburger Stachel. Differenzen zur gedruckten Fassung sind nicht auszuschließen.
Nachdruck nur mit Quellenangabe, Belegexemplar erbeten.

 

 
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